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Im Urlaub auf Zeitreise gehen - das Tal der Könige in Luxor (Teil II)
Die Gräber der Noblen
Entdecken wie die reiche Bevölkerung Altägyptens gelebt hat - auch das ist in Theben möglich. Die Gräber der Noblen liegen etwas westlich, zwischen dem Tal der Könige und den Gräbern der Königinnen. Hier wurde die ägyptische Oberschicht, wie hohe Beamte und Priester bestattet. Deshalb unterscheiden sich die Wandmalereien stark von den Darstellungen in den Königsgräbern. Sie preisen das Leben im Jenseits. Daneben finden sich ab der 19. Dynastie Szenen aus dem Alltag.
Die Grabanlagen verfügen häufig über Vorhof, Querschiff, Längshalle und sind teils noch mit einem vorgeordneten Pfeilersaal ausgestattet. Schächte führen zu den unterirdischen Grabkammern. Die Gräber sind auf unterschiedliche Dörfer verstreut. Die meisten zur Besichtigung offenen Gräber liegen in "Scheich Abd-el Qurna". Daher sollte ein Besuch in diesem Winkel im Theben-Urlaub auf gar keinen Fall fehlen. Besonders lohnenswert sind die Gräber von Nacht, Ramose und Menena. Nacht war unter Thutmosis IV. Priester des Gottes Amun. Sein Grab zeigt Bilder einer Bootsfahrt. Umgeben von Papyrusstauden, Vögeln und Schmetterlingen macht der Vater mit seinen beiden Kindern einen Ausflug. Umspielt wird die Szenerie von drei Musikantinnen.
Menena war Feldvermesser. Deshalb steht in seinem Grab diese Tätigkeit im Zentrum der Wandverzierung. Seine Funktion war äußerst wichtig, da nach den jährlichen Nilüberschwemmungen die Ackergrenzen immer wieder überprüft werden mussten. Außerdem werden in seiner Stätte das Totengericht und ein Befreiungsritual bildlich dargestellt.
Das Grab des Ramose ist außergewöhnlich groß. Das lag vermutlich an seiner Stellung. Als Wezir von Oberägypten war er eine bedeutende Persönlichkeit und konnte sich auch die besten Handwerker leisten. Die herrlichen Reliefs in seiner Grabkammer zeugen von diesem Reichtum. Die dargestellten Gesichtszüge sind sehr fein. Auffällig sind die großen mandelförmigen Augen. Betrachtet man die Verzierungstechniken von Vorder- und Rückwand, fällt sofort der starke Stilbruch ins Auge. Erklärt wird das ganze dadurch, dass die Anlage im Zeitraum vom Pharaonenwechsel Amenophis III zu Echnaton entstanden ist. Der Weg zur unfertigen Grabkammer wurde mit dem Begräbniszug von Ramose bebildert. Diesmal handelt es sich allerdings nicht um Relief, sonder um Malerei. Mit ausdruckvoller Farbenpracht werden die Angehörigen, die der „Mumie“ das letzte Geleit geben, dargestellt.
Nahe der Gräber der Noblen liegt zudem noch die ehemalige Handwerkersiedlung Deir el Medina. Hier lebten vor allem Steinmetze, Maler und Künstler, welche die Grabanlagen der Pharaonen anlegten. Einige Gräber dieser einfacheren Bevölkerungsschicht sind heute auch zugänglich. Besonders schön ist die Grabkammer des Sennodjem.
Das Ramesseum - die Übereste einer einstigen Hochkultur
So bezeichnet man die Ruinen des früheren Tempels von Ramses II (1279 – 1213 v. Chr.). Und viel ist von der Anlage wirklich nicht übriggeblieben. Ursprünglich wurde der Bau von einer gewaltigen, fast 18 Meter hohen, kolossalen Skulptur bewacht. Heute sind davon noch der Oberkörper und der Kopf zwischen dem ersten und zweiten Hof zu bestaunen. Der moderne Eingang ist im Nordwesten, über den zweiten Hof.
Auf den Rückseiten vom ersten und zweiten Pylon, finden sich Bilder der Schlacht von Kadesch. Der hintere Tempelteil birgt viel Interessantes: Die Gewölbe zweier Säle sind erhalten geblieben. Ihre ausdruckstarken Reliefs zeigen einen Sternenhimmel. Die gleiche Abbildung findet sich auch in den Königsgräbern.
Ein sehr bedeutendes Relief befindet sich im zweiten Säulensaal. Eine Rückwand zeigt die Götter Atum, Thot und Seschat. Sie verewigen den Namen des Pharaos auf den Blättern des heiligen Ischedbaums.
Hilfreiches für einen Besuch im Tal der Könige
Natürlich darf nach soviel Kultur auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Schließlich hat man sich auch mal ein Päuschen verdient. Deshalb wurde das alte Rathaus, gegenüber dem Tutanchamun Grab, durch ein modernes Restaurant mit einem überdachten Rastplatz ersetzt.
Wer sich jetzt auf die Erkundungstour ins Tal der Könige wagen will, der sollte auch die richtige Ausrüstung dabei haben. Unverzichtbar ist hier eine Taschenlampe, da es in den Grabkammern sehr dunkel ist. Beachtet werden sollte unbedingt das "Photographierverbot mit Blitz". Das grelle Licht schädigt die kostbaren und sensiblen Wandmalereien sehr. Und wenn man unbedingt schöne Bilder den Reliefs haben möchte, ersteht man vielleicht doch lieber einen Bildband. So gut, wie ein professioneller Photograph kriegt man die selbstgemachten Urlaubsphotos sowieso nicht hin.
Auf gar keinen Fall, sollte man auf eigene Faust in eines der offenstehenden Gräber gehen. Hier sind schon einige (teils tödliche) Unglücke passiert.
Text: Ragah Kamel


Tal der Könige I