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Der Harz - Wandern zwischen Brocken, Karst und Bergbaugeschichte

Die "Harz-Hexe" am Brocken (Harzer Hexenstieg). Fotos: Harzer Verkehrsverband e.V

Schon historische Persönlichkeiten wie Luther, Heine oder Goethe wussten die landschaftliche Schönheit des Harz zu schätzen - und bis heute hat das Wandern in Deutschlands nördlichstem Mittelgebirge nichts von seinem Reiz eingebüßt.

 

Die wichtigsten "Sehenswürdigkeiten" des Harz sind nach wie vor seine Naturlandschaften, die sich in unterschiedlichsten, aber stets ansehnlichen Gesichtern zeigen: sanfte Hügel prägen den Süd-Harz, schroffe Felsen und wildromantische Täler den Nord-Harz, zahlreiche Bergbauteiche und Stauseen den Ober-Harz.

 

Der höchste und bekannteste Berg im Harz ist der Brocken (1142 Meter), der in Nähe der niedersächsischen Grenze in Sachsen-Anhalt liegt. Wer den Brocken besteigt, wird bei optimalem Wetter mit einer Fernsicht von bis zu 100 Kilometern belohnt. Bekanntlich treffen sich auf dem Brocken auch seit Jahrhunderten die Hexen, um in der "Walpurgisnacht" mit dem Leibhaftigen zu tanzen.

Beliebte Wanderwege im Harz

Wegeschild am Brocken.

Die bekannteste regionale Wanderroute ist der "Harzer Hexenstieg" (von Osterode über den Brocken nach Thale).

 

Der duchgehend markierte Hauptwanderweg durchquert den Harz von Osten nach Westen mit einer Gesamtlänge von 97 Kilometern. Wanderer können somit die Vielfalt des Mitttelgebirges auf einer Strecke kennenlernen: Lichte Mischwälder und dichte Nadelwälder, bunte Bergwiesen und steil aufragende Klippen, leise Bäche und majestätische Talsperren. Auch durch die beiden Nationalparks "Harz" und "Hochharz" führt die Route. Seit neuerem gibt es eine Brockenumgehung als Weg-Variante.

 

Neben herrlicher Natur bieten der Hexenstieg und die umliegenden Gebiete zahlreiche kulturelle Sehenswürdigkeiten. Interessante Ziele sind unter anderem das Oberharzer Bergwerksmuseum (Clausthal-Zellerfeld), die kleinste Holzkirche Deutschlands in Elend, das Schaubergwerk Büchenberg (Elbingerode), die Rübeländer Tropfsteinhöhlen (Elbingerode) sowie der "Hexentanzplatz" in Thale.

 

Ein weiteres Wanderhighlight ist der Karstwanderweg am Südrand des Harzes, der sich gleichermaßen als touristischer Wanderweg und geowissenschaftlicher Lehrpfad präsentiert. Der Wanderer durchquert eine im Laufe von Jahrtausenden entstandene Landschaft voller Höhlen, Erdfälle, Bachschwinden und Karstquellen. Über 200 Erläuterungstafeln entlang des Weges bieten Informationen zur Entstehung dieses einzigartigen Gips-Karstgebietes.

 

Für Geschichtsinteressierte schließlich ist der "Weg der deutschen Kaiser und Könige des Mittelalters" interessant. Der Weg berührt vor allem geschichtsträchtige Stätten des frühen Mittelalters, als der Harz eine dominierende Rolle in der Reichspolitik spielte.

Wandern auf den Spuren des Harzer Bergbaus

Der Harzer Bergbau.

Ein weiteres großes Wander-Thema im Harz lautet "Bergwerksgeschichte".

Noch immer trifft man beim Wandern im Harz auf zahlreiche direkte oder indirekte Zeugnisse des jahrhundertelang blühenden Gewerbes, das durch die sächsischen Kaiser im 10. Jahrhundert angetrieben wurde.

So spiegelt die Harzer Städtekultur mit ihren prachtvollen Fachwerkbauten bis heute den Wohlstand während der Blütezeit des Gewerbes wider. Sogar die Natur erhielt eine nachhaltige Prägung durch den Bergbau: Die Harzer Fichtenwälder und viele Bergseen wurden von Bergleuten angelegt. Zudem gibt es im Harz zahlreiche Bergwerks- und Hüttenmuseen, die auf Besucher warten.

Erst 1992 wurde übrigens die letzte Grube im Harz, die Grube "Hilfe Gottes" in Bad Grund, geschlossen.

Wanderer können vor allem auf dem "Montangeschichtlichen Wanderweg“, der viele mit den Bergbau in Zusammenhang stehende Orte verbindet, einiges über die Harzer Bergbaugeschichte erfahren.


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