URLAUB IN TUNESIEN - KAIROUAN
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Kairouan – Urlaub in der Stadt der 300 Moscheen
Wer in seinem Tunesien-Urlaub in das islamische Herz des nordafrikanischen Landes eintauchen möchte, der sollte sich den Namen der 130.000-Einwohner-Stadt Kairouan merken. Als die Kairouan 670 nach Christus von Oqba Ibn Nafi, einem Anhänger des Propheten Mohammeds, gegründet wurde, deutete nichts daraufhin, dass sich der Ort einmal zur bedeutendsten islamischen Stadt Nordafrikas entwickeln würde. Zwar befand sich die Stadt an einem strategisch günstigen Punkt direkt an einer Karawanenstraße, dafür war der Boden jedoch unfruchtbar. Mit Zisternen schaffte man diesem Problem Abhilfe, im neunten Jahrhundert bauten die Aghlabiden zudem riesige Wasserbassins, die auch heute noch eine wichtige Rolle für die Wasserversorgung der Bewohner und Äcker spielen.
Auch die Große Moschee, das Wahrzeichen von Kairouan, stammt aus dieser Zeit. Bereits im siebten Jahrhundert wurde an ihrer Stelle eine Moschee errichtet. Der heutige Bau stammt aus dem neunten Jahrhundert, wurde allerdings im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut, erweitert und renoviert. Von außen wirkt die größte Moschee Tunesiens wegen ihrer dicken Mauern wie ein Bollwerk. Der riesige Vorplatz der Großen Moschee ist nicht weniger wuchtig. Er soll gar 20.000 Pilgern Platz bieten. Dafür ist der Gebetssaal mit der wundervollen Zedernholzkanzel und den orientalischen Teppichen und Lampen umso schöner. Beeindruckend sind vor allem die 414 Steinsäulen antiker Bauwerke, die einst im ganzen Land zusammengetragen wurden. Betreten dürfen den Gebetssaal nur Muslime. Wenn die Tore geöffnet sind, können aber auch Nichtmuslime einen Blick in den Gebetssaal erhaschen.
Die Große Moschee ist längst nicht das einzige Gotteshaus von hoher Bedeutung, das man bei einem Besuch in Kairouan gesehen haben sollte. Nicht umsonst trägt Kairouan den Beinamen „Stadt der 300 Moscheen“. So viele sind es zwar nicht, dafür gibt es hier weitere prächtige Exemplare wie die Moschee der drei Tore (Thletha Bibane), die Barbiermoschee (Mausolee Abou Zommaa el Balaoui) oder die Säbelmoschee (Zaiouia Sidi Amor Abbada). Die Barbiermoschee gilt aufgrund ihrer üppigen Verzierungen und vielzähligen Fayencen als die schönste Moschee in Kairouan.
Ein Bummel durch die Medina von Kairouan
Die Medina (Altstadt) von Kairouan wird von einer hervorragend restaurierten, mit 20 Wachtürmen versehenen Stadtmauer aus Lehmziegeln umzogen. Dreieinhalb Kilometer ist dieses beeindruckende Bauwerk aus dem achten Jahrhundert lang. Hier sind die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt angesiedelt, die man sich im Urlaub in Kaiouran anschauen sollte. Den Besucher der verwinkelten Altstadt fasziniert nicht zuletzt die Vielfalt der Hausfassaden. Vor allem die in Form, Farbe und Verzierungen unterschiedlichsten Türen und Türeinfassungen fallen ins Auge. Eine weitere Attraktion ist der Place des Martyrs, an dem das Haupteingangstor zur Medina, das "Märtyrertor" (Bab ech Chouhada), liegt.
Besuchenswert sind ferner die vielen Souks Kairouans. Vor allem die dort angebotenen Teppiche sind berühmt. Die Stadt ist ein wichtiges Zentrum der Teppichherstellung (Web- und Knüpfteppiche). Die meisten Geschäfte reihen sich an der Avenue 7 Novembre aneinander. Wen spätabends der Heißhunger überfällt, der findet entlang der Avenue de la République gute Schnellrestaurants. Eine Spezialität Kairouans sind Makroudh, ein süßes Gebäck mit Dattelcremefüllung.
Ein Ausflug nach Kairouan bietet sich von den Urlaubsorten im Norden perfekt an. Die Stadt liegt nur eine Fahrtstunde vom Flughafen Tunis und nur 50 Kilometer westlich von Sousse entfernt.
Text: Daniela Hesse


