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Zeche Zollverein

Der Förderturm von Schacht XII. Fotos: industriedenkmal.de

Schon weithin sichtbar ist der große Förderturm des Schachts 12 der Zeche Zollverein. Rostrot thront er über den restlichen Gebäuden. Als Besucher kommt man sich zunächst ganz klein vor zwischen den vielen hohen kubischen Stahlfachwerkskonstruktionen. Die Hallen dienten bis 1986 zur Kohleförderung, -aufbereitung und -verarbeitung.

1928 bis 1932 wurde auf dem Gelände mit der Errichtung des Schachtes 12 das größte und modernste Förderwerk der Zeit gebaut. Als ein „Wunderwerk der Rationalisierung“ wurde die Zeche gepriesen; die trotz allem notwendigen „Arbeiter mussten sich schon mal verstecken, wenn Besucher das Werk besichtigten“, um das Image zu wahren, erzählt Günther Stoppa schmunzelnd. Er hat bis zu seiner Pensionierung selbst in dem Förderwerk gearbeitet und leitet nun Führungen durch die alten Gebäude.

 

1986 war in der Zeche Zollverein die Kohle endgültig erschöpft und die Förderung wurde eingestellt. Doch statt die Anlagen abzureißen, entschloss sich das Land Nordrhein-Westfalen, diese der Ruhrkohle AG abzukaufen und grundlegend zu sanieren. Im Dezember 2001 erklärte die UNESCO die Zeche zum Weltkulturerbe.

Das Gelände des Schachtes XII.

Zu Beginn des Rundgangs führt Günther Stoppa die Besucher auf das Dach der Kohlewäscherei. Etwas zugig ist es in 40 Metern Höhe, doch man kann eine einmalige Aussicht genießen. Von hier oben sieht man das gesamte Gelände der Zeche, auf dem ein einzigartiger Kontrast zwischen Stahl und Natur besteht: Fördertürme, Förderwerke, Bahngleise und Metalltreppen umwachsen von meterhohen Blumen und kleinen Bäumen. Am Horizont sind noch viele der Schornsteine zu entdecken, die bis vor einigen Jahren das Bild des Ruhrgebiets prägten.

 

Im Inneren der Kohlewäscherei werden den Besuchern die verschiedenen Bearbeitungsebenen erklärt. Schwarz, braun, rot sowie alle denkbaren Mischungen dieser Farben bestimmen das Bild. „Relikte aus vergangenen Zeiten“ sind zu sehen. In riesigen Metallbehältern wurden die Kohlebrocken nach Größe sortiert, in anderen Maschinen wurden sie durch Wasserdruck von den Steinanteilen befreit und letztendlich noch den verschiedenen Verwendungen nach unterschieden.

 

Verladeschienen unterhalb der Kohlenwäsche.

In dem Gebäude der Kohlewäscherei und um das Gebäude herum wurde ein Museumspfad eingerichtet. Tafeln und Modelle erklären hier den Besuchern die Arbeit der Kohleförderung und –aufbereitung. Das Museum soll in nächster Zeit ausgebaut werden, so dass Besucher einen noch umfassenderen Eindruck von der Arbeit in der Zeche bekommen können. In den 1000 Meter tiefen Schacht hinunter zu fahren, ist Gästen leider nicht möglich. Doch es können als weiteres die Kokerei besichtigt werden, in der häufig wechselnde Ausstellungen stattfinden, oder das Designzentrum NRW, das sich im ehemaligen Schürerhaus befindet, in dem Kohle zur Stahlproduktion verbrannt wurde. „Sogar Hochzeiten können hier stattfinden“, betont Günther Stoppa die Vielseitigkeit der Nutzung der Zeche. Na dann, ‚Glück auf’!

 

Text: Stefanie Eckermann


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