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Tirol - Weihnachtszeit ist Brauchtumszeit
Räuchern, Anklöpfeln, Klaubaufgehen - in Tirol haben sich uralte Weihnachtsbräuche bis heute erhalten.
Räuchern
Im Volksglauben brach mit dem 25. Dezember die mythische Zeit der Raunächte an (der Begriff "Raunacht" leitet sich vom Begriff "Räuchern" ab). Unheimliche Geister suchten bis 6. Januar Stall und Stube heim. Diese galt es mit dem Ausräuchern von Haus und Hof am heiligen Abend, zu Silvester und am Dreikönigstag zu bändigen. Es bedeutete Unglück oder den Tod, wenn ein Familienmitglied beim Räuchern fehlte. Auch heute noch wird das Räuchern in Tirol praktiziert. In einer großen mit heißer Glut gefüllten Pfanne wird Weihrauch gelegt, mit der die Bauersfamilie unter ständigem Gebet alle Räume feierlich "ausräuchert".
Anklöpfeln
Eine auch heute noch gebräuchliche Form, böse Naturgeister zu vertreiben, ist das Anklöpfeln, welches auf das 15. Jahrhundert zurück geht. Zu dieser Zeit ist es als ein weltlicher Brauch dokumentiert, der nicht auf das christliche Weihnachtsgeschehen bezogen war. Anklöpfeln galt vielmehr als auf den Jahreswechsel bezogener Orakelbrauch. Durch Anklöpfeln wollte man die Zukunft erforschen. Wenn man z.B. zur richtigen Stunde an Stallwände klopfte, hörte man die Haustiere von den Toten des kommenden Jahres reden. Der Brauch hat sich vor allem im Unterinntal erhalten. An den Wochenenden gehen kleine Gruppen von Haus zu Haus, klopfen an Tür und Fenster, tragen ihre Lieder vor, um dann nach der Bewirtung oder Beschenkung wieder aufzubrechen. Die Klöpfler sind teilweise maskiert, meist aber tragen sie Hirten-kleidung und lange weiße Bärte. In jüngerer Zeit gehen öfters auch Maria und Josef und ein weißbeschürzter Wirt - die Gestalten des Herbergsuchens - mit.
Klaubaufgehen
Er trägt ein weißes, schwarzes oder braunes Fell, eine grob geschnitzten Holzmaske bzw. eine grob wirkende Larve aus Aluminium. Auf seinem Rücken finden sich mehrere größere Glocken: Es ist der Klaubauf, der zusammen mit anderen maskierten Gestalten den Nikolaus auf seinem Gang durch das Dorf begleitet. Der Nikolaus besucht die Häuser, befragt die Kinder und lässt sie durch zwei Engel beschenken. Der "Lotter" und die "Litterin" heischen in der Zwischenzeit um Geld und tanzen als Dank zur Musik des Spielmanns. Früher üblich, heute jedoch kaum mehr gebräuchlich, ist das sogenannte "Tisch zoichn" (Tisch ziehen). Dabei versuchten mehrere "Klaibaife" (dialektale Mehrzahl von Klaubauf) den Tisch eines Hauses ins Freie zu ziehen. Es galt als Schande für den Hausherren, wenn dies gelang. Das Klaubaufgehen ist heute vor allem in Osttirol noch lebendig.
Die "Böm" gehen um
Vermutlich einzigartig ist der Adventbrauch, der sich bis heute in Alpbach erhalten hat. Die "Böm" führen an Donnerstagen und Sonntagen in Bauernstuben und Gasthäusern Musik und Handwerk vor. Musikanten, zwei Tanzpaare, sowie z. B. ein Schuster, ein Schindelmacher und ein Messerschleifer bilden die "Böm". Ursprünglich sollen die "Böm" arme Leute aus Böhmen gewesen sein, die in der Adventzeit regelmäßig nach Albpach kamen.
Weihnachtskrippen
Ein besonders beliebter Brauch zur Weihnachtszeit ist das "Krippeleschauen". Die Heilige Familie samt Ochs und Esel unter einem kargen Dach, darüber ein leuchtender Stern, der den herannahenden Heiligen Drei Königen von der frohen Botschaft kündet - wer kennt nicht dieses Krippen-Motiv. Gäste und Einheimische kommen scharenweise, um die schönsten Krippen in Kirchen und Bauernhäusern landauf landab zu besichtigen. Der Grundstein für die Krippenkunst in Tirol wurde 1608 gelegt: Damals wurde die erste Krippe in der Innsbrucker Jesuitenkirche aufgestellt. Im Volkskunstmuseum in Innsbruck ist die Entwicklung der Krippe in Tirol anschaulich nachzuvollziehen: Brokat bestickte Gewänder, schlichte Krippen aus Karton bis hin zu geschnitzten Figuren können hier über das ganze Jahr besichtigt werden. Und auch so manch kuriose Szene, wie etwa ein Streit zwischen Jäger und Wilderer, ist hier zu sehen.
Mehr Infos zu den Weihnachtsbräuchen in Tirol:
Tirol Info
Tel. +43.512.7272-0
info(at)tirol.at
www.tirol.at

