URLAUB IN BULGARIEN - VELIKO TARNOVO

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Veliko Tarnovo - die alte Hauptstadt Bulgariens

Veliko Tarnovo - Das Assenov Viertel

Das Assenov Viertel. Foto: reverbca. Lizenz: Creative Commons

Veliko Tarnovo ("Veliko" bedeutet "groß") ist eine der ältesten und ruhmreichsten Städte Bulgariens. Im Mittelalter hieß die Stadt zeitweise Tarnovgrad ("grad" bedeutet "Stadt"). Veliko Turnovo liegt im Herzen des Balkan-Gebirges (Stara Planina). Die Stadt ist 241 Kilometer nordöstlich von der Hauptstadt Sofia und 228 westlich von Varna entfernt. Es gibt cirka 80 000 Einwohner.

Veliko Tarnovo erstreckt sich über die Hügel und Täler entlang des Flusses Jantra, der weiter nördlich in die Donau mündet. Die Stadt hat eine über 5 000 Jahre alte Geschichte. Ausgrabungen weisen in die erste Hälfte des dritten Jahrtausends vor Christus zurück.

Spuren von Siedlungen gibt es bereits aus prähistorischer und thrakischer Zeit. In den ersten fünf Jahrhunderten nach Christus befestigten die Römer den Ort. Danach folgten die Byzantiner, die Slawen und die Proto-Bulgaren.

Ein Goldenes Zeitalter

Das Architektur-Reservat Zarevetz

Das Architektur-Reservat Zarevetz. Foto: furbyx4. Lizenz: Creative Commons

Im Jahr 1185, mit der Befreiung Bulgariens von der byzantinischen Herrschaft, proklamierten die Brüder Assen und Peter Veliko Tarnovo zur Hauptstadt (die dritte Hauptstadt in der Geschichte Bulgariens). Damals grenzte Bulgarien an drei Meere und war der einflussreichste Staat in Südost Europa.

Veliko Tarnovo etablierte sich als ein wichtiges kulturelles, politisches und wirtschaftliches Zentrum. Die antike Stadt wuchs schnell und entwickelte sich zu einer uneinnehmbaren Festung. Damals hatte Veliko Tarnovo einen ähnlichen Ruf wie Rom und Konstantinopel.

Das 13. und 14 . Jahrhundert werden in der Geschichte Bulgariens als Goldenes Zeitalter bezeichnet. Es wurden herrliche Paläste, Klöster, Kirchen, Festungen, Brücken, Schulen und Häuser gebaut. Im Jahre 1393 haben die Osmanen nach dreimonatiger Belagerung Veliko Tarnovo eingenommen und einen großen Teil der Stadt zerstört.

Nach 500 Jahren türkischen Herrschaft konnte Bulgarien mit Hilfe der russischen Armee seine Freiheit wiedergewinnen. In Veliko Tarnovo wurde die erste bulgarische Verfassung unterzeichnet, die als Verfassung von Veliko Tarnovo in die Geschichte eingegangen ist.

Das Architektur-Reservat "Zarevetz"

Veliko Tarnovo - Blick auf Zarevetz

Blick auf Zarevetz. Foto: Neil Carey. Lizenz: Creative Commons

Veliko Tarnovo beherbergt lange historische Traditionen. In der ganzen Stadt sind Zeugnisse der reichen bulgarischen Geschichte verstreut. Zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört das Architektur-Reservat "Zarevetz". Dort befindet sich der altertümliche Teil der Stadt – der königliche Palast, der an den drei Hügeln "Trapezica", "Sveta Gora" und "Zarevetz" erbaut wurde.

Der Fluss Jantra schlängelt sich um die Anhöhen der historischen Hügel herum. Auf dem "Zarevetz"-Hügel wurden die Zarenresidenz und der Sitz des Patriarchen errichtet, auf dem Trapesiza-Hügel die Häuser der Angehörigen des Adels und der hohen Geistlichen.

Das Architektur-Reservat "Zarevetz" ist auch nachts eine sehenswerte Attraktion. Die audiovisuelle Aufführung "Klang und Licht" erzählt durch eindrucksvolle Musik, vielfarbige Lichter und Kirchenglocken von der prächtigen und tragischen Geschichte der Bulgaren. Diese Aufführung ist in ihrer Art einzigartig in Europa, vergleichbares findet nur noch an drei Orten in der Welt statt (z. B. die "Klang und Licht Show" bei den Pyramiden von Gizeh in Ägypten).

Die Altstadt von Veliko Tarnovo

Veliko Tarnovo - Das ehemalige Parlament

Das ehemalige Parlament. Foto: toShU. Lizeznz: Creative Commons

Im Sommer ist die ganze Stadt von wunderschönen grünen Wäldern umringt. Die Stadt hat eine einzigartige Architektur – die Häuser sind so gebaut, als seien sie aus dem Steinfelsen herauswachsen. Sie liegen terassenartig übereinander und sind ausschließlich aus Stein und Holz gebaut. Die Bahnlinie ist auch interessant - sie durchquert in einen Tunnel die komplette Altstadt. Der Bahnhof liegt ziemlich abgelegen im Süden.

Die engen Straßen der Altstadt geben dem Besucher ein ungefähres Gefühl, wie es hier im Mittelalter ausgesehen haben mag. Die Neustadt von Veliko Tarnovo erstreckt sich weiter westlich von der Altstadt und stört den Eindruck damit kaum. In der Altstadt sind die meisten Straßen und Gassen mit Kopfsteinpflaster bedeckt, fallen steil ab und sind dadurch schwer mit dem Auto zu befahren. Jeder Teil von Veliko Tarnovo ist aber zu Fuß zu erreichen. Die besondere Atmosphäre der Stadt ist am besten bei einem Spaziergang zu spüren.

Sehr interessant ist das Assenov Viertel. Es liegt auf der nordwestlichen Seite des „Trapezica“ Hügels und war im Mittelalter das Viertel der Handwerker. Während des Zweiten Bulgarischen Reiches hatten hier die Bojaren und der orthodoxe Klerus ihren privaten Villen und Kirchen. Sehenswert sind sowohl die zahlreiche Museen als auch die Kirchen und Kulturdenkmäler, die aus unterschiedlichen Epochen stammen.

Samowodskata Charschia

Blick auf die Altstadt von Veliko Tarnovo

Blick auf die Altstadt von Veliko Tarnovo. Foto: Nina Kostadinova

Der alte Markt "Samowodskata Charschia" in der Altstadt von Veliko Tarnovo ist ein Zentrum der Handwerker. Besteck, Töpfe aus Keramik und Textilien werden nach traditioneller Art hergestellt. Es gibt mehrere authentische Tischlereien und Gerbereien, die erhalten geblieben sind. In der "Samowodska Charschia" befanden sich im 19. Jahrhundert viele Gaststätten.

Das berühmteste Wirtshaus war "Hadji Nikola", in dem sich heute das ethnographische Museum befindet. Ein Teil von Veliko Tarnovo ist zum Museumreservat mit drei Zonen erklärt worden, die auch das Territorium des Dorfes Arbanassi umfassen.

Das Dorf Arbanassi liegt nur vier Kilometer entfernt von Veliko Tarnovo und erstreckt auf einem Plateau. Es wurde im 15 Jahrhundert gegründet und hat sich schnell zu einem wichtigen Wirtschaftszentrum entwickelt. In dem Dorf gab es Gold– und sonstiges Schmiedegewerbe, Kupferverarbeitung und Seidenraupenzucht. Wohlhabende Kaufmänner haben den Bau großer Häuser, zahlreicher Kirchen und Kapellen unterstützt. Viele von ihnen sind bis heute erhalten geblieben und können besichtigt werden.

Nikopolis Ad Istrum

Typisches Haus in Veliko Tarnovo.

Typisches Haus in Veliko Tarnovo. Foto: Nina Kostadinova

Die Klöster "Preobrazhenski", "Sveta Troitsa", "Kilifarefski", "Plakovski" und "Merdanski" sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Reste einer alten römischen Siedlung- Nikopolis Ad Istrum - sind ebenfalls sehr interessant. Übersetzt bedeutet der Name der Siedlung "Stadt des Siegs an der Donau". Nikopolis Ad Istrum wurde im Jahre 106 von Kaiser Trajan gegründet. Der Anlass war der historische Sieg des Kaisers über den thrakischen Stamm der Daker.

Heute sind in Nikopolis Ad Istrum noch Überreste von öffentlichen Bauten, Tempeln sowie eines Theaters erhalten. Es wurden eine Statue des Gottes Eros aus Marmor, eine Statue der Göttin Fortuna aus Bronze und ein Bronzekopf des Kaisers Gordian II gefunden. Veliko Tarnovo ist ein Zentrum der reichen bulgarischen Kultur und Geschichte. Dank der mannigfaltigen Sehenswürdigkeiten und Denkmäler ist die Stadt ein bevorzugter Touristenziel.

 

Text: Nina Kostadinova


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