SARDANA - TANZEN IN KATALONIEN
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Der Sardana – Wahrzeichen der katalanischen Kultur
Sonntagabend auf einem belebten Platz im Herzen von Barcelona: Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht eine kleine Gruppe von Tänzern. Männer, Frauen, Alte und Junge haben sich hier versammelt um gemeinsam eine uralte katalonische Tradition zu pflegen. Sich an den Händen haltend, bilden sie einen oder mehrere Kreise, die immer wieder auf und zu gemacht werden, um neue Tänzer aufzunehmen. Im Takt zur Musik bewegen sie sich mit kleinen grazilen Fußbewegungen vor, zurück und überkreuz oder machen zierliche Sprünge. Alle sind höchst konzentriert, denn die Schrittfolge ist kompliziert und die Takte müssen genau mitgezählt werden. Der Kreis bewegt sich mal ein wenig nach rechts und mal ein wenig nach links, mal etwas schneller und mal etwas langsamer. Begleitet wird das Ganze von der Cobla, einem 11-köpfigen Orchester aus Holz- und Blechblasinstrumenten, einem Kontrabass und einer Triangel.
Das ist Sardana: Der Tanz ist das Nationalsymbol der Katalanen. Die genaue Herkunft ist aber ungewiss. So gibt es Stimmen, die behaupten, der Saradana gehe auf griechische Traditionen zurück und andere, die in ihm ein religiöses Ritual aus ganz alter Zeit sehen. Denn der Tanz stelle die Sonne dar und die 24 Takte der Musik stünden für die Stunden des Tages.
Eines steht jedoch fest: Der Sardana geht auf eine uralte Tradition zurück und so wird er bereits in einigen mittelalterlichen Schriften erwähnt. Als der Tanz bei Hofe eingeführt wurde, war es der einfachen Bevölkerung verboten ihn aufzuführen. Weitere Verbote gab es 1573 unter dem Bischof von Girona und in der jüngsten spanischen Geschichte auch unter Franco.
Modernisiert wurde der Tanz vom Sardana-Musiker und Komponisten Pep Ventura, der die Schritte vereinheitlichte und den traditionellen kurzen Sardana um eine längere Sardana- Version erweiterte.
In katalanischen Gemeinden ist der Tanz heutzutage fester Bestandteil der Feste. An den Sommerwochenenden wird er häufig auf den örtlichen Plätzen veranstaltet. Neben Katalonien ist er auch auf den Balearen, in einem Teil der französischen Pyrenäen, in Andorra und im italienischen Alguer verbreitet.
Ragah Kamel


