SPANIEN - URLAUB IN VALENCIA: EISSPEICHER

Suchen und buchen - Aktuelle Angebote Costa Blanca 

Eisspeicher in der Region Valencia

In der Region Valencia erinnert man sich noch an die alte Zeiten, in denen man Lebensmittel mit Eis konservierte und damit Handel trieb, noch wach. In der Region Valeincia finden sich noch so einige Eisspeicher.

Die Suche nach ihnen führt nicht nur in ganz unterschiedliche Landschaften, man erkundet nebenbei die große und kleine Geschichte dieser Mittelmeerregion.

Seit den Mauren jedenfalls nutzte man Schnee und Eis, um Fleisch und Fisch zu konservieren, Getränke zu kühlen und vor allem zu medizinischen Zwecken.

Zunächst kamen zwar nur Könige und der Adel in den Genuss von Eis, doch ab Mitte des 16. Jahrhunderts verbreitete sich der Gebrauch massiv, mehr und mehr Eisspeicher wurden im Zuge dessen errichtet: Europa entdeckte, nebenbei gesagt, zu jener Zeit das Speiseeis… In Spanien hielt sich die Tradition des Eishandels in manchen Gegenden bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts, setzte hier der Industrialisierungsprozess doch später als in Mitteleuropa ein.

Bei den Schneespeichern handelt es ich um runde oder quadratische Türme aus Stein, deren Größe beträchtlich variiert. Ihr Durchmesser reicht von zwei bis achtzehn Meter, ihre Höhe von drei bis dreißig Meter. In Hanglage gebaut befindet sich der größere Teil der Speicher oft unter der Erde, so dass schon der kalte Boden für eine natürliche Kühlung sorgt. Waren die unterenMeter des Turms bereits mit Schnee gefüllt, wurde der Schnee durch Türen in den oberen Etagen abgeladen. Der Schnee wurde gestampft und zu Eis gespresst, die einzelnen Schichten mit Lagen aus Stroh oder Zuckerrohr getrennt. Über Kanäle, häufig aus Holz, konnte das Schmelzwasser nach außen abfließen.

Bei Lage und Bau wurde insbesondere das Mikroklima des jeweiligen Standortes bedacht. Nur schattige Nordhänge und kühle Winde kamen in Betracht. Und diese Methode funktionierte jahrhundertelang, schließlich begannen erst Ende des 19. Jahrhunderts Kühlschränke und Industrieeis das Geschäft mit dem Schnee zu verdrängen.

Für den Transport wurden Blöcke aus dem Eis gehauen, in Kork- und Holzkisten gelegt und mit Zweigen oder Tüchern abgedeckt. Träger und Lasttiere beförderten das kostbare Eisgut in großen Körben oft in den kühleren Nachtstunden in die Täler und Küstenstädte.

Aber wir wollen nicht in der Stadt bleiben, sondern uns jetzt auf den Weg durch das Hinterland der Region machen, wo uns die Schneespeicher in entlegene Landschaften führen und an nur scheinbar unbedeutende Orte, denn sie verblüffen mit ihrer Geschichte.

Wohnen im Schneespeicher

Wir starten unsere Reise in Alicante, wo wir mit dem Flugzeug gelandet sind. Alicante heißt auch die Provinz mit den meisten Schneespeichern im Süden der Region Valencia. Wir verlassen schnell die küstennahe Autobahn und steuern die Stadt Jijona an, die Hauptstadt der spanischen Süßigkeit „turron“, einer Art Nougat in hundert Variationen, die in Spanien zum Weihnachtsfest gehört wie bei uns der geschmückte Baum.

Die Landstraße wird allmählich kurviger, denn wir fahren auf mehr als Tausend Meter Höhe zu einem völlig intakten Schneespeicher, dem Pou del Surdo. Ihn bzw. das neben stehende Arbeiterhaus Pou de la Neu hat man im Jahr 2003 in ein originelles Landhotel umgebaut, übrigens das höchst gelegene Hotel der gesamten Provinz. Von der privilegierten Lage des Pou de la Neu aus genießt man einen unübertroffenen Panoramablick über die umliegenden zwischen 1.200 und 1.600 Meter hohen Berge wie den Puig Campana, den Cabeçó d'Or und den Gipfel der Sierra Aitana. Aber auch die Strände von Alicante und das Kap von Santa Pola hat man von den Zimmern aus im Blick.

Ein weiteres Plus: Die Hotelbesitzer organisieren nicht nur Wanderungen, Exkursionen mit dem Mountainbike sowie Ausritte und Ballonfahrten, sie stellen ihren Gästen auch ein gewaltiges Teleskop zur Verfügung um in den glasklaren Nächten Sterne zu beobachten.

 

Der Star unter den Eisspeichern

Weiter geht es etwa fünfzig Kilometer Richtung Nordwesten, wo wir uns den bekanntesten Schneespeicher der Region anschauen möchten. Er wurde nicht in die Erde gebaut, sondern größtenteils direkt aus dem Felsen gehauen. Unverwechselbar mit seinem an eine gotische Kirchenkuppel erinnernden Dachgerüst aus Steinträgern steht er in der Nähe des Dorfes Agres in 1.200 Metern Höhe mitten im Naturpark Sierra Mariola. Viele machen sich auf zu der dreistündigen Wanderung hin zu diesem Schneespeicher aus dem 17. Jahrhundert, so auch wir.

Die Wege führen durch Steineichen- und Aleppokiefernwälder und eine besonders vielfältige Kräuter- und Heilpflanzenwelt. Mannigfaltige Düfte dringen in unsere Nase, aber ohne unseren einheimischen Wanderführer wüssten wir nicht welches Kraut so duftet und was man damit macht. Er erklärt uns auch, dass die Sierra Mariola für ihre 1.500 mitunter endemischen Pflanzenarten, die die traditionelle Medizin, aber auch die Küche in den Bergen geprägt haben, überregional bekannt ist.

Apropos: Als Mitbringsel aus der Gegend der tausend Kräuter eignet sich die lokale Likörspezialität Licor Herbero de la Sierra Mariola aus Salbei, Kamille, Pelargonie und Zitronenstrauch.

Ein Schneespeicher als Museum

Auf der anderen Seite der Sierra Mariola sind wir schon in der Provinz Valencia angelangt – auch hier gibt es noch Eisspeicher zu sehen. In Bocairent führt er die Besucher ausnahmsweise mitten hinein ins schmucke Städtchen. Seine zweite Besonderheit beruht darin, dass er begehbar und zu einem kleinen Museum hergerichtet ist. Die Bekanntheit von Bocairent rührt allerdings von einer zweiten Sehenswürdigkeit her. In den Berg gegenüber der Altstadt haben die vor den Christen fliehenden Mauren ein labyrinthartiges Zimmer- und Gangsystem gehauen – die so genannten covetes dels moros (Maurenhöhlen). Fordert ihre Begehung den Erwachsenen einen gewissen Sportsgeist ab, so ist diese historische Kletterburg für Kinder garantiert ein Heidenspaß.

Und weiter geht die Fahrt durch die Provinz Valencia. Wer Zeit hat, nimmt die Route über die Landstraße durch die Sierra Enguera über Ayora und Cofrentes am Fluss Cabriel. Naturfreunde machen hier am Besten gleich eine Canyoning-Tour oder sehen sich auf einer Wanderung die beeindruckenden Felsformationen Hoces de Cabriel, zu deutsch Felsnadeln an. Weinliebhaber sollten sich einen Stopp für die Stadt Requena inmitten des Weinanbaugebiets für den Qualitätswein Utiel-Requena (D.O.) aufheben.

Beten in einem Eisspeicher

Unser Ziel ist aber der Schneespeicher im noch etwas weiter nördlich gelegenen Dorf Alpuente. Der Ort lohnt einen Besuch in doppelter, sowohl landschaftlicher als auch historischer Hinsicht, denn dem malerischen Dorf mit heute nur knapp Tausend Einwohnern ist seine einstige Größe und Bedeutung auf den ersten Blick nicht anzusehen. Nachdem das letzte maurische Kalifat mit Sitz in Córdoba zerfallen war, bildeten die untereinander rivalisierenden Araber im 11. Jahrhundert auf spanischem Boden Kleinstkönigreiche, Taifa genannt. Und Alpuente wurde Hauptstadt, Hauptstadt eines der zwanzig Taifa-Königreiche in Spanien.

Die Besonderheit des hiesigen Schneespeichers beruht darauf, dass er in gewisser Weise die Geschichte von den wechselnden Herrschern in der Region erzählt. Häufig liegt hier unter einem Bauwerk ein anderes verborgen, so auch hier: Auf den Grundmauern eines Eisspeichers errichteten Mauren eine Moschee, die aber, sowie das Land von den Christen erobert war, einer Kirche weichen musste… Heute betritt man also nicht nur einen Schneespeicher, sondern zugleich eine Kirche und eine Moschee.

Urlauber zieht es wegen dieser kleinen Entdeckungen, aber auch wegen der Natur nach Alpuente. Denn der reizende Ort liegt inmitten einer abwechselungsreichen Landschaft aus Tälern, Schluchten und Bergen (Serranía). Für Wanderer gut zu wissen: Durch den 15 Kilometer entfernten Ort Chelva führt der Fernwanderweg GR 7, entlang dessen man die gesamte Region Valencia der Länge nach durchqueren kann.

Schnee, Kork und Olivenöl

Nördlich von Valencia liegt die unter Bergsportlern bestens bekannte Provinz Castellón, nach Asturien die bergigste ganz Spaniens. Hier wollen wir uns den letzten Schneespeicher unserer Rundreise ansehen. Er steht im von Valencia nur eine knappe Autostunde entfernten Naturpark Sierra Espadán mit den über Tausend Meter hohen Gipfeln Pico de la Rapita und Pico Espadán.

Die Sierra Espadán gilt als einer der weltbesten Standorte für Korkeichen, weshalb diese auch weite Flächen seiner Berge und Täler bedecken. Aber auch das Olivenöl der Sierra Espadán genießt einen hervorragenden Ruf und macht eine Fahrt in diese Gegend lohnenswert.

Attraktiv für Naturliebhaber sind überdies die zahlreichen Höhlen dieser Gegend, insbesondere die 20 Meter tiefe Cueva del Estuco in der Nähe des Pico Espadán mit beeindruckenden Stalagmiten und Stalaktiten.

Vor unserer Abreise, um noch beim Thema Eis zu bleiben, fehlt uns nur noch, die valencianische Trink-Spezialität horchata, zu probieren. Dabei handelt es sich um eine eisgekühlte Erdmandelmilch, deren Rezept sich die Araber vielleicht auch zu der Zeit, als sie die ersten Schneespeicher bauen ließen, einfallen ließen. Dass sie das Getränk erfanden, gilt jedenfalls als sicher.

 

 

Detaillierte Informationen zum Land Valencia erhalten Verbraucher unter www.landvalencia.com sowie unter der Telefonnummer: 0034 902 12 32 12 (auch Broschüren).

 

Verbraucher können außerdem allgemeine Informationen über die Spanischen Fremdenverkehrsämter in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main und München beziehen.

 

Internet: www.spain.info

Telefonische Katalogbestellung über die Nummer: 0 61 23/ 991 34


ANZEIGE
ANZEIGE
 
© 2011 Travelimpulse GmbH    Sitemap | Impressum | AGBs der Urlaub-im-web.de |  AGBs unserer Reiseveranstalter