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Mandelbaum und Zwiebelturm: Die Balaton-Halbinsel Tihany
Die Halbinsel Tihany – ein wahres Naturparadies und eine Touristenattraktion erster Klasse am Plattensee. Der Ort ist ein Muss für alle, die sich für Kirchenkunst, Architektur, Geschichte und Naturschätze interessieren.
Weit, fast fünf Kilometer, ragt es in den Plattensee hinein und teilt ihn in zwei Hälften. Eine Fähre überbrückt hier die schmalste Stelle des Balaton, verbindet Tihany mit Szántód am südlichen Ufer.
Tihany hat etwa 1.300 Einwohner und bietet eine idyllische Landschaft. Mit dem schönen Ortskern, der berühmten Benediktinerkirche mit ihren weithin sichtbaren, den Plattensee überragenden zwei Zwiebeltürmen und der herrlichen Pisky-Promenade stellt es eine Touristenattraktion erster Klasse dar.
Die seit 1952 unter Naturschutz stehende Halbinsel mit einer bewegten Geschichte hat für jedermann und jeden Geschmack etwas: Blühende Mandelbäume im Frühling und die üppige Vegetation im Sommer verzaubern ebenso wie der Anblick und Duft der alten Lavendelfelder.
Im Altweibersommer begeistert eine geradezu herbstliche "Farborgie" mit knallroten Perückenbäumen, dunkelrot-violetten Hehrlitzensträuchern und gelbbraunen Blumeneschen. Der so genannte Innere See in einem vulkanischen Krater ist bei Anglern sehr beliebt, der Äußere See – einst bei höherem Wasserstand Teil des Plattensees – wird von Sumpf und Schilf beherrscht und ist heute ein Vogelschutzgebiet. Silberreiher sowie viele Entenarten können hier beobachtet werden.
Das historische und kulturelle Erbe von Tihany ist außerordentlich reich. Die Stiftungsurkunde der Abtei aus dem Jahre 1055 ist beispielsweise die erste Schrift, die im lateinischen Text mehrere ungarische Wortverbindungen, ja sogar einen ganzen Satz aufzeigt. In der Unterkirche ruhen König Andreas I., der die Urkunde anfertigen ließ, und seine Frau Anastacia.
Diese letzte Ruhestätte in der Krypta sollte entgegen der ursprünglichen Pläne das einzige ungarische Königsgrab hier bleiben. Die heutige Kirche ist größtenteils barock geprägt und birgt 100 Jahre alte Fresken. Die Abtei kann im Sommer täglich von 9 bis 18 Uhr besichtigt werden.
Die angrenzende Pisky-Promenade ist der wohl schönste Panoramaweg am Plattensee. Hier schweift der Blick weit über die östliche Seehälfte. Der Weg führt von der Kirche zum so genannten Echo-Hügel, von dem das Echo von der Mauer der Abteikirche zurückhallte. Ein Phänomen, was im Zuge der Bebauung inzwischen leider viel schwächer geworden ist. Am Ende der Promenade wurde 1997 das Puppenmuseum eröffnet, ein Liebhabermuseum, das Puppen in Volkstracht aus der Zeit von 1850 bis 1920 zeigt.
Von Ostern bis Ende Oktober ist es täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Die Häuser des Ethnographischen Freilichtmuseums – Skanzen – bestehen aus riesigem grauem Basalttuff, der heute nicht mehr abgebaut wird. Gebäude der Fischerzunft, eine Töpfers und eines Bauern samt Originalinventar können von Mai bis Oktober täglich außer montags besichtigt werden. Im Sommer hat das Museum von 10 bis 20 Uhr seine Pforten geöffnet (Eintritt 300/150 Forint, rund 1,20/0,60 Euro). Im Reet gedeckten Töpferhaus kann man Werke der Keramikerin Lídia Barth bewundern und auch kaufen – die blauen Vasen und Teller sind ein typisches Souvenir vom Plattensee.
Quelle: UNGARISCHES TOURISMUSAMT
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