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Provinz Cagliari - Urlaub an der Costa Verde

Nur ein kleiner Teil der scheinbar endlosen Costa Verde. Fotos: V. Hanfland

Nur ein kleiner Teil der scheinbar endlosen Costa Verde. Fotos: V. Hanfland

Die Costa Verde in der Provinz Cagliari war über viele Jahre der Geheimtipp zivilisationsmüder Sardinienreisender. Ein paar Konserven und der auf den endlosen Sandstränden einer atemberaubenden Dünenlandschaft ausgerollte Schlafsack reichten aus, um den Alltag für Wochen vergessen zu können. Noch heute ist dieser Küstenabschnitt großteils nur zu Fuß erreichbar. Die Sandberge mit seltenen Tier- und Pflanzenarten sind bis zu 300 Meter hoch.

 

Tagelange Regenfälle sorgten dafür, dass 1949 ein Hügel bei Barumini ins Rutschen kam. Dabei wurden alte Mauern und Grundrisse sichtbar. Die mittlerweile von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannte Nuraghe Su Nuraxi ist besonders wegen der einzigartigen Entdeckungen in ihrem Inneren so interessant. Ein punischer Altar und tausende von Terrakottalampen wurden in der bis hin zur Zeit der römisch-punischen Herrschaft bewohnten Anlage gefunden.

Stadt Cagliari

Stadt Cagliari. Fotos: Vito Arcomano. Copyright: Fototeca ENIT

In der Hauptstadt und zugleich größten Stadt Sardiniens, in Cagliari und deren Umgebung leben etwa dreißig Prozent der sardischen Bevölkerung im Ballungsraum. Das macht Cagliari zum pulsierenden Zentrum der Mittelmeerinsel, die viel zu bieten hat.

Teure Geschäfte und Boutiquen ebenso wie der typische kleine Alimentari, moderne Einkaufsstraßen, aber auch heruntergekommene, enge Gassen, in die kaum Tageslicht dringt, machen die zwischen modernem Großstadtflair und mittelalterlichen Welt schwankende Metropole aus.

Die Delikatessläden der lauten, aktiven, bisweilen hektischen und chaotischen Provinzhauptstadt sind sündhaft teuer – wirklich lohnend sind hier nur die Einkäufe in den zahlreichen Gold- und Silberschmieden im Marina- und im Castello-Viertel, wo auch lebhafte Cafes und herrliche Restaurants liegen.

Bick von der Aussichtsterrasse auf Cagliari

Bick von der Aussichtsterrasse auf Cagliari. Foto: clurr

Bis auf das mittelalterliche Castello mit Dom sowie die Paläste von Erzbischof, Vizekönig und Adelsfamilie dominieren barocke Fassaden und Kuppeln die Altstadt. In der Casa di Tigellio, einem Stadtviertel aus römischer Zeit, bekommt man in drei Atriumhäusern und einem Badehaus einen Eindruck vom Leben der damaligen Epoche.

 

Wie eine Burg befestigt und noch immer nur durch die beiden Stadttore zu betreten, ruht die Altstadt erhaben auf einem Berg. Der heutige Zugang über die Bastione San Remy in der Via Manno wurde erst im 18. Jahrhundert geschaffen und in Form einer Aussichtsterrasse angelegt. Dies ermöglicht einen fantastischen Blick über die Stadt und auf den Hafen. Die Terrassen sind ein beliebter Treffpunkt, besonders für die Studenten der nahe gelegenen Universität.

Wertvolle Darstellung der Madonna

Wertvolle Darstellung der Madonna

Die Kirche Santa Maria di Bonara mit ihren wuchtigen Barockfassaden und ausladender Freitreppe ist eine viel besuchte Wallfahrtskirche und gleichzeitig einer der großartigsten Aussichtspunkte auf die Stadt und den Golfo degli Angeli. 1370 soll hier ein wundertätiges Madonnenbild gestrandet sein, nachdem es in einer Kiste von einem Schiff in Seenot über Bord geworfen wurde. Die Madonna wurde Schutzpatronin der Fischer und Seeleute und schließlich auch der Insel Sardinien.

 

Mitten durch die Lagunen der eigentlich so fruchtbaren Campidano-Ebene führen in der Umgebung von Cagliari Schnellstraßen. Industrieschornsteine bestimmen das Landschaftsbild. Um Iglesias herum sorgen Hüttenwerke, Ruinen alter Fabriken und Abraumhalden dafür, dass die Spuren von drei Jahrtausenden sardischen Bergbaus unübersehbar bleiben. Der Landschaft wurde beim Abbau von Silber, Blei, Zink und Kupfer schwerer Schaden zugefügt. In der Altstadt, von deren turmbewehrten Stadtmauer noch Teile stehen, zeugen einige Bauwerke noch von dem ehemaligen Reichtum einer lange privilegierten Stadt.

In Serpentinen schlängelt sich die Küstenstraße über Kaps und Buchten von Cagliari nach Villasimius. Stichstraßen führen zu Feriensiedlungen und paradiesischen Stränden, wo Bäume und angelegte Gärten blühende Oasen in der sonst kargen Granitlandschaft bilden.

Die Traumstrände an der Costa Rei, von denen die Sarden auf der ganzen Insel schwärmen, machen Villasimius zu einem beliebten Ferienort. Keine andere Region auf Sardinien bietet so viele und so unterschiedliche Strände dicht an dicht.

Granit, der in hellkörnigen Sand zerfällt, von Wasser glatt polierte Steine und Felszungen, feinsandige Buchten und raue Felsküsten, lange Sandstrände und Klippen liegen hier direkt nebeneinander. An den Stränden sind alle gängigen Wassersportarten möglich.

Strand am Capo Carbonara

Strand am Capo Carbonara. Foto: lostajy

Besonders schön sind jedoch die Spiaggia di Riso, Reisstrand, genannten Buchten auf beiden Seiten der schmalen Halbinsel Capo Carbonara. Der reiskorngroße Quarzsand ist fast weiß, was das Sonnenbaden angeblich erst so richtig effektiv machen soll.

 

Viele Buchten um Villasimius herum sind nur mit einem Boot zu erreichen. Deswegen ist der Bootsverleih am Hafen von Villasimius auch so beliebt. Von hier aus starten auch die Schiffsausflüge entlang der Küste und zu den beiden unbewohnten Felsinseln vor der Küste.

 

 

 

 

 

 


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