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Tibet - Urlaub auf dem Dach der Welt
Das autonome Gebiet Tibet im Westen der Volksrepublik China entwickelt sich immer mehr zum attraktiven Urlaubsziel. Nach und nach werden die reichen touristischen Ressourcen Tibets systematisch erschlossen. Einen neuen Schub hat der örtliche Tourismus durch den Bau der Qinghai-Tibet-Eisenbahn erhalten.
Tibet fasziniert westliche Besucher nicht nur durch sein äußerst reiches kulturelles Erbe. Auch die Naturlandschaften des Gebietes, die untereinander spektakuläre Kontraste bilden, sind die weite Reise in den Westen der Volksrepublik wert.
Massive Gebirge und tiefe Täler, große Gletscher, schneebedeckte Gipfel, Bergebenen, Vulkane, Bergseen und heiße Quellen prägen die Landschaftsszenerie. Auch Feuchtgebiete und Steppen sind reichlich anzutreffen. Das eigentliche "Dach der Welt" bildet die Qinghai-Tibet Hochebene bzw. der dortige Qomolangma Berg (Mount Everest), der 8848 Meter hoch über China und Nepal thront. Der größere Rest Tibets zählt zu den subtropischen Breiten.
Nachstehend werden einige touristische Highlights in Tibet kurz vorgestellt.
Tibet - einige Hauptattraktionen
Lhasa
Die sagenumwobene Hauptstadt Tibets erhebt sich 3600 Meter über dem Meerespiegel auf einem Plateau majästetisch gen Himmel. In der Sprache der Tibeter bedeutet Lhasa "Heiliges Land".
Lhasa ist politisch, ökonomisch, kulturell und verkehrstechnisch das unumstrittene Zentrum des Autonomen Gebietes Tibet (AGT). Auch der tibetische Buddhismus hat hier nach wie vor seine Hauptstützpunkte.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der 250.000 Einwohner-Stadt gehören die Klöster Ramoche und Jokhang, der Potala-Palast, der Barkhor und der Norbu Linka. Dazu kommen die "Drei großen Klöster" im Einzugsbereich von Lhasa: Drepung, Ganden und Sera.
Das Kloster Jokhang, der Potala-Palast, der Norbu Linka und die "Drei großen Klöster" sind heute von Staats wegen unter Denkmalschutz gestellt.
Der Potala Palast
Der majästetisch auf dem Hongshan Berg thronende Potala Palast gilt als das bauliche, historische und kulturelle Glanzstück der Hauptstadt Lhasa. Rund 3.700 Meter über dem Meeresspiegel liegend, ist er der höchstgelegene Palast der Welt. Der heutige Palastkomplex stammt aus dem 17. Jahrhundert. Ein Vorgängerbau aus dem 7. Jahrhundert wurde in die riesige Anlage intergriert.
Das Hauptgebäude des Palastes beeindruckt durch seine 13 Stockwerke, die 999 Räume beinhalten, und umfasst u. a. den "weltlichen" Weißen und den "geistlichen" Roten Palast. Im Weißen Palast hatte bis 1959 die lokale tibetische Regierung ihren Sitz. Der Rote Palast beherberte u. a. die Privaträume des Dalai Lama. Im Jahre 1994 wurde der Potala-Palast von der UNESCO in die Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.
Das Jokhang Kloster
Das Jokhang Kloster befindet sich in Lhasas Altstadt, etwa einen Kilometer vom Potala Palast entfernt. Erbaut wurde das zweistöckige und schiffsförmige Kloster Mitte des 7. Jahrhunderts, später erfolgten mehrere Umbauten. Das Kloster ist gut an seinen Kupeln zu erkennen, die golden in der Sonne leuchten, und vereint indische und nepalesische Architekturelemente. Wichtigster Besitz des Klosters ist die vergoldete Statue des Jobo Shakyamuni. Für religiöse Tibeter stellt das Kloster eine Art "Zentralheiligtum" dar, das man à la Mekka einmal im Leben aufsuchen sollte.
Das Sera Kloster
Das Kloster Sera liegt am Fuß des Berges Sera Wuze in einem nördlichen Vorort von Lhasa. Der 1419 errichtete Bau ist ein schönes Beispiel für typisch tibetanische Architektur. Im Besitz des Klosters befinden sich zudem zahlreiche kostbare Kulturgegenstände. Besondere Erwähnung verdienen die Bildrollen aus der Ming- und Qing Dynastie sowie die vergoldenen Sutras.Das Landschaftsgebiet am Fluss Yarlung
Gletschergebiete und schneebedeckte Berghänge, Hochlandvegetation, Flusstäler, Äcker und Weideflächen prägen die Szenerie im Yarlung-Fluss-Landschaftsgebiet. Die eigentliche Bedeutung des Gebietes liegt allerdings in seiner Geschichte als "Wiege der tibetischen Zivilisation". Archäologische Zeugnisse aus Chengguo (Kreis Konggar) belegen, dass Tibets Ureinwohner an den Ufern des Yarlung bereits in der Jungsteinzeit ein beachtliches zivilisatorisches Niveau erreicht hatten. Später diente das Talgebiet auch als "Wiege" der Yarlung- oder Tubo-Dynastie, die vom 7. Jahrhundert bis zum Jahre 842 existierte und das erste gößere tibetische Reich darstellte.
Ruinen des Guge-Königreiches
Die Ruinen des Guge-Königreiches befinden sich auf einem rund 300 Meter hohen Hügel am Fluss Xiangquanhe und stehen seit langem unter staatlichem Denkmalschutz. Besuchern Tibets bieten sie zumindest einen kleinen Eindruck von der Pracht und Größe der Bauwerke aus der Guge-Zeit (11. bis 17. Jahrhundert).Namco See
Der Namco-See ist der größte See der Volksrepublik. Er liegt 4700 m über dem Meeresspiegel und hat eine Fläche von mehr als 1900 qkm.
Namco bedeutet auf tibetisch "Himmlischer See". Der See zählt zu den drei heiligsten Seen des tibetischen Buddhismus. Alljährlich pilgern Abertausende Anhänger dieser Glaubensrichtung an das Gewässer.
Der Namco-See, der sich so weit wie ein Meer ausnimmt, ist aber auch eine wunderbare Touristenattraktion. Das Magazin China National Geography hat den See unlängst zu einem der fünf schönsten Seen der Volksrepublik erklärt. Neben der umgebenden wunderschönen Landschaft zählt im Sommer das Wildleben des Sees zu den Attraktionen.
Nyingchi
Im Bezirk Nyingchi im Südosten Tibets befinden sich nach Angaben der Forstbehörden die größten Urwälder Chinas. Überhaupt ist die Region ein El Dorado für naturliebende Urlauber. Auch einige Superlative gibt es zu sehen. So befindet sich in einem riesigen Zypressenwald nahe der Kleinstadt Bayi die älteste Zypresse der Welt. Auf 2.500 Jahre wird das Alter des 50 Meter hohen Gewächses geschätzt, das den Bewohnern als "heiliger Baum" gilt. Im Kreis Medo wartet eine weiteres Hightlight: Die Große Yarlung Zangbo-Schlucht, die als größte Schlucht der Welt gilt. Mehrere Naturschutzgebiete und eine Vielzahl seltener Tiere und Pflanzen gibt es hier zu bewundern. Die Bevölkerung Nyingchi ist übrigens multikulturell zusammengesetzt. Neben Tibetern und Han-Chinesen leben hier die Volksgruppen der Lhobas und der Moinbas.
Mount Everest (Qomolangma Berg)
Der Mount Everest (In Nepal heißt er Sagarmatha, in Tibet Qomolangma), im Himalaya an der Grenze zwischen China und Nepal gelegen, ist der höchste Berg der Erde (8848 m über NN)
Schneebedeckte Gipfel und zahlreiche Gletscher prägen das Antlitz des Mount Everst. Der nördliche Teil des Bergmassivs befindet sich auf tibetischen Territorium (Kreis Tingri).
Am Mount Everest hängt ständig ein weißer Wolkenstreifen, der mit dem westlichen Wind - einer Flagge ähnelnd - in Richtung Osten weht. Dieses faszinierende Phänomen bezeichnet man vor Ort als die "Flaggenwolke am Qomolangma".
Heute ist der Mount Everest beliebtes Ziel vieler Bergexpeditionen. Die günstigste Zeit für Besteigungen liegt von Anfang März bis Ende Mai und von Anfang September bis Ende Oktober. Dann sind die Temperaturen meist mild genug. Von chinesischer Seite aus erfolgen Bergbesteigungen über die "Nord-Route".








