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Spezialitäten des Nord-Pas-de-Calais - obergärige Biere
Während in weiten Teilen Frankreichs, vom Elsass bis zur Loire, Wein das angesagte Getränk war, wurde im Norden des Landes mehr Bier getrunken. Bier war und ist seit Jahrtausenden in Weinbau fernen Regionen, auch auf dem Gebiet des heutigen Nord-Pas de Calais, ein beliebtes Alltagsgetränk. Allerdings dürfte das Bier früher deutlich anders geschmeckt haben.
Anders als man vermuten sollte, waren es nicht Mönche, sondern ein Adliger, Herzog von Burgund (Herzog einer Weinbauregion!), der das moderne Brauwesen erfand. Vom Burgund aus verbreitete sich die neue Technik, die auf der Verwendung des Hopfens setzte, über ganz Europa.
In vielen Regionen wurde der Hopfenanbau versucht, aber nur wenige Böden waren wirklich gut dafür geeignet. Auch einige Gebiete im Nord-Pas-de-Calais eigneten sehr gut für den Hopfenanbau und so ist auch heute noch die Region ein wichtiger französischer Hopfenproduzent.
Typisch für Nord-Pas-de-Calais sind obergärige Biere. Sie werden bei 15°C bis 25°Celsius vergoren, wie man es bereits zu Herzogszeiten machte. Beim heute weit verbreitete Pilsenertyp wird bei 6°C bis 12°C gebraut, wie auch andere untergärige Biere.
Trotz des Brauereisterbens in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg haben eine ganze Reihe kleiner Brauereien überlebt, die Biere mit Namen, wie Angélus, Cuvée des Jonquilles, Choulette oder Bière du Ch'ti, produzieren.
Man trinkt diese Biere am typischsten in einem Estaminets. Ein Estaminet ist ein kleines uriges Speise-Café, eine echte Spezialität des Nord-Pas-de-Calais.
Einige Brauereien können besichtigt werden, zum Beispiel die Brauereien Saint Poloise in Saint-Pol-Sur-Ternoise, La Choulette in Hordain, Micro-Brasserie Hommelpap in Bailleul oder Castelain in Bénifontaine.


Spezialitäten im Nord-Pas-de-Calais