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Versailles - Blattgold, Marmor und Brokat

Fotos: Berit Böhme

Der „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. brach die Herrschaft der Fürsten in der Provinz und fesselte sie mit sinnlosen Aufgaben wie Hemd- und Leuchtenträger an den Hof von Versailles. Mit Vergnügungen lenkte er seine blaublütige Schar von der Politik ab und verheizte seine Vasallen in zahlreichen Kriegen. Nach seinem Tod hinterließ der König einen Riesenberg Schulden – und einen Palast der Superlative. Unter späteren Herrschern wuchsen Park und Gebäude noch. Heute ist Versailles die berühmteste Schlossanlage der Welt, jedes Jahr kommen rund zehn Millionen Besucher. Wer die Geheimnisse von Versailles in Ruhe erkunden möchte, sollte dafür einen Tag einplanen.

Götterbilder

Zugänglich ist für Besucher nur ein Bruchteil der 700 Räume, 67 Treppen, 352 Feuerstellen und 2153 Fenster. Die Schlosstour führt vor allem durch Repräsentationsräume. Um nicht verloren zwischen Brokat, Gemälden und Marmor zu stehen, bekommen die Gäste an der Kasse Hörknochen. Die Audioführungen stehen in acht Sprachen zur Verfügung. Die Decken der Gemächer sind mit prächtigen Wandbildern versehen. Muskelbepackte Götter wie Mars und Merkur teilen sich den Platz mit den üppig gerundeten Körpern von Diana und Venus.

Spiegelsaal

Der Spiegelsaal im Schloss Versailles

Der Spiegelsaal im Schloss Versailles

Herzstück des Palastes und Publikumsmagnet ist der 73 Meter lange, 10,50 Meter breite und über zwölf Meter hohe Spiegelsaal. 2007 wurde das Prachtstück für zwölf Millionen Euro restauriert. Es war die erste Generalüberholung seit seiner Entstehung Ende des 17. Jahrhunderts. Heute erstrahlt der Raum wieder wie zu Zeiten seiner Schöpfer, des Architekten Jules Hardoiun-Mansart und des Malers Charles Le Brun.

 

In der Spiegelgalerie geht es zu wie auf dem Rummel, Reisegruppen versperren Ansichten und Durchgänge für ihre Erinnerungsfotos. Aber wenn die Sonne durch die Fenster dringt und Spiegel und Lüster glänzen, verzaubert der Anblick dennoch. Im Palast finden sich auch im Geschmack späterer Epochen gestaltete Gemächer, Napoleon grüßt beispielsweise von einem prächtigen Krönungsgemälde und prahlt mit einer Siegessäule.

Das Schloss ist täglich außer montags geöffnet. Von April bis Oktober ist es zwischen 9 und 18.30 Uhr zugänglich, von November bis März sind Besuche bis 17.30 Uhr möglich. Eintrittskarten inklusive Hörknochen für das Schloss kosten 13,50 Euro. Spartipp: Ab 16 Uhr (Sommerhalbjahr) gibt es die Tickets für 10 Euro.

 

Schloss Versailles Teil 2 >>>


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