URLAUB IN DER TÜRKEI - ANKARA

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Ankara - Urlaub in der Hauptstadt der neuen Türkei

Das Atatürk Mausoleum. Fotos: Republik Türkei Tourismusministerium

Das heutige Ankera wurde im Jahre 1923 zur Hauptstadt der neuen Türkischen Republik. Staatsgründer Kemal Atatürk verfolgte mit der Entscheidung für die zentralanatolische Metropole das Ziel, den neuen Staat auch in der "Hauptstadtfrage" sichtbar vom alten Osmanischen Reich (mit seiner Hauptstadt Instanbul) abzugrenzen. Den Namen "Ankara" erhielt die Stadt 1930, vorher lautete die gebräuchliche türkische Namensform "Engürije".


Ankara ist heute eine Metropole mit modernem Erscheinungsbild. Die Fundamente der Stadt gehen allerdings auf die Kelten zurück. Die Siedlung war das Zentrum des Kelten-Stammes der Galater, der sich etwa 230 v. u. Z. in Kleinasien niederließ. Im Jahre 189 v. u. Z.. wurde Ancyra (so Ankaras antiker Name) vom römischen Konsul Cn. Manlius Vulso eingenommen, verblieb allerdings zunächst unter regionaler Herrschaft. 25 v. u. Z. avancierte Ancyra zur Hauptstadt der Römerprovinz Galatien. Zahlreiche Eroberungen Ankaras durch fremde Mächte und Reiche (neben den Römern waren dies die Perser, die Araber, die Seldschuken und natürlich die Osmanen), hemmten seine Entwicklung nachhaltig, die Stadt versank zwischenzeitlich in relativer Bedeutungslosigkeit.


Im Jahre 1920, zu Beginn des nationalen Befreiungskampfes der Türken gegen die britischen, französischen, griechischen, italienischen und armenischen Besatzungsarmeen, wurde Ankara erstmals Sitz des neuen türkischen Parlaments.

Sehenswürdigkeiten, die man in Ankara nicht auslassen sollte

 

Anıtkabir ("Grabdenkmal") heißt das 1953 fertiggestellte Mausoleum Mustafa Kemal Atatürks. Es ist ein imposantester Monumentalbau und wurde als Synthese traditioneller und moderner türkischer Architektur konzipiert. Zur Anlage gehört ein Museum, in dem persönliche Dinge und Schriftstücke des Staatsgründers ausgestellt werden. Auch eine Atatürk darstellende Wachsfigur gehört zum Museumsbestand (Öffnungszeiten: täglich außer montags). Das Mausoleum ist vorrangig ein Anzugspunkt für türkische Touristen. Von den 12.661.565 Menschen, die Anıtkabir 2007 besuchten, kamen 12.301.779 aus dem Inland, nur 359.786 waren ausländische Gäste.

Museen (Auswahl)

Zu den Höhepunkten vor Ort zählt ein Besuch im Museum für anatolische Zivilisationen. Neben dem Burgtor gelegen und in zwei Bauten aus osmanischer Zeit untergebracht, beherbergt das Museum einmalige Schätze alter Hochkulturen. Der Schwerpunkt unter der Vielzahl von Exponaten liegt auf der hethitischen Epoche. Auch die prähistorisch neolithische, die phrygische und die römischen Kultur sind breiter vertreten. Im Jahre 1997 wurde das Museum als "European Museum of the Year" ausgezeichnet. (in der Urlaubszeit täglich geöffnet, außerhalb der Saison täglich außer montags).

 

Vis-a-vis dem Opernhaus, auf einer Anhöhe, ist Ankaras ethnologisches Museum angesiedelt. Osmanische und seldschukische Kunst- und Handwerkserzeugnisse, alte Knüpfteppiche, Kelims, Alltagsgegenstände, traditionelle Trachten und manches mehr sind hier zu bestaunen (täglich außer montags geöffnet).

 

Direkt neben dem ethnologischen Museum befindet sich das Gemälde- und Skulpturenmu­seum. In ihm sind Werke türkischer Kunstschaffender aus dem vorletzten Jahrhundert zu sehen (täglich außer montags). Ferner beherbergen die Räumlichkeiten häufig Internationale Kunstausstellungen.

 

Viel über die neuere Geschichte der Türkei lernt man im Museum des Befreiungskrieges. Es befindet sich im ersten Parlamentsgebäude der Türkischen Republik (das im typisch türkischen Stil errichtetet wurde) am Ulus-Platz. In diesen Mauern wurde der nationale Unabhängigkeitskrieg beschlossen und später die Republik Türkei ausgerufen. Das Museum zeigt u. a. Wachsfiguren der seitherigen Staatspräsidenten des Landes. (täglich außer montags). Neben dem Museum des Befreiungskrieges befindet sich in einer kleinen Parkanlage noch ein Republik-Museum (geöffnet täglich, außer montags).


Das Atatürk-Haus in Ankara ist ein alter Wohnsitz des Gründers der modernen Türkei. Es befindet sich in der Parkanlage der Staatspräsi­denten-Residenz (öffentlich zugänglich an Sonn- und Fei­ertagen von 13.30 bis 17. 00 Uhr).


Das naturhistorische Museum wurde in den dreißiger Jahren im Forschungsinstitut M.T.A. gegründet, aber erst 1968 für den Publikumsverkehr geöffnet. Hier werden u. a. Mineralien ausgestellt, die aus geologischen und mineralischen Forschungstätigkeiten stammen. Mit Hilfe von Exponaten wird die Entstehungsgeschichte der Erde verständlich erklärt. Auch die Entwicklung der regionalen Tier- und Pflanzenwelt wird behandelt (täglich geöffnet, außer an religiösen Feiertagen).

Historische Stätten und Denkmäler (Auswahl)

Die Burg erhebt sich im Stadtteil Ulus.

Die Burg von Ankara ragt im Stadtteil Ulus auf vulkanischem Untergrundgestein empor. Ihre Fundamente sind keltischen Ursprungs. In römischer, byzantinischer, seldschukischer und osmanischer Zeit wurde die Burg mehrfach restau­riert. Wer sie besteigt, wird mit einem herrlichen Ausblick auf die Millionenmetropole belohnt. Die Außenmauer der Burg umfasst zahlreiche alttürkische Häuser. Viele von ihnen wurden historisch getreu restauriert und beherbergen inzwischen Restaurants oder Galerien. In den Restaurants lohnt es sich, die beachtlichen Weine aus der Provinz Ankara zu kosten. Die lokalen Weine gelten als die zweitbesten im Lande.

 

Unterhalb der Burganlage, jenseits ihrer Mauern befindet sich das 1982 endeckte Römische Theater (2. Jahrhundert). Dort freigelegte Statuen und weitere Fundstücke sind im Museum für anatolische Zivilisationen ausgestellt.

 

Ebenfalls im Stadtteil Ulus befinden sich die Überreste des Augustus-Tempels. Der Galateerkönig Pylamenes ließ ihn 10 n. u. Z. auf den Überresten eines antiken Tempels errichten, in dem der phrygische Mondgott Men verehrt wurde. Der Augustus-Tempel sollte die Verbundenheit zu Rom und Kaiser Augustus dokumentieren. Der Tempel besteht aus acht Reihen mit je 15 Säulen, ist aber relativ schlecht erhalten. Restaurierungswürdig macht ihn vor allem das "Testament des Augustus", das in das Gestein der Innenwände eingemeißelt ist (auf Latein und Griechisch). Im Byzantinischen Reich wurde der Tempel zur Kirche. Im 15. Jahrhundert hat man eine Moschee angebaut.

 

Das Römische Bad liegt rund 400 Meter vom Zentrum des Ulus-Viertels entfernt, genauer: an der Cankiri-Straße. Es wurde unter Kaiser Caracalla im 3. Jahrhundert n. u. Z. zu Ehren von Asklepion, dem Gott der Heilkunst, erbaut. Die Raumfolge entsprach der klassischen Gliederung in Caldarium, Tepidarium und Frigidarium. Leider sind nur noch das Fundament des Bades und einige Gänge erhalten geblieben.

 

Rund 15 Meter hoch ist die Julianus-Säule, die man ebenfalls im Ulus-Viertel antrifft. Der Überlieferung nach wurde sie anlässlich einer Durchfahrt von Kaiser Julian Aposta "zu dessen Ehren" erbaut (362 n. u. Z.).

 

Seit 1927 ziert auch ein Republik-Denkmal den Ulus-Platz. Das Denkmal zeigt Republikgründer Atatürk als Reiter und symbolisiert den nationalen Befreiungskampf der Türken.

Parks und Grünanlagen

Blick auf Ankaras City

Ankara darf sich - trotz oft zu hörender gegenteiliger Einschätzungen - durchaus als "grüne" Großstadt bezeichnen. Vielerorts trifft man auf kleine oder größere Park- oder Grünanlagen. Zu den wichtigsten Parks zählen (in alphabetischer Reihenfolge): Abdi Ipekci, Altin, Amt, Anayasa, Cemre, 'Botanik'-Garden, Demetevler, Genclik, Güven, Kale, Kugulu, Kurtulus und Seymenler. Auch das Gut Atatürk Orman Ciftligi ("Atatürk Waldbauernhof"), im Nordwesten Ankaras gelegen, ist eine sehenswerte Parkanlage. Der großzügige Komplex wurde 1925 als Musterfarm gegründet, auch Atatürk persönlich arbeitete auf den Feldern mit. Zu den Besucher-Attraktionen heute zählen die zahlreichen Kaffeehäuser und Picknickplätze, ein Schwimmbad mit Schwarzmeer-Flair, diverse Yörük-Zelte (Nomaden) und der größte zoologische Garten der Türkei. In den Restaurants und Lokalen werden u. a. Produkte des landwirtschaftlichen Gutes gereicht, etwa Ayran, Fruchtsäfte, Speiseeis und Bier. Natürlich gibt es viele Gerichte der traditionellen türkischen Küche.

Moscheen in Ankara

Die Haci Bayram-Moschee wurde im 15. Jahrhundert zu Ehren des Sufi-Führers Haci Bayram erbaut. Sie grenzt unmittelbar an den Ausgustustempel. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Moschee mehrfach restauriert. Direkt neben der Moschee liegt der Haci Bayram Sarkophag, der im Jahre 1429, dem Todesjahr des Gelehrten, Dichters und Komponisten, entstand.


In der Nähe der Burg befindet sich die Arslanhane- Moschee. Das seldschukische Bauwerk stammt aus dem 13. Jahrhundert. Ebenfalls interessant für nichtmuslimische Europäer sind aus architektonischer und kulturhistorischer Sicht unter anderem die Ahi Elvan-Moschee (14. Jahrhundert), die Alaaddin-Moschee (12. Jahrhundert) und die Kocatepe-Moschee (20. Jahrhundert).

Golfen

Auch Golfen kann man im Großraum Ankara. Rund 40 Kilometer westlich der Metropole, nahe dem Vorort Sincan, liegt Erkeksu-Ciftligi mit seiner 9 Loch-Golfanla­ge.

Kunst, Kultur und Unterhaltungsangebote

Auch Ankaras lebendiges Kulturleben verdient Beachtung. Ballett- und Theateraufführungen, Opern, Operetten und Konzerte (Klassik, Jazz, Pop, traditionelle Musik) auf guten Niveau warten auf Besucher. Einen hervorragenden Ruf besitzt das Ankara Symphonie Orchester, eines der ältesten Orchester weltweit. Natürlich gibt es in Ankara zahlreiche besuchenswerte Kunstgalerien, Ausstellungen, Filmvorstellungen und Gastspiele internationaler Künstler. Zu den wichtigsten Ausstellungsorten zählen die Expo-Hallen im Altin-Park und das "Atatürk-Kültürmerkezi". Überregional bekannt sind u. a. folgende Events: Die Filfestspiele im März, das Zei­chentrickfilm-Festival im April, das Kinder­fest namens "23. April", das "Sevda Cenap And" Kunst- und Musikfestival im Fühsommer und die "Asya-Avrupa-Kunstbiennale".

Einkaufen im Urlaub

Viele Besucher zieht es zum Einkaufsbumel durch die alten Gassen und Geschäfte am Cikrikcilar Yokusu nahe Ulus. In der Gasse der Kupferschmiede ("Bakircilar Carsi") findet man nicht nur alte und neue Kupferergegenstände, sondern auch Schmuck, Mobilar, Teppiche, Kleidungsstücke und Handarbeitserzeugnisse. Unweit der Mauern der Burg befindet sich ein Markt für Gewürze, Kräuter, Nüsse, Trockenfrüchte und ähnliches. Moderne Konsumzentren gibt es in Kizilay, auf der Tunali Hilmi-Straße sowie im "Atakule" in Cankaya. Der 125 Meter hohe Atakule-Turm bietet ein Drehrestaurant, von dessen Fenstern aus man eine überragende Aussicht auf die Stadt hat. Elegante Läden umfasst das neue Einkaufscenter Karum in Kavaklidere.

Thermalbäder

Thermalbäder für Kurgäste befinden sich etwas weiter außerhalb in Kizilkahamam, Haymana, Ayas sowie Dutlu (Entfernung von Ankara aus je nach Bad rund 60 bis 90 Kilometer).


Text: Jörgen Varg


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