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Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben investiert in Navigationssystem
Die gute alte Sommerfrische kommt offenbar wieder in Mode. "Genusswandern wird in diesem Jahr der Renner", prophezeit Bernhard Joachim, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Allgäu/Bayerisch-Schwaben. In den nächsten zwei Jahren investiert das Allgäu über 700.000 Euro in den Ausbau des Wegenetzes und einer satellitengesteuerten Wanderer-Navigation.
Dasigitale Vermessen gilt als europaweit einmaliges Modellprojekt. In Zukunft können sich Wanderer und Radfahrer per Satellit und Navigationsgerät durch die Landschaft lotsen lassen. Der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser verspricht sich von dem Projekt, das bis in den Landkreis Lindau und in die österreichische Nachbarschaft ausgedehnt werden soll, eine Vorreiterrolle im Wettbewerb mit anderen Wanderregionen im Alpenraum. Bis 2006 sollen alle Wege, die sich allein im Oberallgäu auf 4500 Kilometer erstrecken, einheitlich neu beschildert werden.
Hightech-Offensive gestartet
Die damit verbundene Hightech-Offensive hat in Bad Hindelang bereits begonnen. Dort wurden alle Mountainbike-Strecken mit Satellitentechnik vermessen. Bis zum Hochsommer will Kurdirektor Max Hillmeier in seinem Büro GPS-Geräte zum Verleih bereit halten. Urlauber können sich dann vor Ort am Computer oder bereits daheim im Internet eine Tour aussuchen und auf das Navigationsgerät laden lassen. Das Display zeigt Kreuzungen und Weggabelungen auf den Meter genau an. Bis 2006 soll dieses System auf das gesamte Wanderwegenetz im Oberallgäu und in angrenzenden Regionen ausgedehnt sein. "Wandern ist ein Mega-Markt. Von den idealen Voraussetzungen im Allgäu haben wir bisher zu wenig profitiert", meint Hillmeier.
Beim "Genusswandern" werden Urlauber aber auch in Zukunft ohne Satellitennavigation auskommen. Sie sollen sich von Nase und Gaumen leiten lassen, zum Beispiel bei einer "Käse-Rallye" von Alphütte zu Alphütte. Auch die vielen regionalen Brauereien im Allgäu sollen zur Attraktion von Etappenzielen beitragen.
GPS lotst auch zu Raststätten
Das entspannte Wandern ohne jeden Zeitdruck können Urlauber in Bad Hindelang auf die Spitze treiben. Der "langsamste Wanderweg der Welt" führt auf elf Kilometern Länge an elf Gasthöfen und Hütten vorbei. "Im Schnitt braucht man elf Stunden", schmunzelt Kurdirektor Hillmeier, denn das schönste an diesem Weg seien die Pausen. An der achten Station zum Beispiel, einem noblen Sterne-Hotel, wird den "Genusswanderern" sogar Schneckensuppe serviert.
Text: dpa
Der Tourismusverband Allgäu/Bayerisch Schwaben:

