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Kastilla la Mancha - neue Routen auf Don Quijotes Spuren
"En un lugar de la Mancha", in einem Ort in der Mancha, so beginnt der berühmteste Roman aus Spanien, der im kommenden Jahr 2005 den vierhundertsten Jahrestag seines Erscheinens feiert. Pünktlich zu diesem Ereignis möchte die autonome Region Kastilien-La Mancha eine neue Route auf den Spuren des Romanhelden einweihen. Sie soll auf einer Gesamtlänge von 2.500 Kilometern, die in 10 verschiedene Teilstrecken unterteilt sind, mit den landschaftlichen und kulturellen Höhepunkten der Mancha bekannt machen.
Ein großer Teil der Strecken kann erwandert, mit dem Fahrrad oder auf dem Pferderücken zurückgelegt werden. So sind es insbesondere landwirtschaftliche Wege, ausgetrocknete Flussbetten, ehemalige Eisenbahnstrecken, die so genannten "vias verdes" - "Grünen Wege" und die alten "königlichen Pfade" oder "Cañadas Reales", über die der jährliche Viehtrieb bewerkstelligt wurde, die dem Reisenden erschlossen werden und auf denen er die Schönheiten der Mancha kennen lernt. Ehemalige Bahnhöfe dienen als Gasthäuser. Herbergen unter dem Namen "Descansaderos Rocinante" oder Rocinantes Rastplätze im Anklang an das berühmte Pferd des Ritters der traurigen Gestalt - werden als ländliche Unterkunftsstätten zur Verfügung stehen, neben den Hotels und Gaststätten in Städten und Gemeinden der Mancha.
Die charakteristischen Windmühlen - strahlendes Weiß vor tiefblauem Himmel
"La ventura va guiando nuestras cosas mejor de lo que pudieramos desear; porque ves ahí amigo Sancho Panza, donde se descubren treinta, o pocos mas, desaforados gigantes, con los que pienso pelear...." " Siehst du dort, Freund Sancho Panza dreissig oder mehr Riesen, mit denen ich kämpfen werde..." Kein Foto der Mancha ohne ihre charakteristischen Windmühlen, die wie aus dem Nichts in den Weiten der oft trockenen und ausgedörrten Landschaft plötzlich unter einem tiefblauen Himmel in ihrem strahlenden Weiß auftauchen. Nirgends sind sie in solcher Konzentration wie in Consuegra zu finden. Von Almagro über Consuegra startet ein Teilabschnitt der neuen Route bis nach Toledo, der Hauptstadt der autonomen Region. Almagro, der ehemalige Hauptsitz des Calatrava Ritterordens und Ort des Corral de Comedias, des einzigen noch in seiner Art aus dem berühmten Goldenen Zeitalter, "Siglo de Oro" erhaltenen Theaters, versprüht noch heute einen Hauch seines ehemaligen Glanzes mit seiner herrlichen Plaza Mayor, die von prächtigen Häusern mit Holzbalkonen umgeben ist.
Nächste Station dieses Routenabschnittes ist Ciudad Real Einst von Alfons dem Weisen gegründet, betritt man die Stadt durch das Toledo-Tor im gotisch-mudejar Stil, das als einziges von der ehemaligen Stadtmauer erhalten ist und zum heutigen Wahrzeichen der Stadt wurde. Auch hier waren die verschiedenen, mächtigen Ritterorden heimisch und wen wundert es, dass Don Alonso Quijano, jener Edelmann, der dann zu Don Quijote wurde, in einer Region, die von soviel Historie und Rittergeschichten geprägt ist, nicht vom edlen Rittertum träumte. Naturfreunde kommen auf ihre Kosten bei einer Wanderung durch den nahen Nationalpark Tablas de Daimiel, der eines der größten Wasserschutzgebiete Spaniens ist. In einem Labyrinth von kleinen Inseln, die sich inmitten der riesigen Wasserlandschaft gebildet haben, sind Dutzende von Wasservögeln, wie Reiher, Eisvögel, Stockenten oder Möwen zu Hause. Die Landschaft mit ihren verzweigten Wanderwegen unterscheidet sich so sehr von der charakteristischen weiten Ebene, die die Region in groβen Zügen prägt.
Wer diese Naturlandschaft liebt, sollte sich von hier aus auf einen weiteren Streckenabschnitt der Gesamtroute begeben, da sich die einzelnen Abschnitte je nach Geschmack und Zeit wunderbar miteinander verbinden lassen. In südöstlicher Richtung erreicht man über Argamasilla de Alba einen Ort, den viele für den eigentlichen Entstehungsort des Romans und als Inspirationsquelle für Miguel de Cervantes erachten: Ein Gemälde in der Pfarrkirche von Don Rodrigo Pacheco soll Cervantes die Idee für seine Geschichte geliefert haben. Südöstlich dieses für den Roman bedeutenden Ortes liegen die fünfzehn terrassenförmigen Lagunen von Ruidera. Sie sind ein unglaubliches Naturschauspiel und werden im Sommer von vielen Wassersportlern und Anglern besucht werden.
Die Höhle von Montesinos - luxuriöser Palast mit Wänden aus klarstem Bergkristall
"Pude ver en seguida un real y lujoso palacio o alcázar, cuyos muros y paredes parecían construidos de claro cristal de roca" - Plötzlich konnte ich einen wahrhaften und luxuriösen Palast sehen, dessen Wände aus klarstem Bergkristall gefertigt waren. Dieses Erlebnis schildert Don Quijote seinen Freunden im 23. Kapitel des Buches aus der Höhle von Montesinos. Die Höhle befindet sich nur unweit der Lagunenlandschaft von Ruidera und ist eine weitere Station auf diesem Streckenabschnitt. Wir jedoch begeben uns zurück über Villarta de San Juan, durch die bekannte Endlosigkeit der Olivenhaine und Kornfelder bis zu den Windmühlen von Consuegra, die das Fotomotiv der Mancha schlechthin sind und wie keine andere Sehenswürdigkeit die Region und die Geschichte von Don Quijote prägen.
Toledo schließlich ist Schluss- und Anfangspunkt der großen neuen Route durch die Mancha. Der großen Maler El Greco hat sie in seinen Gemälden unsterblich gemacht hat. Ihre topographische Lage auf einem Felsen, der Fluss Tajo, der sie von drei Seiten umgibt und ihr mittelalterliches Gepräge sind grandios.
Die neue große Route durch Kastilien La Mancha soll pünktlich bis zum Januar 2005 fertig ausgeschildert und durch ausreichendes Kartenmaterial beschrieben sein. Informationen über die Route und Veranstaltungen zum 400. Gedenkjahr erhält man in spanischer und englischer Sprache unter im Internet.
Eine Route, die bereits Anfang September eingeweiht wurde, ist besonders für Besucher von Madrid gedacht, die für einen Tag lang in die berühmte Geschichte eintauchen und die Mancha kennen lernen möchten. Im Bus beginnt die Reise um 10 Uhr in Richtung Consuegra. Schauspieler, die Figuren aus dem Don Quijote darstellen, begleiten die Reisegesellschaft.
In Consuegra wird in den berühmten Windmühlen ein typisches Mancha-Frühstück gereicht, mit dem bekannten Manchego-Käse und der typischen Chorizo-Wurst. Über die Ebene geht es weiter an Puerto Lapice und Daimiel vorbei bis nach Almagro, wo in dem bekannten Theater eine kurze Aufführung und ein Mittagessen mit den gastronomischen Köstlichkeiten der Region geboten werden. Am Nachmittag führt der Weg durch endlose Weinberge nach Valdepeñas, der Hauptstadt der Weinregion La Mancha. Eine Weinprobe und ein Imbiss beschließen die Reise, ehe es wieder nach Madrid zurückgeht.
Auf unterhaltsame Weise machen die Schauspielern in ihren Originalkostümen mit dem Roman vertraut. Zudem lernen die Reisenden neben den Schauplätzen des Romans auch die Gastronomie und die Weine der Mancha kennen. Begleitet werden die Teilnehmer von Reiseführern in spanischer, englischer und französischer Sprache. Informationen hierzu (auf Spanisch) im Internet unter oder per Telefon , .



