WELLNESSURLAUB IN DER TÜRKEI
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Türkei - Wellnessurlaub mit Tradition
Die Türkei ist mit ihren zahlreichen Thermalquellen seit Alters her eine Oase für das, was man neudeutsch "Wellness" nennt. Die Geschichte des traditionellen türkischen Badehauses, des Hamam, geht bis ins Mittelalter zurück. Mehr noch: Die meisten der aktuell betriebenen Hamams in der Türkei sind viele Hundert Jahre alt. Hintergrund sind die strengen Reinheitsvorschriften des Islam, die die meisten Menschen jener Zeit in den heimischen vier Wänden nicht ausreichend erfüllen konnten. Die Gebäude der Hamams sind i. d. R. außen schlicht gestaltet, im Inneren jedoch erwartet den Besucher eine Einrichtung aus prunkvollem Marmor. Allein in İstanbul existieren bis heute mehr als 100 dieser traditionellen Badehäuser, in denen strenge Geschlechtertrennung herrscht.
Der Besuch eines örtlichen Hamam zählt zu wohltuendsten Erlebnissen jedes geneigten Türkei-Urlaubers. Rund zwei Stunden nimmt ein typischer Badehaus-Aufenthalt in Anspruch - Zeit, die sich allemal lohnt. In der Regel erwartet den Gast ein fester Ablauf: Zunächst schwitzt man sich auf einem heißen Stein etwa 20 Minuten aus. Darauf folgt ein Peeling mit einem festen Rohseide- oder Ziegenhaar-Handschuh. Im nächsten Schritt wird der Gast vom Hals bis zu den Füßen mit natürlicher Olivenseife eingerieben und dabei leicht massiert. Zum Abschluß folgt eine Ölmassage, bei der man "geknetet und gedehnt" wird. Was danach kommt, ist klar: man darf sich entspannt fühlen wie nie zuvor ...
Schwimmen und Entspannen - Wellness mit Fischen
Wellnessartiger Körperkult wird in der Türkei natürlich nicht ausschließlich im Hamam betrieben. Mehr als 1.000 Quellen, deren Temperaturen von 20 bis 100 °C reichen, besitzt das Land, wobei auch die heilende Wirkung mineralischer Quellen bereits im Altertum bekannt war. Daher ist es nicht verwunderlich, dass nicht wenige Thermalzentren und Hotels ihr Wellness- und Kurangebote stetig erweitern. Gäste können je nach Art ihrer Beschwerden zwischen schwefelreichen Quellen, Thermalschlammbädern oder klassischen Thermalquellen auswählen. Das Gros der Bäder liegt im Westen der Türkei und ist von Istanbul, Ankara und Izmir aus leicht zu erreichen.
Das wohl bekannteste Thermalzentren in dem orientalischen Land ist Pamukkale, das im Nordwesten Anatoliens liegt. Ein echtes Naturhighlight sind die weißen Kalksinterterassen in Pamukkale. Sie zählen zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Türkei. Schon die römische Oberschicht trieb sich hier gern um, genoss ein Bad in mineralreichem Wasser und ließ sich Schönheitsschlamm-Masken anlegen. In unseren Tagen darf man aus Naturschutzgründen nicht mehr in den Terrassen baden, doch u. a. das Thermalbad des Pamukkale-Hotels bietet guten Ersatz: Dort schwimmt man über antike Säulenstümpfe hinweg, die sich auf dem Grund des Wassers befinden.
Nahe der Provinzhauptstadt Sivas in Mittelanatolien befindet sich das Thermalzentrum Kangal. Sein salz- und schwefelhaltiges Thermalwasser bietet zahllosen kleine Fischen einen Lebensraum. Die Tierchen sind äußerst nützliche Helfer bei der Heilung von Hautkrankheiten bei, da sie die Haut durch sanftes "Anknabbern" gründlich säubern. Menschen aus aller Herren Länder suchen Kangal auf, um von der Hilfe der kleinen "schwimmenden Ärzte" zu profitieren. Übrigens werden alle öffentlicht zugänglichen Thermen des Zentrums regelmäßig vom Gesundheitsministerium der Türkei getestet und kontrolliert.
Eine breite Wohlfühl-Palette
Die meisten großen Hotels in der Türkei verfügen über ein eigenes Hamam und bieten obendrein attraktive Wellness-Arrangements. So stehen in vielen Häusern z. B. ayurvedische Behandlungen zur Verfügung. Ayurveda ist eine traditionelle indische Heilkunst, die einem ganzheitlichen Ansatz folgt. Bei Thalasso-Therapien kommen kaltes oder warmes Meerwasser, Algen, Schlick sowie Sand zum Einsatz. Auch die heilende Kraft der Meeresluft und der Sonne wird gezielt genutzt. Bei der Farbtherapie/Chromotherapie schließlich handelt es sich um eine Meerwassermassage im Verbund mit Farblicht. Sie macht sich die positive beeinflussende Wirkung bestimmter Farben auf Seele und Körper zunutze.


