URLAUB IN DER TÜRKEI - SIDE
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Das antike Side - ein Stadtrundgang
In Side verschmelzen Bade-Urlaub und Kultur-Reise perfekt miteinander. Man könnte fast meinen, Side ist ein einziges Freilichtmuseum. Der einzige Unterschied ist nur, dass man für die meisten Sehenswürdigkeiten keinen Eintritt zahlt und sie einfach beim gemütlichen Nachmittagsspaziergang bestaunen kann. Genaugenommen befindet man sich jedoch nicht in Side, sondern in dem kleinen vorgelagerten Örtchen Selimiye. Aber wer will im Urlaub denn schon so genau sein. Die antike Stadt Side lag einst auf einer Landenge im Meer. Heute gibt es von der historischen Stätte nur noch sehr wenige Ruinen.
Das historische Haupttor im Norden stammt aus römischer Zeit. Leider ist von dem Bau nur wenig erhalten geblieben. Mittlerweile hat die Moderne selbst hier Einzug gehalten: Tagtäglich schieben sich die Automassen durch dieses Nadelöhr, um ins Zentrum der Stadt zu gelangen. Einst zierte ein Nymphäum seine Nachbarschaft. Der gewaltige Brunnenbau gehörte angeblich zu den prächtigsten und größten Anlagen im vorderasiatischen Raum. Der Nymphentempel wurde von zahlreichen Statuen bewacht.
Wendet man sich vom Haupttor in Richtung Westen, gelangt man zum ehemaligen Bischofssitz. Die Fundamente dort gehörten zu einer Bischofsbasilika aus dem fünften bis sechsten Jahrhundert n. Chr.
Folgt man am Tor allerdings der anschließenden Säulenstraße, passiert man einige ausgegrabene Atriumhäuser und die Überreste des ehemaligen Handelsplatzes. Direkt gegenüber liegen die Thermenanlagen, in denen in jüngster Zeit ein archäologisches Museum Unterschlupf fand. Glanzstück der Ausstellung sind die „drei Grazien“. Sie sind Abbild der Göttinnen Aphrodite, Hera und Athene. Diese Statuen sind, wie die meisten gezeigten Götter- und Kaiserabbilder, nicht nur arm- und beinlos, sonder auch kopflos. Letzteres ist aber nicht auf eine Laune des Künstlers zurückzuführen, sondern hat einen kulturhistorischen Hintergrund: Als Paulus die lokale Bevölkerung zum Christentum bekehrte, wurden vielerorts die Statuen der einstigen Gottheiten enthauptet.
Daneben gibt es im Museum noch aufwendig verzierte Sarkophage, Schmuck und andere archäologische Fundstücke der Gegend zu bestaunen.
Von hier aus geht es, vorbei am Brunnenhaus Vespasinas und weiter der Säulenstraße folgend, durch einen Triumphbogen. Man stößt nun auf die byzantinische Stadtmauer und das außergewöhnliche antike Theater. Das Theater ist Wahrzeichen der Stadt. Hier wurden nicht nur Stücke aufgeführt, sondern auch Gladiatorenkämpfe ausgetragen.
Anschließend sollte man noch einen kleinen Abstecher Richtung Osten, zur Staatsagora machen. Die Ruinen einiger Regierungsgebäude zeugen noch heute von den politischen Versammlungen, die hier ehemals stattfanden.
Den Weg etwas weiter, wieder gen Haupttor fortgesetzt, gelangt man zu den Peristyl Bauten. Dort lebte die wohlhabende Oberschicht der altertümlichen Stadt.
Entlang des südlichen Küstenstreifens erreicht man schließlich den Tempelbau des Mondgottes Men. Die Stadtrundfahrt findet gleichzeitig ihr Ende und ihren Höhepunkt an der Spitze der Landzunge: Die beiden dort nebeneinander liegenden Tempel (2. Jhd. v. Chr.), sind den Gottheiten Apollon und Athene geweiht.
Text: Ragah Kamel

