EINE REISE MIT DEM TRANSCANTABRICO DURCHS GRÜNE SPANIEN
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Donnerstag: Cabezòn de la Sal bis Santander – Höhlen, Höfe und Strände
Am nächsten Tag stand zuallererst ein Ausflug in die Berge auf dem Programm. Ziel der Fahrt war die Höhle El Soplao. Sie liegt etwa eine Autostunde von der Küste entfernt. Die Fahrt führte uns durch eine liebliche kantabrische Landschaft mit zahlreichen Hügeln, Wiesen mit Kühen, Schafen und Pferden. Zwischendurch kam ein romantischer alter Friedhof ins Bild, etwas später ein Bauer, der seine Wiese mit einer großen Sense mähte. Zwischendurch ragten oft Felsen empor, die meist von niedrigen Gebüsch umgeben waren. Außerdem lag noch etwas Morgendunst über dem Land, der sich gegen Mittag lichten sollte.
Die Straße wand sich kurvenreich in die Höhe, so dass dem einen oder anderen in dem großen Bus etwas schummrig wurde. Aber nach einer Stunde war das Ziel erreicht, wir stiegen aus und schauten uns um.
El Sopla – mehr als eine Tropfsteinhöhle
Vor uns lag ein Besucherzentrum mit großzügiger Eingangshalle, Ticketschalter, Gastronomie, Andenkenläden und Aussichtsturm. Die Höhlen von El Sopla sind eine recht junge Touristenattraktion, es wurde lange überlegt, ob man diese Höhlen überhaupt für das Publikum öffnen soll.
In El Sopla gibt es keine Höhlenmalereien unser Vorfahren aus der Steinzeit zu entdecken und dies aus gutem Grund: Es gab bis Anfang des 20. Jahrhunderts keinen Zugang zur Erdoberfläche. Erst im Zuge von Probeschürfungen auf der Suche nach neuen Erzfundstätten stieß man zufällig auf die Höhle.
Die Fachleute entdeckten Blei- und Zinkvorkommen und bauten diese auch Jahrzehnte lang ab. Und nach und nach wurde auch die Ausmaße des Höhlensystems deutlich. Heute geht man davon aus, dass die Höhle mindestens 30 Kilometer lang ist. Nur ein kleiner Teil davon ist für Besucher geöffnet, aber was diese zu sehen bekommen, ist mehr als beeindruckend.
Zwar sind auch die Ausrüstungsgegenstände der Bergleute durchaus interessant, aber mehr noch die geheimnisvolle Atmosphäre in der Höhle und vor allem die Stalaktiten, Stalagmiten und Sinterröhrchen in ihr.
Das ganz besondere ist die Form der Stalaktiten. Sie hängen nicht einfach von den Decken und Wänden herunter, sondern bilden sternförmige Gebilde, die eher an Weihnachtsschmuck erinnern. Dies hängt mir dem Magnetismus in der Höhle und im Wasser in ihr zusammen, so dass in dem Fall die normale Erdanziehungskraft das Nachsehen hat, zur Freude der Besucher. Irgendwie erinnern die merkwürdigen, aber wunderschönen Gebilde auch an Korallen, so dass man glaubt, ein Korallenriff an der Decke zu sehen. Das einzige was fehlt, um diese Illusion perfekt zu machen, ist die Farbenpracht, die intakte Korallenriffe auszeichnet.
Als wir aus der Grube/Höhle hinausmarschierten, in die Höhle hinein hatte uns eine kleiner Bergarbeiterzug gebracht, machten wir noch einige Aufnahmen einer kantabrischen Kuh, die in aller Seelenruhe einige kleine Wiesenstreifen am Rande der Fahrbahn abweidete und ließen uns dann zu unserer nächsten Station bringen.
Santillana del Mar
Der Bus setzte uns am Rande von Santillana del Mar ab, einem der schönsten Orte Spaniens, zumindest nach Meinung vieler Reiseführer. Gut, der Ort war wirklich wunderschön. Und natürlich hat sich alles auf den stetigen Besucherstrom eingestellt. Andenkenläden, Spezialitätenshops, Restaurants und Cafes warteten auf Kunden und Gäste. Aber es herrschte trotzdem kein Gedränge, an einem Wochentag im Oktober ist es sicherlich ruhiger als an einem Frühjahrs- oder Sommerwochenende.
Wir hatten Glück, keine Wolke trübte den Himmel, ideal um etwas durch Santillana de Mar zu bummeln, zu fotografieren und einige Mitbringsel einzukaufen.
Das Wetter wäre auch ideal gewesen, um den Lunch unter freien Himmel einzunehmen, vor allem, weil die meisten von uns aus dem kühl-nassen Mittel- oder Nordeuropa kamen und für jeden Sonnenstrahl vor dem Winter dankbar gewesen wären.
Für uns war eine lange Tafel im Parador des Ortes gedeckt, es dauerte eine halbe Stunde, bis das Menü so langsam serviert wurde, während wir auf den sonnenbeschienen Innenhof blickten und uns gerne dort aufgehalten hätten. Ach wie schön wäre ein modernes Flying Menü gewesen, Tellerchen oder kleine Tassen mit Stockfischbällchen, Käsespieß, asturische Bohneneintopf, Entrecote , Gemüsespieß und einem Parfait als Dessert.
Im Vergleich zu den modernen Restaurants wie in A Coruna oder San Vicente de la Barquera, fiel das Menü doch sehr ab. Der Käsespieß zum Beispiel war lieblos in einem unschuldigen Apfel gesteckt worden, er erinnerte in dieser Form doch eher an Cocktailpartys der sechziger Jahre. weniger an einen Bestandteil eines Menüs im 21. Jahrhundert.
Schade, das gediegenes Ambiente und Küchenleistung so wenig harmonierten...
Santander
Nun, es ging sowieso weiter, der Zug wartete noch in Cabezòn de la Sal auf uns. Wie an den anderen Tagen, waren alle Kollegen pünktlich und die Fahrt ging weiter bis nach Santander, der Hauptstadt und einzigen Großstadt Kantabriens. Dort steigen wir wieder in einen Bus, der uns bis zur Halbinsel La Magdalena brachte, wo wir das Schloss besichtigten wollten.
Einige zogen es allerdings vor, das letzte Tageslicht auszunutzen, um noch einige Fotos in der Innenstadt zu machen. Das gelang auch so einigermaßen. Auf der Promenade herrschte eine lockere Feierabendstimmung und es gab auch so einiges zu sehen: Skulpturen, Figuren, Häuserfassaden, Angler und Spaziergänger.
Anchovispräsentation und Tapasessen im Casa Lita
Anschließend ging es in die nahe gelegene Pinchobar „Casa Lita“. Hier kam die Gruppe wieder zusammen, um gezeigt zu bekommen, wie aufwendig es ist, Anchovis tellerfertig zu machen. Das Meer vor der Kantabrischen Küste war bekannt für seinen Sardellenreichtum, der Fischart aus denen Anchovis hergestellt werden.
Da die Bestände überfischt sind, werden sie gesalzen und fermentiert aus Italien importiert und vor Ort weiterverarbeitet. Wir haben im Casa Lita dem Chef bei der aufwendigen Zubereitung zugeschaut. Danach wussten wir, warum diese Delikatesse so teuer ist.
Und, dann kamen die Pinchos (Tapas) auf den Tisch, eine Platte folgte der Nächsten und noch eine und noch eine... Pinchos, Kompsitionen mit Salaten, Gemüsen, Fisch, Meeresfrüchten, Fleisch, Schinken, Wurst und viel und oft Käse. Grundlage war immer eine Baguettescheibe.
Und je nach Geschmack tranken wir auch noch die entsprechende Menge Bier oder Wein dazu. Im trauten Kreis schmeckt es doch am Besten, doch irgendwann war es wirklich zu viel und zumindest ich fühlte mich überfressen (Sorry, aber es gibt kein anderes Wort dafür). Auch der Verdauungs- und Kräuterschnaps half da nicht mehr, aber er passte auch nicht, für einen echten Digestif war er zu süß und zu alkoholarm. Auch der Fußmarsch zum Transcantabrico half nicht wirklich, aber erstaunlicherweise war der Magen am nächsten Morgen wieder fit. Das war auch gut so, sollten doch am nächsten Tag die kulinarischen Höhenpunkte der Fahrt folgen.
Freitag: Bilbao und San Sebastian Chillida-Museum, das Restaurants Martín Berasategui bei San Sebastian und das Restaurant Etxanobe in Bilbao...












