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Volterra - Urlaub in der alten Heimat der Etrusker

Die Porta a Selci und die Medicifestung, heute ein Hochsicherheitsgefängnis. Fotos: Robert Himmrich

Die Porta a Selci und die Medicifestung, heute ein Hochsicherheitsgefängnis. Fotos: Robert Himmrich

Entstanden auf einem Hügelrücken des Pliozän (vor circa zwei Millionen Jahren), eingebettet zwischen den Flüssen Era und Cecina, umringt von einem etruskischen und einem mittelalterlichen Mauergürtel, ist Volterra eines der wichtigsten Zentren der Toskana. Die Bedeutung der Stadt beruht nicht nur auf den Zeugnissen vergangener Kulturen, die im Laufe von 3000 Jahren aufeinander gefolgt sind, sondern auch auf der Verarbeitung des Alabasters. Die Stadt vermittelt einen überwiegend mittelalterlichen Eindruck, hat jedoch viele Funde aus der etruskischen Periode bewahrt, wie die Porta dell´Arco, die Akropolis und der noch in einigen Teilen der Stadt sichtbare Mauerring. Die römische Anwesenheit in Volterra wird durch bedeutende Reste des Teatro di Vallebona (Amphitheater) aus der Zeit des Kaisers Augustus und durch Thermalbäder belegt.

 

Einen Stadtgang sollte man an der Porta a Selci im Süden beginnen. Hier befindet sich sich die riesenhafte Fortezza Medicea , die Lorenzo der Prächtige 1472 bis 1475 bauen ließ. Seit 1880 ist sie eine der am strengsten bewachten Strafvollzugsanstalten des Landes. Hinter dem Stadttor beginnt die Via Don Minzoni. Hier steht das berühmte Museo Etrusco Guarnacci , das allein über 600 Deckel etruskischer und römischer Graburnen besitzt. Thematisch übersichtlich geordnet sind auch Schmuckgegenstände, Spiegel und Vasen. Durch sein etruskisch-römisches Erbe ist das Museum eines der wichtigsten in Italiens. Der Via Gramsci folgend, zweigt der Rundgang nach rechts Richtung Porta Fiorentina ab. Kurz vor dem Tor biegt man in die Via Panoramica ein, die links an der Stadtmauer entlangführt: Hier hat man einen Blick auf das Römische Amphitheater.

Via dei Mandorli

Volterra ist berühmt wegen seiner etruskischen Vergangenheit und der Alabasterkunst. Foto: CT Volterra

Volterra ist berühmt wegen seiner etruskischen Vergangenheit und der Alabasterkunst. Foto: CT Volterra

Die Gasse steigt steil an und bietet so eine schöne Aussicht auf die Volterraner Hügellandschaft. Folgt man diesem Weg, gelangt man ins Zentrum: In der Via dei Mandorli ist eine der besten Alabasterwerkstätten zu besichtigen. Über die Via Ricciarelli nach links gelangt man zur Piazza dei Priori, dem Herzen der mittelalterlichen Stadt. Kompakt und doch großzügig, der Platz der weltlichen Macht (auf der Rückseite, am Domplatz, konzentriert sich die geistliche Macht). Der Palazzo dei Priori war von Anfang an (1208) fast so geplant, wie er sich heute präsentiert, und ist damit das älteste noch erhaltene Rathaus der Toscana. Der Palazzo del Pretorio oder dei Podesti oder del Popolo, wie er auch genannt wird, steht mit seiner dreigeteilten Loggia gegenüber. Er entstand aus mehreren privaten Palästen und Wohntürmen aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Der eingebaute Turm trägt oben das Porcellino (Schweinchen), eine Art Wahrzeichen Volterras.

Palazzo Incontri

Wunderbar restauriert zeigt sich der Palazzo Incontri . Am Campanile des Domes vorbei erreicht man den Domplatz, den das Oktogonal des Baptisteriums schmückt. Lange war Volterra Bischofssitz, was man dem Dom Santa Maria Assunta nach langjährigen Restaurierungsarbeiten wieder ansieht. Die dreischiffige Basilika stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde mehrfach umgebaut. Fast erdrückend wirkt die schwere Kassettendecke des Hauptschiffes und wenig passend die stuckierten Kapitelle der Granit vortäuschenden Säulen. Sehr schön ausgearbeitet ist dagegen die rechteckige Kanzel, die von vier Fabelwesen getragen wird - zwei Löwen, einem Kalb und einem Kalb mit menschlichem Kopf.

Baptisterium

Hinter dem Baptisterium führt eine schmale Gasse abwärts zur Via Porta dell´Arco und zum Arco Etrusco, dem etruskischen Stadttor, das in die römischen Mauern eingebaut wurde. Die drei verwitterten Köpfe am äußeren Bogen könnten Zeus und die beiden Dioskuren zeigen - bewiesen ist es nicht. Jedenfalls werden sie häufig als das Sinnbild Volterras abgelichtet. Im zweiten Weltkrieg wurde das Tor, um die drohende Sprengung durch die deutschen Truppen wegen der nahenden Alliierten abzuwehren, von den Volterranern in kürzester Zeit völlig zugemauert. Steigt man nun wieder die Via Porta dell´Arco hinauf ins Zentrum zurück, zwischen hohen Häusern mit Alabasterwerkstätten im Erdgeschoss, sollte man auf das Steinpflaster achten: Es ist voller versteinerter Muscheln.


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