URLAUB AN DER ALGARVE - SAGRES & CABO SAO VICENTE
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Sagres & Cabo São Vicente – ein Ausflug ans Ende der Welt
Nach einem Foto-Stopp an der Ponta da Piedade geht es für uns weiter Richtung Westen ins 30 Kilometer entfernte Sagres. Auf dem Weg in die südwestlichste Stadt Portugals durchqueren wir das trockene Hinterland. Fast wirkt es so, als habe das Sonnenlicht die Landschaft ausgeblichen. So matt erscheinen die Farben von Feldern und Wiesen, von denen sich Pferde und Kühe als dunkle Schatten abheben. Hier und dort wurde der Boden gepflügt und die rote Erde kommt zum Vorschein. Nahe der Küste sieht man Heidegewächse, die von grauen Steinwegen durchbrochen werden.
Wir nähern uns Sagres, dem letzten Ort an der Felsalgarve. Viel hat das 2.000-Einwohner-Städtchen außer seiner spektakulären Lage oberhalb eines steilen Felsplateaus an Sehenswürdigkeiten nicht zu bieten. Dabei spielte Sagres während des Mittelalters eine große Rolle in der Seefahrt. Hier ließ Heinrich der Seefahrer zwei Schutzhäfen errichten, auch seine berühmte Seefahrerschule soll hier gestanden haben. Doch viele Bauwerke fielen dem starken Erdbeben von 1755 zum Opfer. Nur teilweise wurde Sagres wieder errichtet. Einen Bummel über die Hauptstraße Rua Comandante Matoso mit der schmucken Grundschule sollte man sich dennoch nicht entgehen lassen. Auf der Halbinsel Ponta de Sagres thront die durch einen englischen Angriff zerstörte und 2008 restaurierte Fortaleza de Sagres. Sie beherbergt heute ein Museum. Vor den dicken Mauern ziert eine gigantische Windrose den Boden – ein Zeichen für den früheren Standort der Seefahrerschule? Das ist bis heute nicht geklärt.
Nach einem kurzen Blick auf den Strand Praia do Martinhal, wo sich Windsurfer ein Rennen mit Wind und Wellen liefern, fahren wir weiter Richtung Südwesten. Fünf Kilometer von Sagres entfernt, befindet sich auf der Halbinsel Ponta Gorda das Cabo São Vicente, der südwestlichste Punkt Europas. Geziert wird das Cabo São Vicente – das frühere Ende der Welt (O fim do mundo) – von einem 62 Meter hohen Leuchtturm, der sein Licht nachts bis zu 60 Kilometer weit wirft und Schiffe vor den gefährlichen Klippen des Kaps warnt.
Uns warnt Dominique lediglich vor dem starken Wind. Der hat es tatsächlich in sich und sorgt nicht nur für lautes Ohrensausen. Auch der eine oder andere Hut wurde schon ins Meer geweht, das in 60 Metern Tiefe mit voller Wucht auf die steilen Klippen trifft. Sicherungen gibt es nicht, dabei reicht schon ein kurzer Blick nach unten, um zu merken, dass ein falscher Schritt am alten Ende der Welt auch das Ende des eigenen Lebens bedeuten würde. Trotzdem nehmen sich einige Angler das Vergnügen nicht und fischen unweit des Leuchtturms mit besonders langer Schnur. An einigen Ständen verkaufen ehemalige Fischer dicke Wollkleidung und Strickmützen. Auch die letzte Bratwurst vor Amerika kann man sich hier schmecken lassen.






