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Erholung mit Gütesiegel
Über 100 Jahre alt ist das Markenzeichen "Made in Germany". Und auch wenn es ein wenig an Glanz verloren hat, so birgt es immer noch das Versprechen von Qualtität und Standards. In modernen Zeiten haben wir uns daran gewöhnt, dass es eine Vielzahl von Zertifikaten, Prüfsiegeln, Qualitätsnoten und Standardisierungsbemühungen gibt. Und das ist auch gut so. Betraf diese Entwicklung zunächst eher Industrieprodukte und Herstellungsverfahren, finden wir sie heute auch bei unbearbeiteten oder veredelten Nahrungsmitteln (Biosiegel, Michelin-Sterne), touristischen Einrichtungen (Klassifizierung von Hotels oder Privatunterkünften) oder der Bewertung von Wegstrecken für den Wanderer ("Wandersiegel").
Insgesamt erfordert ein Wandersiegel-Durchgang für jeden Kilometer Weges die Aufnahme von 32 Merkmalen zu den Kategorien
Quelle: Wandermagazin |
Doch auch wenn hier vielleicht zu viel des Guten und des sicherlich gut Gemeinten getan wurde, machen Qualitätssiegel durchaus Sinn. Gerade im Bereich biologischer Lebensmittel hat sich gezeigt, das eine verlässliche standardisierte Bewertung den Verbraucher vor billigen Nachahmern und bösen Täuschern schützt.
Markenstrategie: Alpine Wellness International
Ja – und was hat das jetzt mit der Erholung in der Schweiz zu tun? Ist denn die Schweiz nicht ein Synonym für Qualitätsversprechen? Das ist sie sicherlich. Ein wenig schwieriger verhält es sich da schon mit dem Mode-Begriff „Wellness“, der zu einem guten Verkaufs- und Marketingargument avanciert ist. Bisweilen gewinnt man den Eindruck, dass jedes Pension mit einer stickigen Zweimann-Sauna, jedes gesichtslose City-Hotel mit einem Glas Orangensaft auf dem phantasielosen Frühstücksbuffet und jedes Stadtbad, das Senioren-Gymnastik in einem überhitzten Planschbecken anbietet, schon Wellness macht.
Während einige hochwertigen Wellness-Angebote inzwischen lieber den im Angelsächsischen verbreiteten Begriff „Spa“ bevorzugen, geht die Schweizer Tourismus-Initiative einen anderen Weg. Erholung mit Gütesiegel, "Alpine Wellness International", heißt ab 2004 das länderübergreifende Motto.
Denn, was gibt es Schöneres, als nach einem abwechslungsreichen Tag im Schnee oder Gebirge die Muskeln in der Sauna oder beim Baden zu entspannen? In der Schweiz können sich Gäste inmitten traumhafter Bergwelten auf brodelnde Schwefelquellen, prickelnden Thermenspass, ausgesuchte Therapieangebote und professionelle Betreuung freuen. Bei diesem Angebot verwundert es nicht, dass der Wellness-Tourismus nicht nur in der Schweiz, sondern im gesamten Alpenraum immer grössere Bedeutung erlangt.
Aus diesem Grunde geht ab Frühling 2004 die länderübergreifende Kooperation "Alpine Wellness International" mit den 4 Partnern Südtirol Marketing, Bayern Tourismus, Verein Alpine Wellness Österreich und Schweiz Tourismus an den Start. Innerhalb von fünf Jahren will die Kooperation zu den international führenden Top-Marken im Gesundheits- und Wellnesstourismus gehören. Unter einem Dach sollen künftig die besten alpenweiten Angebote gebündelt und Marketingstrategien koordiniert werden.
Um den natürlichen Luxus der einmaligen Schweizer Bergwelt mit allen Sinnen zu geniessen, laden die Eidgenossen derzeit in 57 ausgewiesene Wellness-Hotels, 50 Kurhäuser und 9 Heilbäder zur Erholung ein. Die neue Broschüre "Wellness, Kuren und Heilbaden." von Schweiz Tourismus stellt dabei auf 100 Seiten die ausgezeichneten Qualitätsbetriebe und Wellness-Ferienorte vor.
Wann darf sich ein Wellness-Hotel überhaupt als solches bezeichnen?
Reichen Ergometer oder Vollwertmenüs auf der Speisekarte aus, um als Wellness-Betrieb zu gelten. Sicher nicht - wie auch die Marketing-Gruppe "Wellfeeling" bestätigt. Die Schweizer Wellness-Anbieter unterliegen klar definierten Qualitätskriterien und -kontrollen. Mindestanforderung ist unter anderem die Auszeichnung mit dem blauen Q der Stufe 1, ein Qualitätsgütesiegel das von offiziellen Gremien des Schweizer Tourismus verliehen wird. Daneben müssen die Wellnessanlagen täglich mindestens 10 Stunden geöffnet sein, zur kostenlosen Benutzung offen stehen und die professionelle Betreuung und Beratung durch entsprechend geschultes Personal gewährleistet sein. Nur wer diesen und weiteren Kriterien entspricht sowie einer entsprechenden Aufnahmeprüfung standhält, darf sich mit dem Titel "Wellness-Hotel" schmücken.
Darüber hinaus entwickelt "Alpine Wellness International" derzeit spezifische Wellness-Kriterien, die neben den nationalen Wellness-Basiskriterien gelten sollen. Ausserdem können sich Betriebe auf die Schwerpunkte "Alpines Verwöhnen", "Alpine Fitness" und/oder "Alpine Gesundheit" qualifizieren. Das Ziel ist es, dass Ende 2004 bereits rund 100 Top-Betriebe lizenziert sind. Wichtig ist den Verantwortlichen von Alpine Wellness International dabei, dass überzeugende alpine Spitzenbetriebe die exklusive Marke tragen und das Vertrauen der Gäste in jedem Detail gerechtfertigt ist.
Dieser Philosophie von Erholung mit Qualität haben sich in der Schweiz aber nicht nur Hotels, sondern sogar ganze Ferienregionen verschrieben. So gilt das Appenzellerland als Geburtsstätte des Wohlfühlens. Schon vor einem Jahrhundert erholten sich Gäste an den tosenden Wasserfällen oder in den Molkebädern. Adelboden erfrischt dagegen mit mildem Reizklima und reinem Quellwasser. Grosser Beliebtheit erfreut sich auch Engadin/Scuol mit seinen sprudelnden Mineralquellen. Den grössten Wellnessort der Schweiz finden Gäste in Leukerbad. 3,9 Mio Liter Wasser sprudeln täglich aus den Quellen in insgesamt 22 Bäder.
Links:
Wer schon immer einmal wissen wollte, wie das mit den Hotelsternen ist ... www.hotelsterne.de
Informationen zum Biosiegel ... www.biosiegel.de

