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Ein Rundgang durch die berühmteste Schlossanlage der Welt
Es gibt kein Bauwerk aus dem 17.Jahrhundert, das die Prachtentfaltung der absolutistischen Herrscher Frankreichs deutlicher macht als Schloss Versailles. Fast jeder hat von Ludwig dem Vierzehnten gehört, von seiner Macht, seinem Reichtum, aber auch von seinem, bis ins Kleinste geregelten, Tagesablauf. Der Mann musste nicht nur seine Geschäfte in aller Öffentlichkeit erledigen, hatte Macht über Leben und Tod und war von Speichelleckern umgeben. Merkwürdige Zeiten waren das, aber damals hielten die meisten Menschen das System für normal. Ob die Allgemeinheit in 350 Jahren ebenso über unser Leben heute sich verwundert, über die Umweltzerstörungen, die Kluft zwischen arm und reich...?
Solche und ähnliche Gedanken können einem bei einem Besuch im der Parkanlage von Schloss Versailles kommen, aber das hängt sicherlich auch davon ab, ob man alleine oder in Gesellschaft durch das Schloss schlendert. Wobei alleine in dem Zusammenhang meist allein in einem sehr gut besuchten Park bedeutet. Schließlich ist Schloss Versailles eines der bedeutendsten Besuchermagnete im Großraum Paris und dies nicht erst, seit es im Jahr 1979 Teil des Weltkulturerbes wurde.
Wie bei fast allen beliebten Sehenswürdigkeiten in aller Welt, lohnt es sich früh aufzustehen. Ab 8.00 Uhr morgens gelangt man in die Parkanlage. Der Eintritt in den Park ist übrigens kostenlos, hoffentlich bleibt dies auch so. Einheimische und Insider nehmen den Eingang am nordwestlichen Ende des Boulevard Saint-Antoine. Um dem größten Ansturm zu entgehen, sollte man zuerst zum etwas erhöht liegenden Palastgarten vor dem Schloss streben und von dort die Aussicht über den Park, mit dem großen Kanal und die weitläufige Gartenanlage, genießen. Wer die relative Einsamkeit mag, der wird sich, mit dem Rücken zum Schloss, nach links wenden und durch grüne „Wildniss“ in Richtung Allee de lÈte, Allee du Printemps und Allee d´Apollon wandern.
Auf der Allee d´Apollon sollte man sich rechts halten, um von dort zum Bassin d´Apollon zu gelengen, einem der bakanntesten Brunnen der Schlossanlage. Hier sieht man wies sich der griechische Gott Apollo mit seinen Pferden aus den Fluten erhebt.
Wer möchte, der kann sich auf dem benachbarten großen Kanal ein Ruderboot mieten und vom Wasser aus die Anlage und das auf einer Anhöhe vor einem liegende Schloss bewundern. Alternativ gibt es die Möglichkeit sich mit Kaffee und Croissant im Bistro „La Flotille“ zu stärken und von dort der Hauptachse, also am großen Kanal entlang zu spazieren. An dessen Ende liegt eine runde Wiese in dessem Mittelpunkt verschiedene Wege kreuzförmig zusammenlaufen. Einer der Wege, die Allee du Fontenay führt rechts zum Parc de l´Orangerie.
Nordöstlich der Orangerie liegt der Weiler der Königin (Hameau de la Reine). Hier erstreckt sich eine ganz andere Art von Anlage.
Die exakt symmetrisch angelegten Wege, Blumenbeete und Wäldchen weichen einem unsymetrischen Gewirr von verschlungenen Wegen. Dieser Teil des Parks von Versailles hat bewußt stark dörflichen Charakter und auch die Gebäude passen eher aufs Land und nicht in einen Schlosspark. Der Weiler der Königin wurde für französische Königin Marie Antoinette errichtet, die Gattin von Ludwig XVI.
Von hier sind es nur noch wenige Schritte zurück zum Seitenausgang am Boulevard Saint-Antoine.
Text: Hans-Joachim Franzen
Öffnungszeiten:
Das Schloss ist von 09:00-18:30 Uhr geöffnet, Montags geschlossen.
Der Trianon ist von 12:00 bis 18:30 Uhr geöffnet, der Park von 07:00 Uhr (im Winter 08:00 Uhr) bis zum Einbruch der Dunkelheit.
Die Autoeinfahrt in den Park ist von 08:00 bis 20:00 Uhr möglich
Telefon von Deutschland: 0033/130 83 7788 oder 7620
Internet www.chateauversailles.fr








