ITALIEN - FRIAUL-JULISCH VENETIEN

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Urlaub in Triest - Schmelztiegel der Kulturen

Hafenpromenade in Triest. Bilder: Fototeca ENIT

Hafenpromenade in Triest. Bilder: Fototeca ENIT

Triest ist eine norditalienische Hafenstadt an der Adria, die an dem schönen Golf von Triest liegt. Nur wenige Kilometer von der Grenze zu Slowenien entfernt und mit einer bewegten Geschichte, bildet die Stadt einen Schmelztiegel der Kulturen. Hier leben Italiener, Slowenen und auch ein paar Österreicher. Seit 1962 ist Triest die Hauptstadt der Region Friaul-Julisch-Venetien. Vom internationalen Flughafen Triest sind es nur 33 Kilometer in die Innenstadt.

 

Das Hinterland von Triest wird durch die Ausläufer des Karsts bestimmt. Der gute Boden bietet beste Voraussetzungen für den Weinanbau und so ist es keine Überraschung, dass in dem Weinanbaugebiet mit dem DOC-Siegel ausgezeichnete Weine heranreifen. Das milde Klima trägt sein Übriges dazu bei. Zwischen den Orten Opicina und Sistiana zeugt hiervon auch die Weinstraße "Strada del Vino Terrano". Die hervorragenden Weine sind das perfekte Urlaubsmitbringsel für die Freunde daheim.

 

Bei einem Urlaub in Triest gibt es viele Prachtbauten zu entdecken. Am besten startet man seinen Stadtrundgang von dem zentralen Piazza dell'Unità d'Italia aus, der die beiden Stadtteile Borgo Teresianio und Borgo Giuseppino miteinander verbindet. Der Platz besitzt eine rechteckige Form und ist nur zum Meer offen, an den restlichen drei Seiten stehen prachtvolle neoklassizistische Bauten. In der Mitte des Platzes thront ein Brunnen aus dem Jahre 1750, der die bis dahin bekannten vier Kontinente darstellt.

 

Canal Grande mit Booten

Canal Grande mit Booten

Das Rathaus fällt sofort jedem Besucher ins Auge. Der Bau erstaunt mit seiner aufwendig gestalteten Fassade. Er stammt aus den Jahren 1872-75 und wurde dem Louvre nachempfunden. Das Hotel Duchi besteht bereits seit dem 18. Jahrhundert und beherbergte seitdem zahlreiche illustre Gäste wie Sir Anthony Hopkins, Ray Charles, Brian Adams und die Königin Nur von Jordanien, die in dem Traditionshaus ihren Urlaub verbrachten.

 

Das Gleiche gilt für das Kaffeehaus Caffè degli Specchi (Spiegelcafé), in dem sich schon der irische Schriftsteller James Joyce und der österreichische Dichter Rainer Maria Rilke bei einer Tasse Kaffee neue Inspiration holten. Das Café befindet sich in der Casa Stratti und wurde bereits kurz nach der Erbauung im Jahre 1839 eröffnet. Heute ist das Gebäude in Besitz der Versicherung Generali. Unweit des Platzes finden Shopping-Fans in den Straßen Corso Italia, Piazza della Borsa, Via San Nicolò und der Via Mazzini Boutiquen und Geschäfte für jeden Geschmack.

 

Im historischen Stadtzentrum, welches von der Triester Bevölkerung auch Ghetto genannt wird, finden Antiquitätenliebhaber was ihr Herz begehrt. Wer im Urlaub gerne nach Raritäten stöbert, für den ist der Blumen- und Antiquitätenmarkt interessant, der hier an jedem dritten Sonntag des Monats stattfindet. An den Piazza dell'Unità d'Italia grenzt der Piazza Verdi. Das Zentrum dieses Platzes bildet das Opernhaus Teatro Verdi. In diesem wurden 1948 und 1950 die Stücke Il Corsaro und Stiffelio des berühmten italienischen Komponisten uraufgeführt.

 

Schloss Miramare

Schloss Miramare

Besonders malerisch zeigt sich der Wasserkanal Canale Grande im Stadtteil Borgo Teresiano. An seinem Ende steht die Antoniuskirche. In unmittelbarer Nähe befinden zwei weitere Gotteshäuser: Eine sehenswerte jüdische Synagoge sowie die imposante, serbisch-orthodoxe Kirche San Spiridione. Im Stadtteil Borgo Giuseppino sind es die Museen Civico Museo Revoltella - Galleria d'Arte Moderna und das Museo di Storia Naturale, die die Urlauber anlocken.

 

Wer seinen Urlaub in Triest verbringt, sollte auch einige Ausflüge in die Umgebung machen. In Sichtweite des Triester Hafens liegt auf einem Felsvorsprung das Schloss Miramare. Erbaut wurde es von Maximilian von Österreich und seiner Frau Charlotte von Belgien. Es besticht durch seinen liebevoll gestalteten, 22 Hektar großen Park. In diesem befinden sich ein englischer und ein italienischer Garten sowie ein Schmetterlingshaus mit 2000 lebenden Faltern.

 

Außerdem bietet sich ein Ausflug in den Villenvorort Opicina an. Für die Fahrt nutzt man am besten die historische Straßenbahn Tranvia di Opicina, die bereits seit 1902 in Betrieb ist. Rilke-Fans sollten sich nach Duino begeben. Dort steht das Schloss der Familie Thurn und Taxis, in dem der österreichische Dichter seine Duineser Elegien verfasste. Daran erinnert auch der Rilkeweg, der entlang der steilen Felsenküste von Duino nach Sistiana führt.

 

Triest ist dank seiner prächtigen und gut erhaltenen Gebäude vor allem ein Ziel für Kultururlauber. Doch auch wer gerne wandert, wird sich in der reizvollen landschaftlichen Umgebung wohl fühlen. Feinschmeckern wird besonders der ausgezeichnete Wein gefallen.

 

Text: Daniela Hesse


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