GRIECHISCHE INSELN - URLAUB AUF DER INSEL THASSOS

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Urlaub auf der Insel Thassos - Gebirge, Strand und Dorfleben

Urlaub auf der Insel Thassos - im Hafen von Potamia

Urlaub auf der Insel Thassos - im Hafen von Potamia

An den Straßenkreuzungen stehen bunte Wegweiser mit den Namen der Pensionen, Bars und Tavernen des Ortes, dazu jeweils die Telefonnummern. Was zunächst nach einer klaren Überinformation aussieht, trügt: Es gibt auf der gesamten Insel Thassos keine Straßenschilder – mit Ausnahme der Hauptstadt Limenas. Man weiß also nur den Namen des Hauses und den Ort, bestenfalls noch die grobe Richtung dazu. Aber das macht eigentlich nichts, denn das ganze Eiland ist recht überschaubar: Nicht einmal 120 Kilometer Umfang misst die Küste, und die größte Stadt hat nur rund 2000 Einwohner.

Im Sommer freilich wächst die Insel, beleben sich Strände und Hotels. Nicht ohne Grund, vereint das Fleckchen Erde im Norden der Ägäis doch auf kleinstem Raum schöne helle Sandstrände, grüne Wälder und schroffe Bergwelt, ohne der Versuchung hässlicher Betonklötze oder liebloser Bettenburgen erlegen zu sein. Kurz, ideal für Urlaub ohne Stress.

Theologos - beschaulicher Ort im Inselinnern

Theologos - beschaulicher Ort im Inselinnern

Natürlich haben die ehemaligen Fischerorte, die zur Unterscheidung ihrer höher liegenden Mutterdörfer mit dem Namenszusatz ‚Skala’ (Hafen) versehen sind, etwas von ihrem alten Charme verloren. Meist haben moderne, vorzeigbare Bauten die schlichten alten mit ihren unregelmäßigen Dächern aus den dunkelgrauen Ziegelplatten abgelöst. Aber in den Bergdörfern wie der ehemaligen Insel-Hauptstadt Theologos oder dem nur wenige Kilometer über der Küste gelegenen Panagia sind sie noch präsent und bestimmen das Bild der Straßen und Gässchen.

Theologos - beschaulicher Ort im Inselinnern

Die Sandalen des Schusters von Theologos

Die Sandalen des Schusters von Theologos

Theologos erreicht man über einige ungeteerte Pisten von mehreren Orten aus am besten mit dem Jeep oder nach einigen Kilometern von Potos kommend über eine solide Landstraße, die auch gut mit einem normalen Kleinwagen befahrbar ist. Es liegt sehr beschaulich im Inselinnern an einem Berghang und wird unten im Tal von einem Bach gesäumt. Dort findet sich eine alte malerische Steinbrücke, auf welche von den Einheimischen gern hingewiesen wird, da sie sich recht schmuck über dem hellen ausgewaschenen Felsbett und den vielen sattgrünen Pflanzen erhebt. Zudem ist sie über einen kurzen Fußweg von wenigen hundert Metern, der von beiden Kirchen aus den Hang hinabführt, leicht erreichbar.

Im Ort selbst lädt beinahe jedes Natursteinhäuschen zum Fotografieren und zahlreiche hübsche Tavernen und Cafés zum Verweilen ein. Ein Stand mit dem typischen Inselhonig, der mit oder ohne Walnüsse ein nussiges Aroma hat, und Olivenöl sowie heimischen Bränden fehlt auch nicht, und es gibt etliche kleine Geschäfte. Besonders hervorzuheben ist der Schuster, der seinen Laden von oben bis unten mit den soliden handgefertigten Ledersandalen und –Schlappen behängt hat und sich bei seiner Arbeit bereitwillig zusehen lässt. Der nette Antiquitätenhändler am Ortseingang, der unter seinen „griechischen antiken Münzen“ auch ein paar ziemlich deutsche Groschen hat, ist gesprächig und gibt im Vorbeikommen schon mal ein paar Tipps zu Sehenswürdigkeiten.

Panagia, Minikapellen und das Kloster Archangelou

Thassos - Urlaub am Strand von Aliki

Bucht bei Aliki

Ein ähnliches Programm wartet in Panagia im Nordosten der Insel, direkt oberhalb des Golden Beachs bzw. Chrissy Ammoudia. Das Dörfchen hat eine rundere Struktur und wirkt mit seinen gewundenen Gassen und Baum bestanden Kafenions schon beim ersten Durchfahren einladend. Hier gibt es noch einige Schattenplätze, die ausschließlich von älteren griechischen Männern zu einem Plausch genutzt werden, aber natürlich auch recht viele Souvenir-Läden, aber was wäre Urlaub in Griechenland auch ohne Souvenirs?

Tatsächlich windet sich auch der Linienbus durch die steilen schmalen Straßen und lässt sich – von Heiligenbildchen über dem Lenkrad geschützt - nicht von Bäumen, Gebäuden oder kleineren Fahrzeugen beirren. Auf dem Weg hinunter zur Küste eröffnen sich tolle Blicke über das Meer – am schönsten bei Morgenlicht, wenn die Sonne aus Richtung des Meeres scheint oder abends, wenn die Farben wärmer werden. Am Rand der Fahrbahn sieht man zusätzlich zu den zahlreichen Kirchen und Kapellen der Insel viele verzierte Bildstöcke – gern in Form von Miniaturkapellen, wie sie auch als Grabschmuck auf Friedhöfen dienen.

Thassos - Kirche von Limenas

Thassos - Kirche von Limenas

Neben den antiken Ausgrabungen von Limenas und Aliki stellen diese Kirchenbauten wohl eine der Hauptattraktionen Thassos’ dar. Ob sie nun durch ihre wildromantische Lage bestechen, wie das kleine Kapellchen auf der äußersten Klippe vor Limenas oder vor allem durch architektonische Schönheit wie das Kloster Archangelou ganz im Süden. Letzteres darf leider nicht fotografiert werden, und der innerste Teil bleibt ausschließlich den Nonnen vorbehalten – aber gerade die strengen Vorschriften unterstreichen die Besonderheit des Ortes und egalisieren die Anwesenheit der vielen Touristen. So ist die Stimmung auf dem Felsen hoch über der Ägäis trotz des Besucherandranges feierlich und fremd, zumal die Kleidung den Klosterregeln angepasst werden muss und man mit bedeckten Schultern und Knien über das Gelände geht. Lange Röcke und Schultertücher verteilt ein alter Mann am Eingang, wenn notwendig. An klaren Tagen kann man den Berg Athos auf dem Festland erkennen, wo sich das Mutterkloster Philotheou befindet. Aber wie man erzählt bekommt, genießen die Nonnen auch gern den schönen Blick auf den viel näheren Badestrand zu Füßen ihres Berges.

 

Text: Dagny Riegel


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