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Kroatien - Erlebnispark für Taucher

Kaum vorstellbar, aber unter der Oberfläche ist es noch schöner. Foto: Kroatische Zentrale für Tourismus

Kroatien ist wegen seiner relativ kurzen Anreise, dem angenehmen Klima und den vielfältigen Tauchgelegenheiten an der Adriaküste zu einem beliebten Reiseziel Taucher geworden. Ein Urlaub hier ist nicht nur wegen der vielen Wracks und dem Variantenreichtum der Flora und Fauna unter Wasser ein Erlebnis, Kroatien hat außerdem noch viele andere Dinge zu bieten. Traumhaft schöne Landschaften und zahlreiche Inseln tragen heute noch die eindrucksvollen Spuren einer langen Vergangenheit. Wer also zwischen seinen Tauchgängen eine Erholungspause braucht, dem wird es in Kroatien schwerlich langweilig und dank einer schmackhaften regionalen Küche macht auch das Tanken neuer Energien Freude.

Wracks, Höhlen und Gorgonien

Zwei Weltkriege haben dem Land zwar viel Leid beschert, aber auch zahlreiche Wracks, die heute Taucher von nah und fern in Kroatiens Gewässer locken. Besonders beliebt ist das Wrack der „Baron Gautsch“ – ein luxuriöses Fährschiff der kaiserlich-königlichen Monarchie, das im ersten Weltkrieg durch eine Unterwassermine versenkt wurde, die dort durch die eigene Regierung angebracht worden war.

Schiffswracks ähnlich diesem gibt es in Kroatien zu entdecken. Foto: H. Schenk

Die Gegend von Rovinj, in der sich die „Gautsch“ befindet, beherbergt noch mehrere andere sehenswerte Wracks, zum Beispiel den englischen Minenräumer HMS "Coreolanus", das Torpedoboot "Giuseppe Dezza" oder die so genannte „John Gilmore“. Zum Wrack des Schnellboots S57 vor Peljesac gelangt man erst nach einer längeren Fahrt, doch dafür wird man mit der Ansicht eines sehr gut erhaltenen Schiffes belohnt, bei dem noch deutlich die Kanonen zu erkennen sind. Ein weiteres interessantes Wrack liegt vor Dubrovnik – die von Fischschwärmen bewohnte Taranto.

 

In den Schiffsfriedhöfen haben sich mittlerweile die verschiedensten Meeresbewohner häuslich eingerichtet. Als Taucher trifft man hier auf Conger, Langusten, Dorsche und Barsche. Flora und Fauna sind typisch für das Mittelmeer und so kann man bei einem Tauchgang Sepien, Meeresspinnen, Einsiedlerkrebse und prächtige Gorgonien beobachten.

Kein Spaß ist umsonst...

Tauchen mit Fischschwärmen. Foto: H. Schenk

Gorgonien sind vor der Küste von Kroatien weit verbreitet und besonders schön sind sie an der Unterwasserwand vor der Insel Stambedar zu sehen. Wer sich in seinem Tauch-Urlaub auf Unterwasserwände beschränken möchte, dem sei überdies die Unterwasserwand von Sv. Andrija angeraten. Außer einer Höhle auf 26 Meter Tiefe bietet sie sogar rote Korallen. Apropos Höhle – ein besonders schönes Exemplar ist die Blaue Grotte bei Bisevo. Sie befindet sich halb unter, halb über Wasser und im Sommer verleiht ihr das eindringende Sonnenlicht ein strahlendes Blau. Ungewöhnlich ist auch der See Te Vega auf der Insel Susac. Er ist von fast senkrecht aufsteigenden Felsen umgeben und kann nur über einen Unterwassertunnel erreicht werden.

Wer in seinem Kroatien-Urlaub tauchen möchte, braucht dafür eine Tauchgenehmigung. Individualtaucher müssen zusätzlich eine Tauchgebühr entrichten. Diese Gebühr kann man sich ersparen, wenn man die Dienste einer Tauchbasis in Anspruch nimmt.

 

Für einige Aufregung hatte vor einigen Jahren eine Änderung der kroatischen Tauchbestimmungen gesorgt. Die Gebühr für Individualtaucher war drastisch erhöht worden. Versuche eine Preissenkung zu erwirken, waren tatsächlich von Erfolg gekrönt. Leider wurde zeitgleich der Preis für die allgemeine Tauchgenehmigung wieder erhöht. Trotzdem: Begeisterte Taucher, die Kroatien als lohnendes Tauchrevier für sich entdeckt haben, wird das nicht abschrecken. Schließlich sind die vielen Eindrücke, die man hier gewinnt, unbezahlbar.

 

Ulrike Vollmer


 
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