URLAUB IN TUNESIEN - CAP BON

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Die Halbinsel Cap Bon - vom Rohstofflieferanten Karthagos zum Urlaubsparadies

Die Bucht von Hammamet

Die Bucht von Hammamet. Foto: Fremdenverkehrsamt Tunesien

Die Halbinsel Cap Bon im Nordwesten Tunesiens zählt zu den populärsten Urlaubsregionen des Landes. Die Gründe dafür sind kein Geheimnis: Top-Badedestinationen wie Hammamet und Nabeul, milde, mediterrane Klimaerhältnisse an der "Orangenküste" (eine Bezeichnung, die auf den weitverbreiteten Orangenanbau vor Ort anspielt) sowie nicht zu unterschätzende Sehenswürdigkeiten.

Hammamet und Nabeul - Urlaub an den schönsten Stränden

Hammamet liegt im Südenwesten von Cap Bon respektive am nördlichen Rand des Golfs von Hammanet. Das hervorstechenste Markenzeichen des Badeortes sind seine kilometerlangen Sandstrände. Wer zur Sommerzeit in der Stadt (im Jahre 2004 rund 63.116 Einwohner) umherstreift, wird vornehmlich auf "Seinesgleichen", nämlich andere Touristen treffen. Zehnmal mehr Urlauber als Einheimische sollen Hammamet in der Hochsaison bevölkern. Nur im "tiefen", auf Cap Bon aber recht milden Winter sind die angestammten Bewohner wieder deutlich in der Mehrzahl. Hammamets Badestrände werden zu den besten in Tunesien gezählt. Nicht zuletzt ihre "Traumstrände" haben dafür gesorgt, dass die Stadt zum meistbesuchten Badeort des Landes wurde.

 

Natürlich gibt es in Hammamet alles, was das Touristenherz begehrt: Geschäfte, Boutiquen, Restaurants, Nightclubs, Bars, Discos und Straßencafés. Wie in nordafrikanischen Urlaubsorten nicht unüblich, gehen viele Händler bei der Kundengewinnung mit einer gewissen Hartnäckigkeit ans Werk. Die örtlichen Hotelanlagen wurden in diversen maurischen Baustilen errichtet. Für geneigte Gäste werden Folkloreabende veranstaltet.

 

Hammamets Medina ist unmittelbar am Meer gelegen. Rundherum verläuft die Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert. In ihrer westliche Ecke (am Fischerhafen) ist die Kasbah (eine Festung) integriert, von der aus man einen schönen Blick auf die Medina genießen kann. Das beliebte türkische Bad hat seine Pforten auch für Gäste aus dem Ausland geöffnet.

 

Ebenfalls zu den besten Badedeorten Tunesiens gehört Nabeul. Die Stadt (2004 rund 56.000 Einwohner) liegt etwa zehn Kilometer nordwestlich von Hammamet entfernt. Viele der meist im traditionellen Baustil errichteten Hotel- und Ferienhausanlagen befinden sich in der Nähe des Strandes. Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangebote sind ausreichend vorhanden. Der örtliche Campingplatz steht in dem Ruf, der bestgeführte in ganz Tunesien zu sein.

 

Für Touristen interessante Straßen in Nabeul sind die Avenue Ferhat Hached und die Avenue Habib Thameur. Auf der Avenue Ferhat Hached warten viele Sovenirshops und Straßencafes auf Kundschaft. Auch der Place Ferhat Hached, auf dem immer freitags ein Markt stattfindet ist, liegt hier. Das rege Treiben auf dem Freitagsmarkt ist genauso "typisch orientalisch" wie das bunte Angebot: Neben erwartbaren Waren wie Teppichen, Schmuck und handbemalter Keramik kann man auch Exotisches wie ägyptische Papyri oder Wüstenblumen erstehen. Auf der Avenue Habib Thameur ist vor allen das neue Einkaufscenter "Nabeul Centre" eine Stippvisite wert. Zu den lohnenden Sehenswürdigkeiten Nabeuls gehört auch das moderne archäologische Museum. Es stellt Fundstücke aus dem antiken Neapolis aus. Auf die Funde stieß man während Bautätigkeiten.

Kultururlaub im Norden von Cap Bon

Während Hamamet sich als Urlaubsort schon etabliert hat, geht es in Kelibia im Nordosten von Cap Bon noch ruhig zu. Die Küstenstadt hat ihren Fischerdorf-Charme noch nicht verloren. Das wird wahrscheinlich auch in naher Zukunft so bleiben. Denn, obgleich Kelibia eine Reihe schöner und sauberer Strände hat, ist die Stadt vorrangig als Tunesiens Fischereizentrum bekannt. Schließlich lernen in der Fischereischule von Kelibia Fischer aus ganz Tunesien ihr Handwerk. Beeindruckend ist daher auch der moderne Hafen, den man sich im Urlaub unbedingt anschauen sollte. Ein besonderes Schauspiel kann man hier abends erleben, wenn die Fischerboote in Scharen aufs Meer hinaus fahren. Das kann man auch sehr gut von der byzantinischen Festung aus dem sechsten Jahrhundert beobachten, die oberhalb des Hafens auf einem Hügel liegt. Am nächsten Tag gibt es den frisch gefangenen Fisch dann in den Restaurants von Kelibia, die noch traditionelle tunesische Küche servieren.

 

Nur ein paar Kilometer von Kelibia entfernt befindet sich das punische Kerkouan. Erst 1952 wurde die wohl am besten erhaltene punische Stadt entdeckt. Bis 1967 arbeiteten Wissenschaftler an den Ausgrabungen und legten Haus für Haus frei. Zum Vorschein kamen dabei interessante Fundstücke, die man bei einem Rundgang über das Gelände sehen kann. Ortskundige Führer versorgen die Besucher mit interessanten Informationen. Im angrenzenden Museum sind außerdem einige Fundstücke ausgestellt, darunter auch ein bemalter Sarkophagdeckel mit der eingeschnitzten Holzfigur der "Prinzessin von Kerkouane".

 

Am nordöstlichsten Punkt Tunesiens liegt die Kleinstadt El Haouaria. Von hier aus sind es nur 130 Kilometer bis nach Sizilien. Auch in El Haouaria findet man ein paar schöne Badestrände, namentlich bei Ras el-Drek. Bekannt ist El Haouaria allerdings vor allem für seine küstennah gelegenen Römischen Steinbrüche. Sie befinden sich rund drei Kilometer westlich des Stadtzentrums. Aus dem antiken Bergwerkskomplex kam der Hauptanteil der Steine, die beim Aufbau Karthagos verwendet wurden. Die Betreiber des Steinbruchs legten unterirdische Schächte an, da man festgestellt hatte, dass die Steine in tieferen Lagen von besserer Qualität waren als in Oberflächennähe. Im Laufe von 1000 Jahren wurde so ein imposantes Höhlensystem gegraben, das teils noch heute begehbar ist.

 

Eine weitere Attraktion in El Hauoaria ist das Falkenfestival, das jedes Jahr Ende Mai/Anfang Juni veranstaltet wird. El Haouaria ist für die Falkenzucht bekannt, die felsenreiche Küste seit jeher ein beliebter Nistplatz für die edlen Vögel. Diese werden im Frühjahr aus dem Nest genommen und für die Wachteljagd abgerichtet. Beim Falkenfest führen die Falkner von El Haouaria den geschickten Umgang mit den Vögeln vor. Das lockt nicht nur viele Besucher, sondern auch Scheichs an, die häufig auch den einen oder anderen Falken mitnehmen.


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