WELLNESS - RATGEBER
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Ratgeber: Wellness-Angebote vor der Buchung kritisch prüfen
Wer sich und seiner Gesundheit in der Freizeit Gutes tut, liegt voll im Trend. Wellness-Angebote für den Feierabend, ein Wochenende oder für den Urlaub sprießen seit ein paar Jahren wie Pilze aus dem Boden. Dr. Hannah Friege von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt: "Nicht alles, was das Etikett 'Wellness' trägt, hält auch, was es verspricht." Schon manch einer ist nach einem kostspieligen Wellness-Wochenende enttäuscht nach Hause gefahren.
Wer negative Erlebnisse vermeiden will, muss sich auf dem großen Markt durch die Wellness-Angebote kämpfen. Gar nicht so einfach, schließlich haben die meisten nur eine vage Vorstellung davon, was sich hinter dem Begriff "Wellness" überhaupt verbirgt. "Es geht um die eigene Gesundheit, um die man sich aktiv und selbstverantwortlich bemüht", definiert Hannah Friege. Ziel von Wellness ist es, eine Balance von Körper, Geist und Seele zu erreichen, und sich dann wohl und gesund zu fühlen. Zu den Bausteinen von Wellness-Angeboten gehören Bewegung und gesunde Ernährung sowie Entspannung und Stressbewältigung. Darüber hinaus werden oft auch Faktoren wie Freundschaft und soziale Beziehungen, sinnvolle Arbeit oder Umweltbewusstsein angeführt.
Auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten
"Der ganzheitliche Ansatz ist es auch, der die Qualität eines Wellness-Angebotes ausmacht", erläutert Friege. Es geht nicht nur um Schönheit, Körperpflege und Abspecken. Deshalb muss das Programm für jeden einzelnen individuell zugeschnitten sein. Diplom-Psychologin Karin Schreiner-Kürten vom AOK-Bundesverband betont: "Die Wege, das Wellness-Ziel zu erreichen, können für verschiedene Menschen so unterschiedlich wie Tag und Nacht sein. Die einen brauchen mehr Bewegung, vielleicht durch Radfahren oder Wandern, die anderen sollten eher lernen zu entspannen, etwa mit Autogenem Training, Yoga oder Tai Chi."
Deshalb sollte bei einem qualitativ hochwertigen Wellness-Angebot die Analyse der persönlichen Situation an erster Stelle stehen. Dazu gehört selbstverständlich eine genaue Information über das angebotene Programm und die vorhandenen Einrichtungen. "Nutzen, Umfang, Dauer und Preis der Anwendungen müssen ausführlich und nachvollziehbar erklärt werden", fordert Verbraucherschützerin Friege und rät, auch mal hartnäckig nachzufragen. Ebenso wichtig ist es, sich über die qualifizierte Ausbildung der Mitarbeiter im Wellness-Bereich zu erkundigen.
Wer ein Wellness-Angebot buchen will, sollte vorab das Preis-Leistungs-Verhältnis zu prüfen. Oft lohnt sich ein Pauschalpreis nicht, wenn mit ihm viel Luxusausstattung bezahlt wird, die mit dem eigentlichen Wellness-Angebot nichts zu tun hat. Und wem nützt am Wellness-Wochenende ein landschaftlich reizvoll gelegenes teures Hotel, wenn die Wellness-Qualität zu wünschen übrig lässt?
"Wohlbefinden" in den Alltag mitnehmen
Sinnvoll sind Wellness-Aktivitäten nur, wenn man im Anschluss an die bewusste "Auszeit" auch ein Stück "Wohlbefinden" mit in den Alltag nehmen kann. Auch hier zeigt sich die Qualität des Angebots. Wer leicht umsetzbare Tipps zu Ernährung, Bewegung und Entspannung auch zu Hause befolgt, profitiert von der nachhaltigen Wirkung einer Wellness-orientierten Lebensumstellung.
Hilfen bei der Suche nach guten Angeboten bieten mittlerweile nicht mehr nur die Verbraucherzentralen. Für den Deutschen Wellnessverband testen Experten anhand eines Kriterienkatalogs die Angebote und vergeben ein Gütesiegel. Und auch der Deutsche Heilbäderverband hat zehn Qualitätskriterien aufgestellt und verleiht sein Gütesiegel nur Wellness-Angeboten in Kurorten, die alle geforderten Kriterien erfüllen.
Text: AOK (Dezember 2005)
Mehr Informationen zum Thema gibt es im Internet
www.aok.de (linke Navigationsleiste: "Fitness und Wellness"),
www.verbraucherzentrale-nrw.de (Suchbegriff "Wellness"),
www.wellnessverband.de und
www.deutscher-heilbaederverband.de
