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"Zeckenalarm" - Gefahr durch Zeckenbisse im Urlaub
Ein einziger Zeckenstich kann ausreichen, um eine schwere virale oder bakterielle Infektion mit bleibenden Schäden zu bekommen. Feucht-warmes Klima, so wie es in unseren Breitengraden von April bis Oktober häufig vorkommt, lieben die winzigen Spinnentiere besonders. Das Risiko, während des Aufenthalts in der Natur, etwa bei Spaziergängen, beim Spielen, Camping oder Angeln, von Zecken befallen zu werden ist in der Zeit besonders groß. Das Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf veröffentlicht auf den Internetseiten www.crm.de und www.travelmed.de in der Rubrik "Zeckenalarm" umfassende Informationen über die Infektionsrisiken durch Zecken, insbesondere auch dazu, in welchen Regionen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen wird.
Zecken können eine Reihe von Krankheiten übertragen. In Deutschland und den angrenzenden europäischen Ländern sind es in erster Linie die Borreliose und FSME. Die Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung. Rechtzeitig erkannt, kann sie durch spezielle Antibiotika geheilt werden. FSME ist eine Virusinfektion gegen die man sich nur durch Impfung schützen kann. Das CRM empfiehlt außerdem durch entsprechende Kleidung den Angriff der Zecken zu erschweren. Da die Tiere hauptsächlich im Unterholz und an Gräsern sitzen, ist es durchaus sinnvoll, lange Hosenbeine in Stiefel oder Socken zu stecken. Eine zusätzliche Abwehr gegen Zeckenbisse schaffen insektenabweisende Mittel, sogenannte Repellentien, die auf Haut und Kleidung aufgetragen werden.
In Deutschland kommt das FSME-Virus in Bayern, Baden-Württemberg, sowie in einzelnen Landkreisen in Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen vor. Verbreitet ist es jedoch auch in Skandinavien sowie in Teilen von Österreich, der Schweiz, Italien, und Osteuropa. Die meisten FSME-Erkrankungen in Europa melden jedoch schon seit Jahren die baltischen Staaten, Estland, Lettland und Litauen. Verwandte Viren (RSSE) finden sich auch herdförmig im östlichen Sibirien und dem angrenzenden China. In den USA gibt es die FSME nicht; dort können Zecken neben der Borreliose auch das sogenannte Rocky Mountain Spotted Fever übertragen. Es tritt vor allem in den Südatlantikstaaten, insbesondere in North-Carolina, Tennessee, South-Carolina und Oklahoma auf und kann vor allem bei älteren Menschen eine Hirnhautentzündung zur Folge haben.
Das CRM rät, sich vor einer Reise auch über das regionale Risiko einer Infektion durch Zeckenbisse zu informieren und mit einem reisemedizinisch fortgebildeten Arzt zu klären, ob ein Impfschutz aufgebaut werden sollte. Grundsätzlich ist dies bereits bei Kindern ab dem zweiten Lebensjahr möglich. Adressen von reisemedizinisch fortgebildeten Ärzten und Apotheken veröffentlicht das CRM ebenfalls auf den Internetseiten www.crm.de und www.travelmed.de.
Text: Centrum für Reisemedizin (April 2005)
