URLAUB IN TUNESIEN - KARTHAGO

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Karthago - Urlaub auf den Spuren der Römer und Punier

Karthago - Ruinen punischer Häuser

Karthago - Ruinen punischer Häuser. Fotos: Fremdenverkehrsamt Tunesien

„Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.“ – So soll der römische Staatsmanm Cato Censorius in der Zeit vor dem dritten Punischen Krieg jede seiner Reden beendet haben, egal um welches Thema es darin ging. Im Jahr 149 vor Christus stimmte der Senat seinem Anliegen schließlich zu und befahl den dritten punischen Krieg, in dessen Folge die Römer Karthago dem Erdboden gleich machten.

 

Dementsprechend wenig ist heute von der ehemals blühenden Handelsstadt an der Straße von Sizilien zu sehen. Im neunten und achten Jahrhundert vor Christus gründeten punische Siedler aus Tyros die Stadt und statteten sie unter anderem mit Tempeln, riesigen Wohnanlagen und einer Akropolis aus. Etwa ein Jahrhundert nach der Zerstörung des punischen Karthagos, bauten die Römer Thermen, Villen und ein prächtiges Amphitheater. Teile der römischen Bauwerke wurden beim Einfall des Nomadenstammes Beni Hilal im 11. Jahrhundert zerstört.

 

Die heute weltberühmten Ruinen von Karthago liegen etwa zehn Kilometer östlich der Hauptstadt Tunis und sind über eine Vorstadtbahn zu erreichen. Leider liegen die sechs archäologischen Ausgrabungsstätten relativ weit auseinander, so dass Besucher längere Fußmärsche in Kauf nehmen müssen. Nichtsdestotrotz lohnt sich der Besuch Karthagos, wenn man im Tunesien-Urlaub nicht nur baden, sondern auch ein bisschen römische und punische Geschichte atmen möchte.

 

Bodenmosaik mit Odysseus-Motiv

Bodenmosaik mit Odysseus-Motiv

Als erster Anlaufpunkt empfiehlt sich der Byrsa-Hügel, von dessen Spitze man sich einen ersten Überblick über die Ruinen von Karthago verschaffen kann. Zu seinen Füßen lädt die St. Louis Kathedrale zu einer Besichtigung ein. Sie wurde 1890 von den Franzosen in zu Ehren Ludwig IX. errichtet, der beim verheerenden achten Kreuzzug von der Pestkrankheit dahin gerafft wurde. Gleich hinter der Kathedrale findet sich das Nationalmuseum, in dem interessante punische Ausgrabungsstücke ausgestellt sind.

 

Zu den Ruinen des römischen Amphitheaters sind es circa 15 Minuten Fußweg. Das Amphitheater soll zu den größten des römischen Reiches gehört und Platz für 50.000 Menschen geboten haben. Davon ist heute allerdings nicht mehr viel zu sehen. Der Großteil der Steine wurde im Laufe der Zeit in anderen Monumenten verbaut. Beeindruckender sind da schon die Antoninus-Pius-Thermen, die direkt oberhalb der Küste liegen. Südlich davon befindet sich das Quartier Magnon, ein weiterer archäologischer Park. Dort wurde vor wenigen Jahren ein weiteres Wohnviertel ausgetragen.

 

Aufsehen erregte die weltbekannte punische Kult- und Begräbnisstätte von Tophet bei ihrer Ausgrabung im Jahre 1921. Unzählige Bücher befassten sich seitdem mit der Stätte, die einst Schauplatz grausamer Ritualhandlungen war. Reiche karthagische Familien ließen hier ihre Kinder zur Besänftigung der Gottheiten Baal Hammon und Tanit opfern. Man fand tausende Kinderskelette und zahlreiche mit Asche gefüllte Urnen.

 

Text: Daniela Hesse


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