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Abu Dhabi – Ein Märchen aus 1001 Nacht
Es war einmal ein mächtiger Scheich, Herrscher über sieben Emirate, der ganz schnell mit seinem kostbaren Rennkamel von seiner Hauptstadt zur nächsten Oase kommen wollte. Da seine Länder auf unermesslichen Ölreserven sitzen, spielte Geld für ihn keine Rolle und so baute er eine sechsspurige Schnellstraße mitten durch die Wüste.
Pardon – es ist natürlich kein Rennkamel, mit dem der würdige Herrscher so eilig unterwegs ist, sondern sein getunter Porsche GT III mit über 700 Pferdestärken. Nur leider bläst der Wüstenwind immer wieder feinsten Sand über die Strecke. Und so musste gleich Abhilfe geschaffen werden und ein mehrere hundert Meter breiter Grüngürtel mit Büschen und Bäumen wurde neben der Schnellstraße angelegt.
Die Bewässerung wurde in schwarzen Schläuchen von einer Entsalzungsanlage in der Nähe der Hauptstadt bis hin zur Oase verlegt. Trotzdem fanden immer noch viele Sandkörner den Weg auf die Schnellstraße, aber auch dieses Problem wurde gelöst: Flugs wurden Philippinos angeheuert, die mit dem Fahrrad, Schaufel und Besen unermüdlich unterwegs sind, um die störenden Sandkörner zusammenzufegen und abzutransportieren. Auch heute noch sehen wir diese dunkelhäutigen Helfer fleißig den Sand zusammenzufegen und mit dem Fahrrad abzutransportieren. In dieses märchenhafte Land wollen wir reisen und starten von Frankfurt aus ins Morgenland.
Tag 1: Stadtbesichtigung und Wüstenfahrt
Das Emirat Abu Dhabi ist das größte Emirat der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), dessen Küste sich auf über 700 Kilometer Länge erstreckt. Seine Landschaft wird von Wüste dominiert, die sich über mehr als 70 % seiner Landfläche ausbreitet.
Wir erreichen die Hauptstadt Abu Dhabi, die auf einer flachen Insel liegt und uns wie eine Fata-Morgana begrüßt, mit einer Skyline, die an Manhattan erinnert. Zum Eingewöhnen verbringen wir den ersten Tag mit Sightseeing in der Stadt. Das wohl beeindruckendste Gebäude in Abu Dhabi ist die Scheich-Zayed-Moschee mit vier über hundert Meter hohen Minaretten und 82 Kuppeln. Die Grundfläche der Moschee ist größer als fünf Fußballfelder und so können über 40.000 Gläubige gleichzeitig beten. Mit 1.200 Säulen, dem größten handgefertigten Teppich sowie dem größten Kronleuchter der Welt ist sie der Welt viertgrößte Moschee. Mein Tipp: Besuchen Sie dort unbedingt die Toiletten: Von der Pracht des Treppenhauses, der Leuchter und der gesamten WC-Anlage werden Sie sprachlos sein.
Erschlagen von so viel Größe brauchen wir jetzt dringend zur Stärkung ein Restaurant. Doch da haben wir Qual der arabischen, indischen, türkischen, griechischen, englischen und aus weiteren Teilen der Welt stammende Küche, die oftmals von herausragenden Chefköchen aus aller Herren Länder geführt werden. Danach geht’s in unser Hotel zu einer kurzen Rast, bevor wir zu einer Wüstensafari zum Sonnenuntergang abgeholt werden. Ein Allrad-Jeep mit einem jungen einheimischen Fahrer bringt uns nach kurzer Fahrt zu malerischen Sanddünen. Im kleinsten Gang schaukelt und mahlt sich unser Jeep auf den ersten Dünenkamm. Oben angekommen, neigt sich das Fahrzeug in Zeitlupe weit und weiter nach vorne, bis wir fast senkrecht unter uns in eine Sandkuhle hinabschauen. Und schon rutscht unser Fahrzeug, immer schneller werdend, bergab. Unten angekommen, gibt der Fahrer aber sofort wieder Gas, damit wir die nächste Düne schaffen. Nach einer Stunde des wilden Auf und Ab durch die Dünen, die uns wie eine Ewigkeit vorkommt, erreichen wir ein Zeltlager, wo uns dampfender Kaffee, ein kühles Bier und ein üppiges arabisches Abendessen erwarten. Inzwischen ist schlagartig die Nacht angebrochen und unter strahlendem Sternenhimmel erfreut uns eine Bauchtanz-Show. Nützlich sind unsere mitgenommenen Jacken, denn wir erleben einen Temperatursturz von über 30 Grad, nämlich von 53 Grad Mittagshitze auf 18 Grad nächtlicher Wüsten“Kühle“.



