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Villgraten im Hochpustertal - Urlaub bei Murmeltier und Adler im Osttiroler Hochpustertal
Die Osttiroler Region Villgraten im Hochpustertal ist Kulisse für Naturschauspiele und Heimatfilme. Kleine Ortschaften, saftige Almen, mächtige Berggipfel und wasserreiche Täler prägen die Urlaubsregion Villgraten.
Hofensemble im Winkeltal
Im Winkeltal schmiegt sich der Wurzerhof an die Hänge. Familie Leiter bewahrte das auf 1400 Meter Seehöhe gelegene, 300 Jahre alte Anwesen vor dem Verfall. Das in Tirol einmalige Ensemble umfasst Wohnhaus, Getreidemühle, Schmiede, Waschküche, Räucherkammer, Sägewerk, Backstube und Hauskapelle. Die Kapelle ist der Heiligen Katharina geweiht und begehrt für Trauungen im kleinen Kreis.
Ein Gebirgsbach treibt das Wasserrad der Getreidemühle an. Regelmäßig setzt der Wurzer Sepp dort seinen Mahlstein in Gang und demonstriert den Besuchern die Produktion von Mehl. Die Kinder der Feriengäste tollen mit den frei laufenden Hühnern und Kaninchen.
Frische Buttermilch und Gerstlsuppe
Namensgeber des Winkeltals ist der Winkelbach. Eine holprige Piste folgt dem Flüsschen bis zu seiner Quelle im Talinnern, vorbei an einsamen Almhöfen und Mütterchen, die Rinder hüten. Die Strecke ist eher für Mountainbiker und Wanderer als für Autofahrer geschaffen. Wer seinen Stoßdämpfern vertraut, kann sich dennoch bis zur Volkzeimer Hütte vorwagen.
Die in 1884 Meter Höhe gelegene Jausenstation offeriert neben einfachen Quartieren frische Buttermilch und Gerstlsuppe, einer Spezialität aus Gerste, Speck und Gemüse. Von der Volkzeimer Hütte zweigen Wander- und Klettersteige ab. Die westliche Wanderroute führt über das Degenhorn bis zur Oberstalleralm im Villgratental.
Historische Almhütten
Zwischen den Lärchenholzhäusern der Oberstalleralm lassen sich gerne die braun-weißen Fleckvieh-Damen zum Wiederkäuen nieder. Inmitten der 18 Almhütten steht ein weiß getünchtes Kapellchen. Die Oberstalleralm wirkt wie eine Filmkulisse, ihre Ursprünge gehen aber bis ins 17. Jahrhundert zurück. Ein Teil der Hütten wird als Feriendomizil vermietet. Luxus können die Urlauber dort nicht erwarten, dafür naturnahe Erholung. Eine ähnliche Augenweide ist die wenige Kilometer südlich gelegene Kamelisenalm.
Industriedenkmäler
Die Wasserkraft machten sich die Menschen im Villgratental früh zunutze. Davon zeugen Industriedenkmäler wie die Wegelate Säge. Das Venezianer Sägewerk wurde in den Neunzigern restauriert und geht seitdem regelmäßig in Schaubetrieb. Die Besucher erleben hautnah mit, wie Baumstämme von der Gattersäge in Bretter zerteilt werden. Nur wenige Schritte von der Sägemühle steht eine Walkmühle, in der einst Wolle zu Lodenstoff gestampft wurde.
Rund ums Schaf
Den Rohstoff für das Walken lieferten früher die Tiroler Steinschafe. Heute sind die behenden Alpenkletterer mit den Schlappohren wieder beliebte Nutztiere. Unternehmer wie Josef Schett aus Innervillgraten haben sich auf Schafprodukte spezialisiert. Schetts Firma „Villgrater Natur“ bietet alles von der Schurwollmatratze über Dämmstoffe, Schafskäse und Lammschinken bis hin zu Kuscheltieren, Hüttenschuhen und Kosmetika. Seine wuscheligen Schützlinge verbringen die meiste Zeit in schwindelerregenden Alpenhöhen. Manchmal stürze ein Schaf vom Felsen oder ein Lämmchen werde das Opfer einer Adlerattacke, gesteht Schett.
Murmelsalbe
Vor Adlern müssen sich auch die Murmeltiere in Acht nehmen. Und vor den Flinten der Jäger, die sie zwecks Bestandskontrolle abschießen. Kostbar ist der für den Winterschlaf angelegte Speckgürtel der Kräuter- und Grasfresser. Aus dem Fett gewinnen die Tiroler kortisonhaltiges Öl. Das Naturheilmittel soll Muskelverspannungen, Gelenkschmerzen und Hautprobleme lindern.
Mehr Informationen gibt es beim Tourismusverband Hochpustertal, Sillian 86,
A-9920 Sillian, Tel.: +43 (0)50 212300 , Webseite: www.hochpustertal.com.
Text: Berit Böhme




