URLAUB IM BALTIKUM: ESTLAND, LETTLAND, LITAUEN
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Die Inseln Saaremaa und Muhu vor Estlands Westküste
Estland ist kaum größer als die Schweiz, umfasst aber mehr als 1.500 Eilande. Neben etlichen Winzlingen erheben sich vor der Westküste der Baltenrepublik die Inseln Saaremaa und Muhu. Zwischen Wacholderhainen, Steilküsten und Mooren verbergen sich Burgen, Wehrkirchen, Landgüter, Windmühlen, Wellnessoasen und Meteoritenkrater. In der Sowjetzeit waren Saaremaa (zu Deutsch Ösel) und Muhu (Moon) militärisches Sperrgebiet. Heute haben sich die Inseln zu beliebten Ausflugszielen gemausert.
Heute haben sich die Inseln zu beliebten Ausflugszielen gemausert. Hauptanziehungspunkt ist die Stadt Kuressaare (Arensburg) im Süden von Saaremaa. Die Mauern und Türme der Bischofsburg beherrschen die Silhouette. Der quadratische Koloss aus heimischem Dolomit gilt als die besterhaltene mittelalterliche Feste des Baltikums. In den Gewölben, Gängen und Sälen ist nicht viel Originalinventar erhalten geblieben. Dafür lohnt der Ausblick vom Wehrgang. Und in den Bischofsgemächern erzählen der Privat-Abort und die warmluftbetriebene Fußbodenheizung vom mittelalterlichen Komfort. In den Sommermonaten dient die Burg als Kulisse für Ritterspiel, Bierfest, Opern- und Maritimfestival.
Kuressaare - Wellnesshochburg bereits seit 200 Jahren
In Kuressaare linderten bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts Heilschlamm und Mineralwasser so manches Wehwehchen. Heute floriert die Wellnessbranche wieder, in den vergangenen Jahren entstanden zahlreiche Spa-Hotels. Neben Esten kuren und saunen dort vor allem Finnen und Russen. Wer sich textilfrei zum Schwitzen einfindet, könnte missbilligende Blicke auf sich ziehen. Denn vielerorts betreten die Gäste die Saunakabinen lieber im Badeanzug, dafür aber ohne Unterleghandtuch.
In Estland hinterließen viele Völker ihre Spuren, seien es deutsche, dänische, schwedische oder russische Eroberer. Saaremaa machte vor rund 3000 Jahren sogar mit außerirdischen Gewalten Bekanntschaft. 18 Kilometer nordöstlich von Kuressaare, in Kaali, schlugen tonnenschwere Splitter eines Eisenmeteoriten ein.
Neun Krater zeugen bis heute von dem Tag „als die Sonne sich schlafen legte". Leicht zugänglich ist der 110 Meter breite Kratersee, er liegt nur wenige Meter vom Besucherparkplatz entfernt. Schaurige Geschichten ranken sich um den bewaldeten See. In der Johannisnacht sollen zwei Hände mit Eheringen aus dem Wasser ragen. Sie gehören einem in Sünde verbundenen Geschwisterpaar. Gleich neben dem Krater liegt ein kleines Museum, das über Meteoriten, Kalkstein und das typische Saaremaa-Gestein Dolomit informiert.




