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Der zweite Tag: Strampeln mit dem Rad über die Via Verde de Tajuna
Am Unterlauf des Tajuna, knapp 40 km südöstlich von Madrid, erwartet uns ein lieblich-grünes, fruchtbares Tal, das wir mit dem Velo erkunden wollen. Im Hotel und Museum Molino de Cantarranas in Tielmes besteigen wir die Stahlrösser und los geht’s zur Schnupper-Rundfahrt einer Teilstrecke, denn ausgeschildert sind 49 km “Via Verde“ und14 km stillgelegte Bahnstrecke.
Die gesamte Strecke ist für unsere geplante Halbtagestour zu lang, aber für eine Tagestour ist sie ein besonderes Erlebnis!
Eine Überraschung erwartet uns am Nachmittag in Pozuelo del Rey: Wir nehmen an einer Wein-Degustation der Enoteca Qubel teil, wo wir uns durch hochwertige, biologisch angebaute Weine der Region Madrid durchprobieren. Weitgehend als Weinregion unbekannt, bringen die Böden in Verbindung mit dem speziellen Klima wirklich exzellente Tropfen hervor!
Wir besichtigen noch die bekannte Käserei „Quesos de Campo Real“, wo wir in die Geheimnisse des Käsemachens eingeführt werden, bevor wir nach Aranjuez aufbrechen. Bei diesem Ortsnamen fallen uns spontan die Worte in Schillers „Don Carlos“ ein: „Die schönen Tage von Aranjuez sind vorbei…“ und so sind wir gespannt, was uns hier erwartet. Immerhin wurde Aranjuez zur Weltkulturlandschaft erklärt.
Wegen des milden Klimas flüchteten bereits im 15. Jhd. die katholischen Könige mit ihrem Hofstaat aus der Sommerhitze des Hochlandes an die Ufer des Tejo. Die königliche Sommerresidenz mit ihren prächtigen Parkanlagen machen aus Aranjuez einen erholsamen und entspannenden Stopp auf unserer Tour. Wir besichtigen zuerst den Palast, der im Barock erbaut wurde und lassen uns von den über 300 Räumen beeindrucken, die eine prächtige Ausstattung präsentieren.
Der anschließende Spaziergang durch die riesigen Parkanlagen mit den verschiedenen, verschnörkelten Springbrunnen belohnt uns in einer einmaligen Abendstimmung. Wir bummeln auf kleinen, verschlungenen Wegen am Tejo entlang und besichtigen kurz noch die barocke Stadtanlage mit ihren kunstvollen Gebäuden.
Bei Sonnenuntergang treffen wir im malerischen Chinchón ein, wo wir im staatlichen Parador Quartier nehmen. Sehenswert ist die Altstadt, die zu den schönsten Kastiliens zählt. Als Krönung des Tages nehmen wir ein Abendessen am Rande einer Stierkampfarena ein: Die große Plaza Mayor mit ihrem unregelmäßigen Grundriss, ringsum von Balkonhäusern gesäumt, wird mit einer dicken Schicht Sägemehl bedeckt und wird so einige Tage im Jahr als Arena verwendet.
Eine Tradition, die ein noch heute verehrter Torero 1923 begonnen hat. (Wir kennen den Platz aus der Verfilmung „In 80 Tagen um die Welt“ mit dem unvergessenen David Niven, denn hier wurden die Stierkampfszenen gedreht.)
Da wir rechtzeitig vorbestellt haben, können wir auf einem der 234 Holzbalkone, im „Restaurant La Balconada“, speisen. Einen Stierkampf gibt’s zwar nicht zu sehen, aber romantisch ist es schon, wenn in der anbrechenden Nacht die Mauersegler im Lichtschein aus den umliegenden Fenstern mit heiserem Piepsen über den Platz jagen.








