URLAUB IN FRANKREICH - ILE DE FRANCE

Suchen und buchen - Aktuelle Angebote Paris und Umgebung 

Schloss Versailles

Der Park, Trianon und Le Hameau

Im Park von Versailles - Wasserspiel

Ein Wasserspiel des Parks ist der griechischen Göttin Latona geweiht. Fotos: Berit Böhme

Wer für Versailles wenig Zeit hat, sollte den Park dem Palast vorziehen. An den Frühjahrs- und Sommerwochenenden sind die Wasserspiele in Betrieb.

Aber selbst ohne die Fontänen und Kaskaden lohnt die Promenade über das rund 800 Hektar große Areal. Dabei sollten Besucher die Parkordnung respektieren, sonst ziehen sie sich in Windeseile den Rüffel der patrouillierenden Wächter zu.

Eine Verschnaufpause auf der Grünfläche wird ebenso geahndet wie das Befahren verbotener Wege mit dem Fahrrad.

Der Park von Versailles - ein Park der Superlative

Der Park ist das Ergebnis jahrzehntelanger Knochenarbeit. Tausende Arbeiter schufteten, um ab 1661 aus Wald- und Sumpfgebiet einen Park zu machen. Der Garten lag dem Sonnenkönig sehr am Herzen, er beauftragte André Le Nôtre mit dem Projekt.

 

Der griechische Gott Apollo erhebt sich mit seinen Pferden aus der Versailler Brunnenflut

Der griechische Gott Apollo erhebt sich mit seinen Pferden aus der Versailler Brunnenflut

Für den Bau karrten die Gärtner Pflanzen aus ganz Frankreich und tonnenweise Erde an. Noch heute ist es ein Park der Superlative: er umfasst 55 Wasserspiele, 600 Wasserflächen, fünf Grotten, 250.000 Bäume und etliche Statuen. Jedes Jahr pflanzen die Gärtner 210.000 Blumen.

 

Hinter dem Palast erstrecken sich über mehrere Kilometer die Barockgärten. Sie werden von zwei Hauptachsen dominiert. Die Ost-West-Achse führt bis zum Apollobrunnen und zum „Grand Canal“ (Großer Kanal), die Nord-Süd-Achse verbindet die Neptunbassins mit dem Schweizer See. Abstecher in die beiderseits der Ost-West-Achse abzweigenden Gärten lohnen sich, jeder hat seinen eigenen Zauber. Am Großen Kanal können Ruderboote gechartert werden, außerdem gibt es für Fußfaule ein paar Mietstationen für Fahrräder und Elektroautos.

Grand Trianon

Die Häuschen des Hameaus sind von Bauerngärten umgeben

Die Häuschen des Hameaus sind von Bauerngärten umgeben

Ab dem Grand Canal lockert sich die strenge Gartenarchitektur merklich auf. Östlich des Kanals erstrecken sich die „Domaine Marie Antoinette“ (Marie Antoines Landgut) und der Grand Trianon. Trianon war einst ein Dorf, das für die Expansionspläne Ludwigs XIV. weichen musste. Luis Le Vau baute dort 1670 das zartblaue „Trianon de Porcelaine“ (Porzellan-Trianon). 1687 ersetzte es der Architekt Jules Hardouin-Mansart durch den mit rosafarbenen Marmorsäulen verzierten „Grand Trianon“. Der Sonnenkönig machte es zu seinem „Landsitz“ und ließ dort auch ein Appartement für seine Mätresse und spätere heimliche Gattin Madame de Maintenon einrichten. Später nutzte wiederum Ludwig XV. das Haus als Liebesnest. Trianon wurde bis ins 19. Jahrhundert hinein umgestaltet. Heute zeigt es sich den Besuchern wieder in der Gestalt des 17. und 18. Jahrhunderts. Der Garten des Schlosses ist eine Oase der Ruhe und Blumendüfte.

Petit Trianon

Das „Kleine Trianon“ entstand 1761 bis 1768 auf Betreiben der Marquise de Pompadour nach Entwürfen der Architekten Ange-Jaques Gabriel. Ludwig XVI. schenkte das Schlößchen nach der Thronbesteigung seiner Frau Marie Antoinette. Die Königin nutzte das Anwesen als Zufluchtsstätte vor dem strengen Hofzeremoniell. Erhalten ist beispielsweise das Spielzimmer, in dem die Königin gerne Backgammon oder Billard gespielt haben soll. Petit Trianon bekam auf Marie Antoinettes Wunsch hin ein Theater, in dem sie selber Rollen übernahm.

Le Hameau

Bei Hofe floss der Wein in Strömen. Die Liebe zum Rebensaft spiegelt sich auch in den Statuen des Barockgartens

Bei Hofe floss der Wein in Strömen. Die Liebe zum Rebensaft spiegelt sich auch in den Statuen des Barockgartens

Vom Petit Trianon führt ein verwinkelter Weg zum Hameau (Weiler). Der Hameau ist eine Art Rokoko-Disneyland, 1785 entstanden Fachwerkhäuschen, Bauerngärten, Türmchen, eine Wassermühle und ein See. Die Königin und ihr Hofstaat spielten eine verklärte Form des Landlebens nach. Hinter den bäuerlichen Fassaden verbargen sich komfortable, standesgemäße Inneneinrichtungen.

Service

Das „Ticket Marie-Antoinette“ berechtigt zum Besuch der Trianon-Schlösser und des Hameau und kostet in der Hochsaison 9 Euro, in der Nebensaison 5 Euro. Grand und Petit Trianon sind täglich von 12 bis 18.30 Uhr (Sommerhalbjahr) bzw. 17.30 Uhr (Winter) geöffnet. Der Zugang zum Park ist frei, sofern nicht die „Grandes Eaux Musicales“ laufen. Um die Kaskaden und Fontänen in Aktion zu sehen, müssen Erwachsene an den Parkkassen neun Euro berappen. Die Öffnungszeiten des Parks richten sich nach der Jahreszeit.

 

Versailles wird nach und nach restauriert. Durch die Bauarbeiten können Teile geschlossen sein. Nähere Informationen sind auf www.chateauversailles.fr zu finden.

 

Parkplätze am Schloss sind kostspielig, alternativ bietet sich die Anreise von Paris mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Züge fahren von den Bahnhöfen Montparnasse und Saint Lazare, außerdem halten die S-Bahn-Linie (RER) C und der Bus 171 (fährt ab Pont de Sèvres) in Versailles.

 

Text: Berit Böhme

 


ANZEIGE
ANZEIGE
 
© 2011 Travelimpulse GmbH    Sitemap | Impressum | AGBs der Urlaub-im-web.de |  AGBs unserer Reiseveranstalter