URLAUB IN DEUTSCHLAND - MECKLENBURG-VORPOMMERN
Suchen und buchen - Aktuelle Angebote Mecklenburg-Vorpommern
Seebrücken – maritime und lebendige Zeugnisse der langen Urlaubstradition Mecklenburg-Vorpommerns
An vielen Küstenabschnitten von Mecklenburg-Vorpommern finden sich verschiedene Zeugnisse der langen Geschichte des Tourismus im Nordosten Deutschlands, zum Beispiel Hotels, Kurhäuser und Strandpromenaden. Auch so manche alte Villa ist in unmittelbarer Nähe der Küste zu finden, die hauptsächlich im Sommer bewohnt war und deren Bewohner nicht zum Arbeiten ans Meer reisten, sondern um der schmutzigen und krankmachenden Luft in den Ballungszentren des 19. Jahhunderts zu entgehen.
Im Meer baden war etwas Besonderes, nicht jeder traute sich ins nasse Element, aber Wanderungen am Strand, Reiten, Bernstein sammeln oder Boot fahren waren gern ausgeübte Freizeitbeschäftigungen. Zur Sommerfrische an der Küste gehörten auch Spaziergänge auf die nächste Seebrücke.
Seebrücken sind Brücken, die nicht von Ufer zu Ufer reichen, sondern ursprünglich das Anlegen von Schiffen ermöglichen sollten, wenn das Wasser in Ufernähe zu flach war, wie das in der Nähe der Seebäder desöfteren der Fall war und ist.
Sehen und Gesehen werden, dass war auch vor 150 Jahren das Motto der feineren Gesellschaft. Hier traf man alte Freunde, lernte neue kennen, lästerte über flüchtige Bekannte, flirtete und genoss das Gefühl dazu zu gehören.
Manche Seebrücken waren einfache Konstruktionen, sie waren nur wenige Meter breit und boten zwar die Möglichkeit des Flanierens, aber sonst wenig. Höchstens Hobbyfischer hielten sich hier längere Zeit auf, waren und sind die Brücke gute Angelplätze. Wer kennt nicht Filmscenen mit Agenten, die auf amerikanischen, afrikanischen oder asiatischen Seebrücken stehen und sich als harmlose Angler tarnen.
Andere Seebrücken waren breiter. Sie boten Platz für Restaurants und Cafés, besaßen Aussichtsplattformen und verschiedene Ebenen. So eine große Seebrücke war auch ein Prestigeobjekt, ihre Attraktivität steigerte das Image des Ferienortes, was die Buchungen erhöhte und den einen oder anderen Gast sogar zum Erwerb eines Ferienhauses in der Umgebung des Seebads animieren konnte.
1990 war nur noch die Ahlbecker Seebrücke einigermaßen erhalten, sie wurde aufwendig restauriert und modernisiert, aber 18 historische Seebrücken wurden nach alten Plänen wiederhergestellt und in Betrieb genommen. Die vielen Seebrücken sind heute der Stolz der Küste und werden rund ums Jahr besucht und genutzt. Auch Schiffe, Ausflugsdampfer und Fischerboote, legen wieder an, allerdings nur wenn Wind, Strömung und Wellen es zulassen.
Seebrücken zwischen Graal-Müritz und Boltenhagen
Sechs Seebrücken finden sich zwischen Graal-Müritz und Boltenhagen. Die westlichste ist in Boltenhagen, dem drittältesten deutschen Ostseebad, zu finden. Ein knapp 300 Meter langer Holzplankenweg führt zur Anlegestelle am Ende der Pier. Hier ist ein Brückenkopf zu finden, an dem Ausflugsschiffe und Fischkutter festmachen können. 1992 wurde die neue Seebrücke eingeweiht, die Vorgängerbrücke stammte aus dem Jahr 1911.
Die Seebrücke von Wismar-Wendorf ragt 350 weit in die Ostsee. Hier legen regelmäßig Schiffe an, die den Wendorfer Strand mit der Wismarer Altstadt (Linie Alter Hafen - Seebrücke Wendorf) verbinden.
Die Reriker Seebrücke reicht 170 Meter in die Ostsee hinein. Neben Spaziergängern finden sich hier besonders viele Sportangler. Im Frühjahr hoffen sie auf den Fang von Ostseeheringen, im Sommer und Herbst sind Plattfische, also Flundern, Kieschen, Schollen und Steinbutt die Zielfische beim Angeln und im späteren Herbst und in den Wintermonaten erweitern Dorsch und Wittlinge das Fangspektrum. Zwischendurch kann sogar mal eine Meerforelle beißen. Wer Abwechslung möchte, der kann auch Angeltouren ab Seebrücke Rerik buchen. An den Unterwasserbänken der Ostsee finden sich das ganze Jahr über Dorsche, die teilweise hohe Gewichte erreichen.
Auch die Seebrücke von Kühlungsborn ist eine beliebte Anlaufstelle für Petrijünger. Mit 240 Metern Länge gehört sie zu den mittelgroßen Seebrücken. Wer möchte, der kann von hier aus Schiffsreisen, zum Beispiel nach Warnemünde antreten. Ebenfalls von mittlerer Länge die Seebrücke von Heiligendamm. Das Seebad hat eine lange Tradition im Seebrückenbau, die heutige Brücke ist bereits das vierte Exemplar. Modern und ökologisch gibt sich die Seebrücke von Graal-Müritz, schließlich erzeugt sie den Strom für seine abendliche und nächtliche Beleuchtung mittels einer Solaranlage selber. Mit 350 Metern Länge ist sie einer der längsten an der Küsten. Auch an der Seebrücke von Graal-Mürit kann man als zahlender Gas Schiffe besteigen, um beispielsweise einen Ausflug nach Warnemünde oder zum Darß zu unternehmen.
Die drei Seebrücken in Fischland-Darß-Zingst
Die Seebrücke von Wustrow ist 1993 feierlich eröffnet worden und ist mit 230 Metern Länge eine der mittelgroßen Seebrücken an der deutschen Küste. Tagsüber ist sie fest in der Hand von Spaziergängern, die von hier aus den Blick über die Ostsee, den Strand und die übrige Küstenlandschaft schweifen lassen können. Ab 20 Uhr bis morgens 6 Uhr dürfen Sportfischer auf der Seebrücke von Wustrow ihr Hobby ausüben. Sie hoffen auf kräftigen und auflandigen Wind, da dann noch mehr Fische in Ufernähe kommen, um in der aufgewühlten See nach Nahrung zu suchen.
Die Seebrücke von Prerow auf dem Darß ist nach der Meinung von Experten die schönste Seebrücke an der gesamten deutsche Küste. Sie ragt etwa 400 Meter in die Ostsee und bietet von dort einen tollen Blick über den fünf Kilometer langen Sandstrand.
Die dritte Seebrücke von Fischland-Darß-Zingst steht in Zingst. Sie ist 270 Meter lang und bietet eine schöne Aussicht auf das Ostseeufers des Nationalparks "Vorpommersche Boddenküste" mit seinen weiten Wäldern.
Die Insel Rügen und ihre Seebrückenvielfalt
Auf der Insel Rügen finden sich vier Seebrücken. In Sassnitz steht mit nur 106 Metern Länge die kürzeste Seebrücke an der deutschen Ostseeküste. Trotzdem bietet sie einen guten Blick über die Küste und den regen Schiffsverkehr auf diesem Teil der Ostsee.
Im beliebten Badeort Binz steht mit 370 Metern Länge ein Prachtexemplar unter den Seebrücken. Im Sommerhalbjahr herrscht hier ein eifriges Kommen und Gehen. Einen Urlaub ohne diese Seebrücke ist für viele Binzurlauber nicht vorstellbar.
In Sellin findet sich die längste Seebrücke Rügens. Sie hat ein Länge von fast 400 Metern und war die teuerste an der deutschen Ostseeküste. Wer gerne lange aufs Wasser schaut: Wie wäre es mit einem Mittag- oder Abendessen im Seebrückenrestaurant? Neben dem Restaurant gibt es auch verschiedene Shops. Außerdem besteht die Möglichkeit sich im Brückenstandesamt trauen zu lassen, jedes Jahr finden hier mehr als 300 Trauungen statt.
Und wer gerne die Unterwasserwelt der Ostsee bewundert. In Sellin gibt es sogar eine Tauchgondel. Die letzte Seebrücke in der Liste ist die von Göhren. Sie ist 270 Meter lang. Von hier aus fahren, wie auch von Sellin und Binz, in der Saison Ausflugsdampfer beispielsweise zu den Kreidefelsen und nach Usedom.
Beliebte Seebrücken zwischen Greifswald und Heringsdorf
Zwischen Rügen und Usedom liegt das Seebad Lubmin mit einer 350 Meter langen Seebrücke. Lubmin liegt wenige Kilometer östlich von Greifswald, die Strände sind quasi die Hausstrände vieler Greifswalder Bürger.
Auf der benachbarten Insel Usedom finden sich Seebrücken in Ahlbeck, Bansin, Heringsdorf, Koserow und Zinnowitz.
Ahbecks Seebrücke ist die einzige in Mecklenburg-Vorpommern, die zur Zeit der Wende noch stand. Vom Brückenkopf von der Seebrücke Bansins aus fahren im Sommer zahlreiche Schiffe in die benachbarten Seebäder und nach Rügen.
Die Seebrücke von Heringsdorf ist mit 508 Metern die längste auf dem europäischen Festland und gilt als das Wahrzeichen der Insel Usedom. Auf ihr liegen zudem zwei Restaurants, Café, Bistro, Ladenpassage, Wachsfigurenkabinett, Friseur, Kino und ein Muschelmuseum.
Die Seebrücke von Koserow gehört mit 261 Metern Länge zu den kleineren des Landes, ist aber trotzdem bei Urlaubern und Einheimischen gleichermaßen beliebt, ebenso das Exemplar von Zinnowitz, einem Seebad nahe der ehemaligen Raketenversuchsstation Peenemünde. Auf der Seebrücke von Zinnowitz gibt es auch eine Tauchgondel, allerdings ist es kein preiswertes Vergnügen einige Meter in die Tiefe zu gleiten.


