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Weimar – Zentrum der deutschen Klassik
"Die Museen – hier ist jedes Haus ein Museum oder ein Gedenkhaus – sind nur die Pavillons des großen Museums, das Weimar heißt."
Egon Erwin Kisch
Weimar liegt inmitten des Thüringer Beckens, im Tal der Ilm und am Fuß des Ettersbergs. Das Zentrum der deutschen Klassik hat heute circa 65.000 Einwohner. Touristen schätzen an Weimar, neben den historischen Sehenswürdigkeiten, die Möglichkeit zum Radfahren und Wandern. Der 124 Kilometer lange Ilmtal-Radwanderweg und die thüringischen Wanderwege sind gut zu erreichen.
Im Jahr 899 wurde Weimar erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadtgründung erfolgte aber erst Mitte des 13. Jahrhunderts. Zur Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Weimar wurde sie im Jahre 1547. Die klassische Periode begann mit Christoph Martin Wieland um das Jahr 1772. Er war der Erzieher von Herzogin Anna Amalias Sohn. Wieland lud Goethe an seinen Hof, wo der Dichter das Amt des leitenden Ministers übernahm. Nach Goethe zogen weitere Persönlichkeiten in die Stadt: Herder und Schiller, Luther und Lucas Cranach der Ältere. Alle zusammen wirkten nachhaltig auf die Stadt Weimar ein und machten sie zur Kulturstadt von besonderem Rang.
Sehenswert ist die Weimarer Altstadt, die unter Denkmalschutz steht. Ihre Bauwerke und Straßenzüge sind mit berühmten Namen der deutschen Geschichte verbunden und bieten damit dem Besucher einen eindrucksvollen Rundgang. Mittelpunkt der Altstadt ist die Herderkirche. Diese dreischiffige, spätgotische Basilika stammt aus dem späten 15. Jahrhundert. In ihr steht der Sarkophag Herders, der in dieser Kirche jahrelang predigte. Berühmt ist auch der Flügelaltar, der von Lucas Cranach dem Älteren begonnen und von Lucas Cranach dem Jungen vollendet wurde. Er zeigt die Kreuzigung Christi, sowie Luther und den Erbauer selbst.
Mehrere Bauwerke und Denkmäler erinnern an Goethe und Schiller. Sehenswert ist Goethes Gartenhaus, in dem er die ersten sechs Jahre seiner Weimarer Zeit verbrachte. Das Haus ist von einem schönen Park an der Ilm umgeben, der weitgehend nach seinen Plänen gestaltet wurde. Neben Goethe gehört natürlich auch Schiller zu Weimar. Das Schillerhaus ist historisch getreu eingerichtet. Hier lebte Schiller bis zu seinem Tod am 9.05.1805. Wie das benachbarte Schillermuseum, gewährt es Einblicke in das Leben und Werken des Schriftstellers. Vor dem Weimarer Nationaltheater erinnert das Goethe-Schiller-Denkmal an ihre langjährige Freundschaft. Im Theater selbst wird noch heute die Weimarer Theatertradition gepflegt. Goethe war viele Jahre Intendant des damaligen Komödienhauses.
Ein düsteres Kapitel der deutschen Geschichte hat ebenfalls Spuren in Weimar hinterlassen. Nur sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, wurde während des Naziregimes das Konzentrationslager Buchenwald auf dem Ettersberg gebaut. Von den etwa 250.000 Häftlingen starben dort mehr als 56.000.
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