EINE REISE MIT DEM TRANSCANTABRICO DURCHS GRÜNE SPANIEN
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Dienstag: Von Viveiro über Ribadeo und Luarca bis Oviedo
Nach einer geruhsamen Nacht setzte sich der Zug morgens früh um 8.00 Uhr wieder in Bewegung. Da er erst gegen 9.40 Uhr sein Ziel erreichte, blieb ausreichend Zeit zum Duschen usw. sowie zum Frühstücken. Es war entspannend, beim morgendlichen Kaffee die wilde Küstenlandschaft Galiciens an sich vorbeiziehen zu lassen.
Nach der Einfahrt in Ribadeo stand als erstes ein Besuch des berühmten Kathedralenstrands auf dem Programm. Jetzt im Herbst war die Badesaison leider bereits vorbei, im Sommer gehören die feinen Sandstrände zu den angenehmsten Spaniens. Naja, außerdem war Flut, so dass der größte Teil des Strandes sowieso unter Wasser lag.
So machten wir alle unsere Fotos von den Felsen oberhalb des Strandes, beobachteten zwei Spinnangler bei ihren Versuchen, Seebarsche an den Haken zu bekommen, und fuhren alsbald wieder nach Ribadeo, der östlichsten Hafenstadt Galiciens.
Bei einem Rundgang durch Ribadeo entdeckten wir am Plaza de España einige spannende Bauwerke, die reich gewordene Unternehmer des späten19. Jahrhunderts errichteten, um sich ein Denkmal zu setzen, zum Beispiel der Pazo de los Ibañez.
Und es ging weiter bis zum Parador von Ribadeo. Von hier aus hatten wir einen tollen Blick über den Río Eo und die gegenüberliegende Gemeinde Castropol, die für ihre Werften und ihre Austern- und Muschelzuchten bekannt ist.
Lange hatten wir nicht Zeit, der Zug wartete auf uns, wir mussten weiter nach Luarca. Nach 90 Minuten hatten wir die bekannte Hafenstadt erreicht. Der Bahnhof liegt etwas oberhalb der Hafenstadt, so dass wir bequem bergab schlendern konnten. Bei der Gelegenheit konnten wir den Transcantabrico beim Überqueren einer weiten Eisenbahnbrücke fotografieren, aber leider war es noch bewölkt.
Luarca, ein malerischer Fischerort
Luarca liegt am Río Negro, einem lebhaften kleinen Fluss, an dem vor 20 Jahren noch Wäsche gewaschen wurde, wie der Autor selber erlebte. In dem selben Jahr, es war 1986, gruselte er sich beim Beobachten von oberarmdicken Aalen und mehrpfündigen Forellen, die, nachdem ein Koch Fischabfälle im Río Negro entsorgt hatte, ein recht eklig aussehendes Knäuel bildeten.
Im Ortszentrum war ein kleiner Markt auf dem Produkte aus der Region wie Kuchen, Honig, Käse und Wurst angeboten wurden. Der eine oder andere aus der Gruppe nutzte auch sogleich die Gelegenheit Reisemitbringsel einzukaufen. Ganz in der Nähe lag unser Restaurant, das Sport Restaurant. Es war vornehmer und das Essen besser als der Name vermuten lässt.
Es wurde sogar beim Quality Club „Mesas de Asturias“ aufgenommen, einer Restaurantvereinigung, deren Mitglieder sich der ursprünglichen asturischen Küche mit ihren Produkten verschrieben haben.
Der Service war freundlich und schnell, das Menü sehr ordentlich. Es bestand aus einem Vorspeisenteller mit einem Pulpospieß, Brot mit einer leichten Seehechtfarce und Cecina. Vor allem Letzteres hatte es uns angetan. Es sind hauchdünne Scheiben aus getrocknetem und ganz leicht geräuchertem magerem Rindfleisch.
Anschließend folgte ein Fischgericht, ein rustikales Parfait aus Thunfisch und diversen Zutaten: lecker, nur die halbe Portion hätte durchaus gereicht. Auch von den anschließend servierten Crepes mit Milchreisfülllung und Caramelsauce wäre die Hälfte ausreichend gewesen: Egal, es war lecker!
Nach dem Lunch sollte ich noch einige Sätze zu meinen Eindrücken für das Asturische Fernsehen von mir geben, was ich dann auch tat, dann aber ging es raus an die frische Luft.
Der leichte Seewind hatte inzwischen die Wolken vertrieben, eine gute Gelegenheit, schöne Aufnahmen vom Hafen zu machen, und um 16.00 mussten wir auch wieder los, der Bus wartete. Er brachte uns zum Bahnhof von Cudillero, dort wartete der Zug, der uns dann wiederum bis zur asturischen Hauptstadt Oviedo transportierte.
Oviedo - die lebenswerte Hauptstadt Asturiens
Es folgte – natürlich – ein Stadtbummel. Wir verließen den Bereich des Hauptbahnhofs und bogen in die Calle Uria ein, eine der Haupteinkaufsstraßen Oviedos, und bewunderten hier die teilweise sehr hübschen Hausfassaden. Wie in Oviedo unvermeidlich, sahen wir eine ganze Reihe von Skulpturen, die überall in der Stadt auf den Bürgersteigen zu finden sind.
Irgendwie war die Stimmung auf den Straßen so ungeschäftsmäßig, Familien waren mit ihren Kindern unterwegs, niemand hatte es anscheinend eilig. Man konnte denken es wäre Sonntag. - Nein, es war nicht Sonntag, aber Feiertag, Spanischer Nationalfeiertag.
Ein Muss in Oviedo ist ein Besuch in der gotischen Kathedrale, die aber vor unserer Nase zugeschlossen wurde. Nach einigen charmanten Worten unseres Transcantabrico-Guide Andrea Ruiz durften wir aber doch noch schnell hineinhuschen, um einen kurzen Eindruck vom prächtigen Kircheninneren zu bekommen.
Sidra Boulevard und Menü bei Isaac und Javier Loya
Anschließend ging es ein klein wenig bergab. Das Ziel war der wenige hundert Meter entfernte Sidra Boulevard. Er ist bekannt für seine zahlreichen Sidralokale und ein ausgeprägtes Nachtleben.
Nach ein oder zwei Gläschen Sidra, dem unvergleichlichen frischen asturischen Apfelwein, wanderten wir plaudernd weiter bis zum „De Loya Restaurante“ südöstlich der Innenstadt. Hier wurden uns von Isaac und Javier Loya nicht nur die typischsten Produkte der asturischen Küche vorgestellt, sondern auch Fragen zu den Geheimnissen der asturischen Küche, zum Zusammenspiel zwischen den Weinen und den einzelnen Gerichten und zu den Problemen der Gastronomie in Zeiten der Wirtschaftskrise beantwortet.
Das folgende Menü war der erste kulinarische Höhepunkt unserer Reise. Obgleich die Leistungen der Küchenbrigade des Hotel Hesperia Finisterre beachtenswert waren, was das Team um Javier Loya erschuf und servierte ging, doch deutlich darüber hinaus.
Der blanchierte asturische Hummer auf Salat war der beste Hummer meines Lebens und auch der kunstvoll geschnitzte Pulpofangarm in einer Zwiebelbrühe war „nicht von schlechten Eltern“.
Es folgten Rotbarbe auf Cremereis mit Herbstpilzen und als Dessert eine klassische Kreation: karamelisierte Äpfel mit (selbstverständlich) hausgemachten Vanilleis.
Ich blieb bei diesem Menü beim Sidra, einem auf moderne Art hergestellten, der so auch Lager- und transportfähig bleibt, dem Sidra Asturiana Tareco, was mir ausgezeichnet bekam.
Ach ja, bevor ich es vergesse: Auch während der Präsentation mussten wir nicht darben: Es gab Jamón Ibérico de Bellota, Royal vom Seeigel mit Zitrusfrüchten und Lutscher von Afuega´l Pitu, einem der ältesten spanischen Käse, mit einer Glasur vom grünen Apfel.
So langsam neigte sich der Dienstag seinem Ende entgegen, wir fuhren mit Taxen zurück zum Bahnhof und von dort war es nicht weit zu unserem Gleis und zu unserem Transcantabrico.
Mittwoch - von Oviedo nach Cangas de Onis, Covadonga, Sirviella, Ribadesella bis San Vincente de la Baquera...











