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Tollwutimpfung - von Reisenden oft vernachlässigt
"Tollwut ist gerade im Zusammenhang mit Fernreisen eine häufig unterschätzte Gefahr und die Vorsorge durch eine Tollwutimpfung wird zu selten genutzt", stellt Dr. Burkhard Rieke vom Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf fest. Sechs Patienten in deutschen Krankenhäusern stehen derzeit (Anfang 2005) im Verdacht mit Tollwut infiziert zu sein, so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Ihnen wurden Organe von einer Spenderin transplantiert, die sich offensichtlich während eines Aufenthaltes in Indien, wenige Wochen vor ihrem Tod unbemerkt mit dem Virus infiziert hatte.
In Südostasien, insbesondere in Indien, Thailand und auf den Philippinen, aber auch beispielsweise in Brasilien und in Ländern Südosteuropas ist das Risiko, von einem mit Tollwut infizierten Tier gebissen zu werden, unvergleichbar größer als bei uns. Der zutraulich erscheinende Hund oder die Katze, die unbedacht gestreichelt werden, oder das Äffchen, das beim Spaziergang unter exotischen Bäumen auf die Schulter springt, können das Virus übertragen, auch Fledermauskontakte bergen eine hohe Gefahr. "Wenn die Krankheit ausbricht, verläuft sie normalerweise tödlich", erklärt Dr. Rieke, "auch wenn im vergangenen Jahr in den USA erstmals ein korrekt diagnostizierter Fall überlebt wurde." Die Tollwutimpfung bietet hingegen sicheren Schutz. Auch nach einer Infektion kann durch schnelle und richtige Maßnahmen der Ausbruch der Erkrankung verhindert werden. Das Problem besteht jedoch darin, dass in den Risikoländern die Gesundheitsversorgung nicht mit der in Deutschland vergleichbar ist. Impfstoffe und das spezielle, sehr teure Tollwut-Serum stehen häufig nicht oder in minderwertiger Qualität zur Verfügung. Ob eine Tollwutimpfung vor einer Reise sinnvoll ist, sollte immer individuell geklärt werden.
Die Kosten der Impfungen, die aufgrund einer Auslandsreise erfolgen, werden jedoch nicht von den Kassen übernommen, sondern müssen selbst getragen werden - bei beruflich bedingten Reisen vom Arbeitgeber. Das CRM empfiehlt vor einer Reise in diese Regionen eine Beratung bei einem reisemedizinisch fortgebildeten Arzt oder in einer Apotheke mit reisemedizinisch fortgebildetem Fachpersonal. Diese Ärzte und Apotheken können qualifiziert auch über die Gefahren mit Tollwut infiziert zu werden beraten und wichtige Vorsorgeempfehlungen geben. Wer eine Reise plant kann, sich im Internet unter www.crm.de über die empfohlenen Impfungen für das Reiseland informieren. Aber auch in Deutschland sollten einige Berufsgruppen den Impfschutz vor Tollwut haben: alle, die möglicherweise mit kranken Tieren in Kontakt kommen können, beispielsweise Tierärzte und deren Helfer, Jäger und Forstarbeiter.
Text: Centrum für Reisemedizin
