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Windhoek – Urlaub auf den Spuren der deutschen Kolonialherren

Die Christuskirche in Windhoek

Die Christuskirche in Windhoek. Fotos: Namibia Tourism Board

Wer Urlaub in Namibia macht, der besucht meist auch die Hauptstadt Windhoek. Die liegt im Herzen des Landes und schmiegt sich auf 1.650 Metern Höhe in einen Talkessel zwischen Erosbergen, Auasbergen und dem Khomashochland. Obgleich Windhoek 350.000 Einwohner zählt, herrscht in der Stadt eine beschauliche Atmosphäre. Sauber ist es hier, so sauber wie in keiner anderen südafrikanischen Hauptstadt, behaupten viele. Die meisten Geschäfte schließen bereits um 17 Uhr, am Wochenende wirkt Windhoek mancherorts gar wie ausgestorben.

 

So unaufdringlich wie die Atmosphäre, zeigen sich auch die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Sie sind sicher nicht so atemberaubend wie die Naturschätze des Landes, dafür erwartet deutsche Urlauber hier ein Stückchen Heimat. Die Architektur ist modern, aber hier und dort blitzen einige wilhelminische Bauwerke auf und erinnern an die fast ein Jahrhundert zurückliegende Kolonialzeit. Doch der deutsche Einfluss ist immer noch zu spüren. So kann man in Windhoek nicht nur deutsche Backwaren, Wurst und Bier erstehen, sondern auch deutsche Karnevalsfeiern erleben. Und obwohl die offizielle Amtssprache Namibias Englisch ist, wird in vielen Geschäften auch Deutsch gesprochen.

 

Markt in Windhoek

Markt in Windhoek

Überhaupt lässt es sich in Windhoek gut einkaufen. Wer noch ein schönes Andenken an den Namibia-Urlaub sucht, wird an den Straßenständen sicher fündig. Hier bieten einheimische Händler Kunsthandwerk und Schmuck an. Kleidung, Lebensmittel und Outdoor-Ausrüstung gibt es im riesigen Einkaufszentrum Maerua Park, das schon von Weitem zu sehen ist.

 

Windhoeks Sehenswürdigkeiten kann man rund um die Hauptstraße Independence Avenue erkunden (früher Kaiser-Wilhelm-Allee). Hier befinden sich der 1912 erbaute Bahnhof und der Zoo-Park, die grüne Oase von Windhoek. Entlang der Parallelstraße Robert Mugabe Avenue sollte man sich die Christuskirche anschauen. Das neo-gotische Gotteshaus wurde 1910 nach drei Jahren Bauzeit geweiht. Wer die evangelisch-lutherische Kirche besichtigen möchte, sollte den Parkplatz meiden. Hier treiben sich, obgleich Windhoek tagsüber als sicher gilt, mutmaßliche Taschendiebe herum.

 

Eine weitere Sehenswürdigkeit Windhoeks erhebt sich hinter der Christuskirche. Dort steht das Parlamentsgebäude, das im Volksmund nur Tintenpalast genannt wird. Mit diesem Namen verspotteten die Einwohner die Schreiberlinge und ihren übermäßigen Tintenverbrauch. Das Gebäude, das werktags bis 13 Uhr geöffnet ist, wurde 1913 fertig gestellt. Die angrenzenden Parlamentsgärten laden erst seit Mitte der dreißiger Jahre zum gemütlichen Spaziergang ein. Weiter südlich befindet sich noch die Alte Feste, die Ende des 19. Jahrhunderts zur Wahrung des Friedens zwischen den Nama und Herero erbaut wurde. Heute beherbergt die Festung das Nationalmuseum von Namibia.

 

Text: Daniela Hesse


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