WANDERARTEN - SCHNEESCHUHWANDERN
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Schnneeschuhwandern im Schwarzwald - auf breiten Tretern über weiße Kuppen
Schneeschuhwandern ist eine der schönsten Arten, sich im Winter mit eigener Kraft durch die Landschaft zu bewegen.
Der Atem wölkt sich weiß vor roten Gesichtern. Die Augen sind fast geblendet vom Glitzern der Schneekristalle. Sonnenstrahlen zaubern lange Streifen in den Wald. Knirschend bahnen sich die Schneeschuhe den Weg. Der Atem keucht, das Herz macht Freudensprünge. Schneeschuhwandern gehört zwar zu den eher gemächlichen Fortbewegungsarten im Winter, aber ganz sicher auch zu den elementarsten Naturerlebnissen. Im Schwarzwald drängt sich die uralte Form des Gehens im Schnee geradezu auf: Wo gut 60 Gipfel die 1000er-Marke überschreiten, gibt es genügend Gelegenheit, seine eigenen Spuren in die verschneite Landschaft zu ziehen.
In fast allen Wintersportorten im Schwarzwald kann man sich Schneeschuhe aus den modernen Leicht-Materialien ausleihen oder an einer geführten Wanderung teilnehmen. Solche Wanderungen im Schnee sind auch für Familien ein spannendes und beinahe spielerisches Ferienvergnügen. Der Schwarzwald ist mit seinen meist nur gering ansteigenden Waldwegen, mit seinen herrlichen Ausblicken und den freien Kuppen ein ideales Revier für Ferien-Trapper.
Ob mit selbst gebauten Schneetretern aus Holz und Sehnen oder Hightech-Modellen aus Alu und Kunststoff, ob mit Holz- oder Teleskopstöcken – die frische Winterluft gibt es immer dazu. Wandern mit Schneeschuhen ist einfach. Kinder ab etwa sechs Jahren können mit den breiten Schneeauflagen genau so gehen wie trittsichere ältere Menschen. Zusätzlichen Halt geben die Stöcke, mit denen man sich seitlich abstützen und nach vorne abdrücken kann.
Ein oder zwei Stunden durch den Schnee zu stapfen, dürfte Anfängern mit normaler Kondition fürs erste reichen. Mit Kindern sollte man zum Einstieg besser kürzere Touren mit viel Abwechslung in der Landschaft wählen. Übung im Umgang mit den Schnee-Schuhen stellt sich aber schnell ein. Bald sind Tageswanderungen von mehreren Stunden möglich. Überanstrengen wird man sich auch dabei kaum, wenn man sein individuelles Tempo wählt und öfter Pausen mit einem warmen Getränk macht.
Wer lieber an geführten Schneeschuhwanderungen teilnehmen möchte, sollte sich bei seinem Ferienort nach den entsprechenden Anbietern erkundigen. In der örtlichen Tourist-Info oder in den Sportgeschäften erfährt man auch, wo sich die breiten Treter ausleihen lassen.
Tipps und Empfehlungen gibt es auch unter: www.schneeschuhwandern.de.
Das braucht man zum Schneeschuhwandern
- Schneeschuhe in der richtigen Größe, entsprechend dem Körpergewicht
- Wander- oder Trekkingschuhe, möglichst wasserdicht
- Teleskop- oder Wanderstöcke
- Warme Stulpen oder Gamaschen über den Schuhen
- Warme, winddichte, aber auch atmungsaktive Bekleidung
- Handschuhe, Mütze, Sonnenbrille
- Bei längeren Touren Rucksack mit warmem Getränk, etwas Proviant und vielleicht ein Hemd oder Unterhemd zum Wechseln, wenn man schwitzt
- Für Trapper, die ohne Führer in die Winterwelt ziehen wollen, ganz wichtig: Wanderkarte und Kompass, kleine Stirn- oder Taschenlampe. Denn bei Nebel oder Schneesturm kann man sich auf den Höhen des Schwarzwaldes leicht verlaufen
Tipps zum Schneeschuhwandernvon Thomas Stephan, Bergführer Alpinsports, Baden-Baden
Nicht zu schnell loswandern. Das Spuren im Neuschnee ist auf Dauer anstrengend und kostet mehr Kraft als das normale Wandern.
Immer im eigenen Tempo gehen, so dass man nicht aus der Puste kommt.
Steilere Anstiege meistert man leichter, indem man in Serpentinen geht.
Öfter Pausen einlegen, warme Getränke aus der Thermosflasche trinken oder im Berggasthof eine herzhafte Suppe löffeln.
Besonders wenn man allein geht, sich immer wieder an den Wegezeichen des Schwarzwaldvereins orientieren.
Nicht quer durch den Wald stapfen, sondern die Waldwege benutzen.
Bitte nicht zu Wildfütterstellen treten, Schonungen und Rückzugsgebiete des Wildes umgehen.
Touren mit viel Zeit planen, die herrliche Landschaft reizt immer wieder zu neuen Abstechern oder zum Stehen bleiben.
Möglichst nicht in die Dämmerung hineinwandern: erstens wegen der Tiere, zweitens der eigenen Sicherheit wegen. Im Winter wird es schnell dunkel.
Zur Sicherheit gehört eine Taschen- oder Stirnlampe ins Gepäck, damit man auch bei Dunkelheit Karte oder Hinweisschilder noch lesen kann.
Nach dem Schneeschuhwandern am besten in der Therme oder Sauna entspannen und den Winterabend gemütlich ausklingen lassen.
Wer den Tag auf Schneeschuhen verbracht hat, darf sich zur Belohnung ruhig auch ein großes Stück Schwarzwälder Kirschtorte gönnen.

