REISEBERICHTE AUS ALLER WELT - VESPATOUR IN ZENTRALSPANIEN
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Der vierte Tag der Vespatour - endlich Sonne
Am nächsten Tag schien bereits zum Frühstück die Sonne und so ging es für mich mit frischem Elan weiter. Wie gehabt leere Straßen und eine ruhige, meist angenehme und stellenweise auch grandiose Naturlandschaft. Erst fuhr ich durch ein langgestrecktes, waldreiches Tal mit einem kleinen Bach im Talgrund, aber dann führte der Weg wieder in die Berge. Da ein kalter Wind wehte, war es fast noch frischer als am Vortag, aber jeder Pass ist einmal überwunden und so ging es flott bis Riaza, einem etwas größeren Ort.
Nach einem Spaziergang durch den Ort, machte ich einen Abstecher zur Ermita de Hontanares, von wo aus ich eine tolle Aussicht über die Region hatte. Anschließend standen die Pueblos Rojos, die roten Dörfer der Provinz Segovia auf dem Programm.
Die Dörfer sind einheitlich rot, alle Häuser sind aus Ziegeln, die einen speziellen, roten Ton aufweisen, gebrannt. Diese roten Dörfer fügen sich für das menschliche Auge ungewöhnlich angenehm in die Landschaft ein.
Da es inzwischen Mittag war und die Temperaturen hier außerhalb der Berge angenehm waren, legte ich mich zwischen Villacorta und Madriguera sogar für eine halbe Stunde auf eine Wiese in die Sonne, aber danach ging es rasch weiter. Nach einem Tankstopp in Riaza fuhr ich gen Westen, erst ein Stück auf der N-110 und dann auf die SG911, einer Straße mit wenig Verkehr. Nach wenigen hundert Metern erblickte ich knapp 150 Meter vor mir ein Tier, das die Straße überqueren wollte.
Zuerst vermutete ich einen Hund, aber beim Näherkommen sah ich einen langen buschigen Schwanz und ein rotes Fell, also ein echter Fuchs. Viel Eile hatte der Fuchs nicht, schließlich war er aber doch verschwunden. Etwas später fotografierte ich einen Rotmilan und die Landschaft mit ihren Wäldern, Feldern, Wiesen und Bächen verbarg sicherlich die eine oder andere botanische oder zoologische Überraschung.
Recht gemütlich ging die Tour bis nach Sepúlveda, einer Stadt, die von der tiefen Schlucht des Rio Duratón gut geschützt, auf einigen Hügeln erbaut wurde. Müde suchte ich meine Unterkunft, die Posada de San Millán ein kleines Palacio, welche hinter dicken Mauern und einer starken Tür versteckt lag.
Nach einer Ruhepause, es war inzwischen 18 Uhr geworden, zog ich zu Fuß los, erst zur romanischen Kirche oberhalb der Altstadt, dann runter bis zum Fluss. Hier animierte mich ein Fußweg zu einem gemütlichen Spaziergang durch den Canyon zurück nach Sepúlveda. Aus dem Weg wurde ein recht schmaler Trampelpfad, das Fehlen von jeglichem Abfall rechts und links des Pfades ließ den Schluss zu, das er wenig begangen wird, was mir angenehm auffiel. Die Schlucht wand sich quasi in alle Himmelsrichtungen, ich hatte fast den Eindruck allein auf der Welt zu sein. Es schien keine Sonne mehr in den Canyon, so wurde es recht finster und auch deutlich kühler.
Da der Canyon zum Nationalpark Parque Natural de las Hoces del Duratón gehört, dachte ich an die Wildschweine, die es hier geben soll. Eine aggressive Bache mit ihren Jungen oder einem Eber war das Letzte, was ich sehen wollte. Aber meist kreisten nur die Geier weit über mir oder Krähen und Singvögel flogen aufgeschreckt von dannen, sobald ich mich ihnen näherte. Plötzlich links von mir ein lautes Krachen im Unterholz, zu laut für einen Vogel..., aber es war nur eine Hirschkuh, die mit weiten Sprüngen in einen Seitencanyon flüchte.
Schließlich, nach zwei Stunden Marsch, erblickte ich dann eine Brücke, eine sehr schmale Hängebrücke. Naja, dachte ich, ob die wohl hält? Aber ich musste schließlich über den Fluss, die Brücke sah neu aus und so tastete ich mich vorsichtig rechts und links, mich gut festhaltend, hinüber. Ein kaum sehbarer Trampelpfad führte nach rechts und nach kaum einhundert Metern schließlich bergauf bis in die Stadt. Das letzte Abendessen der Tour nahm ich im Restaurant Puerta Spúlveda ein, mit leckerem Ziegenkäse, Entrecote und als Dessert einen Hierbas (Kräuterschnaps).
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