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Valladolid - Heimat spanischer Dichter

Fassade von San Pablo in Valladolid

Fassade von San Pablo in Valladolid. Foto: Berit Böhme

Derzeit leben in Kastilien-León rund 2,5 Millionen Menschen, Tendenz fallend. Nur die Hauptstadt Valladolid verzeichnet dank ihrer zahlreichen Industrieansiedlungen seit den 1960ern steigende Einwohnerzahlen. Der Reiz der einstigen Königsstadt erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Um den historischen Stadtkern ringeln sich monoton aus dem Boden gestampfte Wohn- und Einkaufsviertel.

Aus Valladolid stammen große Figuren der spanischen Literatur. Der Schöpfer des Don Quixotte, Miguel Cervantes, wurde dort ebenso geboren wie José Zorrilla. Zorrilla schrieb im 19. Jahrhundert unter anderem die Geschichte des Frauenverführers „Don Juan Tenorio“. Die Geburtshäuser der beiden stehen noch. Eingeklemmt zwischen modernen Blöcken wirkt das baumbestandene Areal des Casa Museo Cervantes in der Calle Rastro wie eine Oase. Das Casa Museo de Zorrilla findet sich in der Calle Fray Luis de Granada.

Neben dem Duero fließt der Rio Pisuerga durch Valladolid. Jedes Jahr verwandelt sich das Flussufer in der Innenstadt in den Playa de las Moreras. Dazu karren Arbeiter eigens Sand von der Küste an. Von Moreras startet auch der Ausflugsdampfer Leyenda del Pisuerga.

Plaza Mayor

Als eines der ersten „städtebaulichen Vorhaben“ Spaniens gilt Valladolids Plaza Mayor. Im 16. Jahrhundert raffte eine Feuersbrunst die Gebäude am Markt dahin. Ein Architekt bekam daraufhin den Auftrag, den Platz neu zu gestalten. Der rechteckige Platz mit seinen steinernen Kolonnaden war Vorbild für zahlreiche andere Plätze Spaniens, beispielsweise für die Madrider Plaza Mayor.

San Pablo und die Kathedrale

Ein Augenschmaus ist die Fassade der Klosterkirche San Pablo. San Pablo war einst die politische Schaltzentrale des Königreichs Kastiliens, alle wichtigen Treffen und Zeremonien fanden in dem Kloster statt. Die Fassade zeigt Einflüsse von Gotik und Renaissance und „wirbt“ mit Symbolen für die katholische Monarchie. Gegenüber von San Pablo liegt das Museo Nacional de Escultora. Es beherbergt die bedeutendste hölzerne Skulpturensammlung Spaniens. Grau und schlicht wirkt die Kathedrale Valladolids aus dem 17. Jahrhundert. Der Bau des Escorial-Architekten Juan Herrera wurde nur zu einem Drittel fertig und folgt den Ideen der Gegenreformation. Durch den Verzicht auf Pomp sollten die Gläubigen zum Wesentlichen des Glaubens zurückgeführt werden.

Lieber ohne Auto in die City

Der Autoverkehr wurde weitgehend aus dem Zentrum Valladolids verbannt. Fußgängerzonen und unterirdische Garagen sorgen für Ruhe. Wer mit dem Auto ins Zentrum reist, braucht angesichts der hohen Parkgebühren einen gut gefüllten Geldbeutel. Fahrradparkplätze sind hingegen reichlich vorhanden. Radkarten für die Stadt und das Umland gibt es kostenlos bei den Touristeninformationen.


Autorin: Berit Böhme


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