URLAUB IN TUNESIEN - DJERBA
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Urlaub auf Djerba - Leben wie Odysseus im Palmenparadies
Die Insel Djerba, vor der Südküste Tunesiens gelegen, gilt zurecht als Urlaubsparadies. Der weite Strand, das blaue Meer und das gute Klima sind einige wohlbekannte Trümpfe, die für Djerba sprechen. Mit 324 Sonnentagen im Jahr, einer durchschnittlichen Wassertemperatur von 20 Grad Celsius und sehr klarem Meerwasser ist Djerba ganzjährig einen Urlaub wert.
Doch auch die Inselnatur ist außergewöhnlich: So gibt es auf der Insel circa 1,2 Mio. Dattelpalmen und ungefähr 600 000 Ölbäume, was Djerba den Beinamen "Palmeninsel" eintrug. Die Bäume stammen zum Teil aus der Römerzeit und sind mehr als 1.500 Jahre alt. Bereits Odysseus liebte die Schönheit dieses Palmengartens.
Zudem: Die ausgesprochene Gastfreundlichkeit und Offenheit der Einwohner gegenüber Fremden macht es leicht, sich auf Djerba schnell einzuleben und den Urlaub aus vollen Zügen zu genießen.
Anreise und Unterkunft
Auf Djerba gibt es einen Flughafen, der auch von vielen europäischen Städten direkt angeflogen wird. Daher entfallen lange Fahrtzeiten zu den Hotels und der Urlaub kann von der ersten Minute an beginnen.
Die Hotels liegen abseits der Siedlungen im Ostteil der Insel. Hier findet man neben den zahlreiche Hotels auch Bungalows und Ferienwohnungen unterschiedlicher Kategorien. Bei dem Hotel Abu Nawes gibt es einen neuen 27 - Loch Golfplatz und es werden Anfängerkurse angeboten. Auch Reitbegeisterte kommen auf ihre Kosten. Die Ranch Ponderosa gegenüber dem Hotel Cedriane und die Ranch von dem Hotel Meninx vermieten Reitpferde.
Die Kultur der Djerbi
Ein Djerba-Urlaub ermöglicht zudem zahlreiche Einblicke in Tunesiens vielfältige Kultur. Besonders beeindruckend sind die vielen weiß leuchtenden Moscheen und Zaouias (Gedenkstätten von Heiligen). Auf Djerba gibt es ungefähr 250 Moscheen.
Die meisten Inselbewohner (Djerbi) sind Ibaditen, Anhänger einer konservativen Variante des Islams und zudem ein ganz spezieller Menschenschlag: sehr geschäftstüchtig und arbeitsam. Am Berber-Dialekt wird festgehalten, alte Sitten und Gebräuche haben weiterhin Gültigkeit. Die Frauen tragen traditionelle große Strohhüte, die ein wenig an Mexiko erinnern.
Geschichtliches zu Djerba
Die Geschichte der Insel verlief außerordentlich bewegt. Anfänglich war Djerba eine phönizische Handelsniederlassung. Später unter den Römern hieß Die Insel Meninx und fungierte als Handelsplatz für durchziehende Karawanen aus der südlichen Sahara. Vandalen, Araber und Normannen stritten um die Vorherrschaft auf Djerba. Die später auf Djerba herrschenden Spanier wurden von dem berüchtigten Piraten Dragout, der im Sold der Türken stand, überfallen, wobei 5 000 Iberer umkamen. Dragout ließ aus den Schädeln der Toten einen Turm neben der Burg in Houmt Souk bauen: den "Bordj el Ras" (Schädelturm). 1848 ordnete der Bey von Tunis an, den Turm zu beseitigen. Heute erinnert ein Denkmal an das schauerliche Bauwerk.
Rundfahrten auf Djerba - die ideale Ergänzung zum Strand-Urlaub
Houmt Souk
Die Hauptstadt der Insel, Houmt Souk, hat ungefähr 25.000 Einwohner. Es gibt einen Fischerhafen, Banken, eine Post, Souvenirläden, Restaurants und Cafés. Am Place Ferhat Hache befindet sich ein modernes Einkaufszentrum. Anschießend folgen zwei Altstadtplätze, die besonders am Abend ein sehr lebhaftes Bild abgeben.
Auf dem Place Bechir Seoud und der Ave Bourguiba finden an einigen Wochentagen Märkte statt. Gleich nebenan liegen die bekannten Souks. Außer typischen Souvenirs werden hier die charakteristischen gewebten Wolldecken feilgeboten. Zweistöckige alte Gebäude, teils aus der Kolonialzeit sind zu Hotels und Restaurants umgebaut worden. Ihr Erkennungsmerkmal sind die quadratischen Innenhöfe.
Besuchen sollte man auch die "Zaouia des Sidi Brahim el Djama" am Platz gleichen Namens. Vom Hotel Marhala hat man einen guten Blick auf die "Djama el Ghorba", die "Fremdenmoschee" aus dem 17. Jahrhundert mit ihrem viereckigen Minarett, sowie auf die Türkenmoschee mit ihren sieben Kuppeln und dem runden Minarett.
In der "Zaouia Koubt el Khial" (Kuppel der Phantome) gibt es ein Volkskundemuseum, in dem traditionelle Kleidung, Schmuck, Töpferarbeiten, Holztruhen und Sarkophage - mit anschaulichen Erläuterungen versehen - ausgestellt sind. Vom Hafen aus blickt man auf das Fort Espagnol ("Bordj el Kebir"). Es wurde im 13. Jahrhundert errichtet; der gegenwärtige Bauzustand stammt allerdings im wesentlichen aus der Zeit Dragouts. Im Inneren des Forts ist ein archäologisches Museum eingerichtet. Zwischen dem Hafen und der Festung befindet sich das bereits erwähnte obeliskenartige Denkmal des Schädelturms.
Die Menzel
Auf Djerba wohnt man traditionell nicht in Dörfern, sondern in sogenannten "Menzel". Das sind die ummauerten Höfe der Großfamilien. Mit ihren fensterlosen Mauern wirken sie wie kleine Festungen. An jeder Hausecke ist ein viereckiger Turm aufgesetzt. Die gesamten Häuser sind weiß gekalkt, die Dächer bestehen aus mehreren Tonnengewölben oder Kuppeln, so dass es in den Räumen angenehm kühl ist. In den Innenhöfen findet man Blumen und Oliven- oder Feigenbäume. Rund um die Häuser sind äußerst stachelige, kleinblättrige Feigenkakteen als dichte, undurchdringliche Schutzhecken angelegt. Schon auf römischen Mosaiken ist dieser Baustil zu sehen. Auch die schlicht und harmonisch geformten Moscheen auf Djerba sind typische Vertreter dieser Architektur.
Hara-Sghira (heute El-Riadh) und Hara-Kbira
In diesen Siedlungen lebt die jüdische Gemeinde der Insel. Die ersten Juden haben sich nach der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 n.Chr. auf Djerba angesiedelt. Es waren meist Gold- und Silberschmiede. Viele schöne alte Silber- und Filigranarbeiten stammen von hier. Um die Entstehung der Synagoge "El Ghriba" (Die Wundertätige") rankt sich eine interessante Legende: Ein Meteorit, der hier einschlug zog angeblich die Errichtung der Synagoge nach sich. Er soll ein Fingerzeig Gottes bzw. ein Stein aus dem zerstörten Jerusalemer Tempel gewesen sein. Im Inneren der Synagoge befinden sich geschnitzelte Täfelungen, alte Thorarollen, prächtige Leuchter und viele weitere Kultgegenstände. Möchte man einen Blick ins Innere werfen, muss man sich die Schuhe ausziehen und Männer müssen die jüdische Kopfbedeckung (Kippa) aufsetzen. Eine kleine Spende wird erbeten. Durch Abwanderungen in den letzten Jahren ist die jüdische Gemeinde inzwischen auf 1.000 - 2.000 Mitglieder geschrumpft. Auch das große Pilgerfest nach Ostern hat etwas an Bedeutung eingebüßt.
Mahboubine
In diesem Ort befindet sich die Moschee El Kateb, die als kleines Ebenbild der Haiga Sophia in Istanbul errichtet wurde.
Ras (Kap) Taguermess
Am Kap Taguermess (auch Ras Tourgueness) befindet sich an der Felsenküste ein Leuchtturm. Er ist 54 Meter hoch und bietet eine großartige Aussicht über die gesamte Insel Djerba.
El May
El May ist durch seine Ibaditenmoschee "Umm et Turkia" aus dem 16. Jahrhundert bekannt geworden. Besichtigen sollte man im Urlaub auch die Festungen Bordj Jilij (türkisch) und Bordj Castil (spanisch).
Wer mag, erreicht von der grünen Oase Djerba aus auch leicht das tunesische Festland, auf dem es weitere Sehenswürdigkeiten zu bestaunen gibt.




