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Trier - unterwegs auf den Spuren von Karl Marx

Marx-Gedenktafel (Karl-Marx-Haus)

Marx-Gedenktafel am Karl-Marx-Haus. Foto: gemeinfrei

Wer in Trier Urlaub macht, hat neben den vorzüglichen Moselweinen meist Sightseeing im Sinn. Zahlreiche, zum Teil spektakuläre Sehenswürdigkeiten aus der Römerzeit (Porta Nigra, Römerbrücke, Amphitheater, Kaiserthermen) und dem Mittelalter (Domkirche, Frankenturm, Judenviertel) locken Besucher aus aller Welt. Auch viele Renaissancebauten und Gebäude im Barok- oder Rokokostil sind eine Besichtigung wert.


Politisch interessierte Besucher betreiben aber oft noch eine ander Art von "Sightseeing": Trier ist die Geburtsstadt des weltberühmten Philosophen und Ökonomen Karl Marx - seines Zeichens Begründer des modernen bzw. wissenschaftlichen Sozialismus - und bietet daher viel Sehenswertes rund um den Autor von "Das Kapital".


Zentraler Anlaufpunkt für "Marx-Touren" ist das Karl-Marx-Haus auf der Brückenstrasse 10. Hier erblickte Marx im Jahre 1818 das Licht der Welt. Heute fungiert das Haus als Museum. Besucher finden Informationen über die Geschichte des Karl-Marx-Hauses selbst (Bilder und Dokumente) sowie Schilderungen zum Leben und Wirken des epochalen Denkers. Auch sein Freund und Mitstreiter Friedrich Engels findet angemessene Berücksichtigung. Zudem kann man Originaldokumente wie Briefe, Manuskripte, handschriftliche Gedichtbände, Erinnerungen und Werke der beiden Revolutionäre sehen. Zahlreiche Infotafeln informieren darüber hinaus über die Geschichte der Arbeiterbewegung und des Marxismus. Die Ausführungen sind freilich stark von der einseitigen Sichtweise der SPD-nahen "Friedrich Ebert Stiftung" geprägt.


Das Vorderhaus des heutigen Karl-Marx-Hauses wurde 1727 errichtet, die Fassade hat man 1930/31 nach altem Vorbild wieder hergerichtet. Dass die Familie Marx (Marx' Vater war Rechtsanwalt) zur gehobenen Mittelklasse gehörte, belegen die Gartenanlagen des Hauses. Die Hofbauten stammen noch aus gotischer Zeit.


Übrigens soll ein Drittel der Besucher des Hauses (32.000 im Jahre 2005) aus der Volksrepublik China kommen. In dem sozialistischen Land hat der Name Marx nach wie vor einen guten Klang - und für Chinesen zählt des Karl-Marx-Haus zu den Hauptsehenswürdigkeiten in Deutschland!

Marx' Leben in Trier

Doch nicht nur das Karl-Marx-Haus lohnt eine Besichtigung. Zahlreiche weitere Stätten machen es möglich, Teile des Marxschen Lebensweges nachzuvollziehen:


In Nähe des Marx-Hauses, auf der Brückenstrasse 2, hielt sich Marx zuletzt als Hotelgast in Trier auf (1863, dem Todesjahr seiner Mutter). Heute ist in dem Gebäude die "Wolf-Apotheke" ansässig.


Im nördlichen Teil der Trierer Innenstadt, auf den Simeonstrasse 8 (in Sichtweite zur Porta Negra), steht das langjährige Wohnhaus der Familie Marx (seit 1819), von dem aus der junge Karl seinen Schulgang antrat. Sein Weg führte ihn durch die Trierer Innenstadt (Simeonstrasse und Brotstrasse) zum Lateingymnasium (Friedrich-Wilhelm-Gymnasium). Unweit davon, in der (alten) Jesiutenkirche, wurde Karl konfirmiert.


Einige 100 Meter südlich schließlich, auf der Neustrasse 83, steht das ehemalige Wohnhaus der Familie von Jenny von Westphalen, Marx' späterer Frau. Heute findet man dort die Volksbank Trier.


Auch Spuren der jüdischen Wurzeln der Familie Marx kann man in Trier antreffen. Die Gräber von Marx' Groß- und Urgroßvater liegen auf dem (alten) jüdischen Friedhofs. Marx' Vater Heinrich war kurz vor Karls Geburt zum Protestantismus übergetreten, um seinen Beruf als Rechtsanwalt weiter ausüben zu können.

 

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