REISEBERICHTE AUS ALLER WELT - VESPATOUR IN ZENTRALSPANIEN
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Eselin mit Namen Manchega, zwei Pässe und ein nettes Hotel
Am nächsten Tag stand eine Rundtour auf dem Programm, aber vorher wollte ich noch sehen, wie eine englische Mutter mit ihrer Tochter zu einer Eselswanderung startete. Der Esel, besser gesagt eine Eselin mit Namen Manchega, wurde von dem Besitzer zum Hotel gebracht und Herr Bartolomé erklärte ausführlich, was es mit Zaumzeug, Sattel, Gepäcktaschen und Futter auf sich hat.
Manchega ließ alles mit sich geschehen und machte einen sehr friedfertigen Eindruck. Als allerdings ein Bauer zufällig seine Kühe vorbeitrieb, da war es aus mit lustig. Manchega gab das allseits bekannte Eselsgeschrei zum Besten, was wiederum den Kühen nicht gefiel, sie setzten sich in Trab und im Nullkommanichts waren sie vorbeigaloppiert. Dann war wieder Ruhe. Schließlich starteten Mutter und Tochter ihre Eselswanderung, die reiterfahrene Tochter gleich obendrauf und auch ich setzte mich in Bewegung.
Pedraza, Rebollo, Muneveros und Turégano
Zuerst ging es an Pedraza, La Velilla und La Matilla vorbei bis S. Pedro de Gaillos. Es war wieder kaum Verkehr, die einsame, bäuerliche Kulturlandschaft zog an mir vorbei, zwischendurch wurde immer mal wieder ein Raubvorgel aufgeschreckt und einmal zog es einige Geier zu einem Punkt westlich des Weges: Da war wohl Futter zu erwarten.
Das Vespafahren machte immer mehr Spaß, ohne Stress zog die 125er ruhig vor sich hin. Bei Rebollo kam ich vom geplanten Weg ab und landete viel weiter westlich schließlich in Muneveros. Wo ich dann, etwas durchgefroren, eine kleine Rast auf dem Dorfplatz vor der Kirche einlegte. Die Sonntagsmesse war zu Ende. Sich lebhaft unterhaltend gingen die Menschen langsam in kleinen Gruppen nach Hause. Ich aber düste wieder ab, tankte in Turégano, einer netten Kleinstadt an der CL-603, besichtigte die Burg und genehmigte mir einen Café con Leche.
Segovia - Kathedrale, römisches Aquädukt und viele Touristen
Da die Tapas so interessant aussahen, bestellte ich mir erst eine Portion Schweineöhrchen, dann kross gebratene Speckschwarte und später etwas Wurst mit Paprika. Der Wirt interessierte sich für meine Kamera, ich gab sie ihm, was wiederum einen alten Herren interessierte, der daraufhin ein älteres Modell meiner Canon präsentierte. Nach einer Weile zog ich es mich dann doch weiter, schließlich wollte ich noch nach Segovia.
In Segovia besichtigte ich das römische Aquädukt, für das sich bereits andere Touristen aus aller Herren Ländern interessierten, und schlenderte durch die Altstadt bis zur Kathedrale. Da es Sonntag war, waren die Geschäfte geschlossen, ich trank noch irgendwo einen Kaffee, irgendwie hatten mich die vielen Stunden Vespa fahren doch etwas geschlaucht. Leider machte mich der Kaffee auch nicht munterer und so beschloss ich zurück zum Hotel zu fahren, wo ich dann so gegen fünf Uhr ankam.
In Navafria schlendert ich vor dem Abendessen noch durch den Ort, aber da es weiterhin frisch war und ich Appetit auf ein Bier hatte, ging ich in die nächste Bar, bestellte mir eine Cerveza und schaute mir im Fernsehen einige Stierkämpfe an.
(Irgendwie verglich ich das Machogehabe des Torreros und des Stieres. Die Stiere gehorchten nur ihren Hormonen und Instinkten, die, voller Wut und Adrenalin, nach meinem Dafürhalten kaum etwas von ihrem Ende mitbekamen. Die Torreros nähern sich mit jedem Kampf ebenfalls ihrem Ende, so fern es vom jetzigen Standpunkt aus gesehen auch seine möge. Und so wie die Stiere den roten Tüchern hinterherjagen, jagen sie den Kämpfen und dem Ruhm hinterher, immer und immer wieder, unreflektiert den männlichen Reflexen folgend. Beide haben in der Blüte ihrer Jahre das beste Leben, das man sich vorstellen kann, nur die Torreros allerdings werden das eigene Verblühen bewusst und schmerzhaft miterleben. (Ich fragte mich, ob ich mir die Frage stellen darf, wer es besser hat.))
Der Hunger verjagt diese Gedanken. So zog es mich zum Abendessen zurück ins Hotel El Chorro, las noch etwas und der Tag war vorbei.
Weiter mit Vespatour Tag 3...








