REISEBERICHTE AUS ALLER WELT - VESPATOUR IN ZENTRALSPANIEN
Suchen und buchen - Aktuelle Angebote Zentralspanien
Der dritte Tag: Abenteuer im Gebirge
Nach dem Frühstück verstaute ich mein Gepäck auf der Vespa, setzte meinen Helm auf und fuhr los. Das Wetter verhieß nichts Gutes. Es blies ein recht kühler Wind, obwohl es bereits Juni war, und es sah schwer nach Regen aus, es blieb aber während meiner Fahrt weitgehend trocken, erst nach meiner Ankunft im nächsten Etappenhotel regnete es eine Weile heftig. Ich fuhr durch Kiefernwälder immer bergauf und da ich warm angezogen war, machte das Vespafahren auch schnell wieder viel Spaß.
Nach gut vierzig Minuten hatte ich die erste Paßhöhe auf 1.700 Metern erreicht und die Straße ging bergab nach Lozoya, einer kleinen Stadt direkt am Seeufer gelegen. Die ganze Fahrt kamen mir nur zwei Autos entgegen, also ungestörtes Fahrvergnügen. Hinter Lozoya verpasste ich die Abfahrt nach Gargantilla del Lozoya und fuhr einen Kilometer Richtung Madrid bis ich den Irrtum merkte und wendete.
In Buitrago del Lozoya tankte ich und machte eine längere Pause, um mir die interessante Burganlage des Ortes anzuschauen und mal wieder einen Kaffee zu trinken.
Bald ging es weiter. Der Wind wurde stärker, so fuhr ich vorsichtshalber langsamer, die Vegetation wurde spärlicher und die Straße kurvenreich und steiler. Auf der Passhöhe Pto de la Hiruela machte ich eine kurze Rast, genoß die Aussicht und aß etwas Baguette und ein Stück Wurst. Danach wurde die Straße deutlich schlechter, es galt Schlaglöchern auszuweichen oder rillenreiche Betonstraßen durchgerüttelt zu ertragen. Inzwischen war ich trotz meiner fünf-Schichten-Bekleidung recht durchgefroren und zudem fing es an zu tröpfeln. Der Weg zog sich und stellenweise fragte ich mich, ob ich noch auf dem richtigen Weg war, aber ich kam doch meinem Ziel näher und näher.
Schließlich war ich in Campillo de Ranas, auf das Kartenmaterial war dann doch Verlass. Unterkunft bezog ich im Casa del Sol einem kleinen Hotel. Das Zimmer war schnuckelig eingerichtet, der Ort sehr ruhig. Da der Regen inzwischen aufgehört hatte und sogar die Sonne zu erahnen war, machte ich einen Spaziergang durch den Ort. Die Häuser waren durchgehend aus Natursteinen errichtet, mit bunten Gärten davor. Auch ein Restaurant und einige Bars waren zu finden. Insgesamt machte der Ort einen recht wohlhabenden, ruhigen und sehr sympatischen Eindruck, selbst die Hunde waren sehr friedlich. Nach einem leckeren Abendessen, zwei Flaschen Bier und einem hausgemachten Himbeersorbet als Krönung, war der Tag für mich vorbei.







