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Rundreise durch das unbekannte Königtum Bahrain

Arabischer Inselstaat am Golf als neues Urlaubsziel für Individualisten

Sympatisches arabisches Wunderland

Sympatisches arabisches Wunderland

von Werner G. Stoss


Der Grosse Preis der Formel Eins bringt im April 2008 das kleine, aber ambitionierte Königreich am Golf in die Spalten der Sportpresse und lockt bei uns in Europa viele Tausende von Sportfans an die Fernsehschirme. „Die Wüste bebt“ – so urteilt die Programmzeitschrift „tv digital“ über das Rennspektakel. Denn die Fahrer kämpfen gegen Hitze und Bremsenverschleiß. Die Lufttemperatur beträgt so um die 40 Grad im Schatten, wobei der Asphalt der modernen Rennbahn auch schon mal die 60 Grad erreichen kann.

Der Rennkurs von Bahrain gilt neben dem von Montreal als einer der anspruchsvollsten in puncto Bremsen und Bremsenverschleiß: Drei Mal pro Runde müssen die Fahrer aus über 300 km/h bis in den ersten oder zweiten Gang herunterschalten und abbremsen.

 

Bahrain: Poolanlage im Ritz-Carlton

Bahrain: Poolanlage im Ritz-Carlton

Bei der Siegerehrung fällt eines auf: Da im Königreich Bahrain Alkohol verpönt ist, gibt es für den Sieger Felipe Massa statt „Champagnerdusche“ nur eine Magnum-Flasche mit dem Getränk „Ward“, bestehend aus Granatäpfeln, bitteren Orangen und Rosenwasser, mit dem sich Sieger Massa bespritzen konnte.

Noch besitzt das kleine Königreich die einzige F1-Strecke am Golf. Doch nicht lange: Schon 2009 soll der erste Grand Prix im Nachbarstaat Abu Dhabi stattfinden. (Weitere Informationen über den Bahrain-Grand Prix: www.bahraingp.com)

 

Doch Bahrain hat nicht nur für Sportfreunde viel zu bieten: Das kleine Königreich am Golf reiht sich „nahtlos ein in die Perlen der Region, ein Mini-Staat mehr, der auf einem richtigen, auf einem eindrucksvollen Weg ist“ (Der Spiegel 6/2008, S.96). Weiter lesen wir dort: “Bahrain ist der ärmste Staat am Golf, oder besser gesagt: der am wenigsten reiche, denn auch sein Pro-Kopf-Einkommen würde manchen EU-Staat noch neidisch machen. Seine Ressourcen schwinden allerdings.“

Eintauchen in die arabische Wunderwelt

Formel Eins: Großer Preis von Bahrain

Formel Eins: Großer Preis von Bahrain

Wir landen nach einem bequemen Flug mit Lufthansa nach 5 Stunden auf dem modernen internationalen Flughafen von Bahrain auf der Insel Muharraq. Für die kurze Nacht und die folgenden beiden Tage wählen wir als Hotel das Novotel, das wir schon nach 10 Minuten Taxifahrt über den Shaik Hamad Causeway erreichen. Das Hotel ist im Baustil eines Wüstenforts errichtet und bietet einen wunderschönen Blick über den Arabischen Golf. Der kleine hoteleigene Sandstrand, eine nett angelegte Poollandschaft und einige Runden im bestens ausgestatteten Fitness-Club machen uns die Eingewöhnung leicht.

Farbenrausch im Souk

Farbenrausch im Souk

Nachmittags steht Sightseeing auf dem Programm. Nur wenige Minuten mit dem Taxi und wir besichtigen das Nationalmuseum. In neun Hallen erwartet uns eine beeindruckende Sammlung archäologischer Artefakte, die einen guten Einblick in die Archäologie, Kultur, Lebensumstände der Bewohner Bahrains in der vor-industriellen Geschichte bietet. Wir betrachten Siegel und Gefäße aus Speckstein in großer Vielfalt und bewundern einen vollständigen, Jahrtausende alten Grabhügel, der hier aufgebaut worden ist. Große Überraschung für uns: Es gibt eine Abteilung für Dinosaurier…

 

Ganz in der Nähe befindet sich auch das Bahrain Fort. Dieses mächtige Fort ist allgemein als das Portugiesische Fort bekannt und absolut sehenswert.

 

Eine weitere Festung liegt gleich nebenan, das Arad Fort. Ursprünglich von den Arabern gegen Ende des 16. Jh. erbaut, wurde es von den Portugiesen 1559 erobert, ging aber im Jahr 1635 in osmanische Hände über.

Eingang zum Banyan Tree Resort

Eingang zum Banyan Tree Resort

Unweit vom Bahrain Fort befindet sich auch die Ahmad Al Fateh Moschee, auch „große Moschee“ genannt. Sie ist das größte Bauwerk der Insel und hat Platz für 7.000 Gläubige. Die riesige Kuppel hat einen Durchmesser von 24 m und die beiden freistehenden Minarette ragen 70 Meter hoch in den blauen Himmel. Die Moschee ist außer an den Gebetsstunden für Besichtigungen geöffnet und wir können uns kaum satt sehen an den malerischen klassischen und neuzeitlichen Ornamenten der Decken und Wände im Inneren. Wir genießen die Kühle, die uns empfängt – eine unterirdische Klimaanlage sorgt für die angenehmen Temperaturen. Aus Österreich stammt der gewaltige Lüster, der in der Kuppel hängt. Aus italienischem Marmor sind alle sichtbaren Mauern, Streben und die Kuppel. Der Boden ist mit einem riesigen schottischen Teppichboden ausgelegt.

Gepflegte arabische Atmosphäre im Ritz

Gepflegte arabische Atmosphäre im Ritz

Um noch näher zum Zentrum zu wohnen, wechseln wir zum Ritz-Carlton-Hotel & Spa, das wunderschön an einem lang geschwungenem, hellen Sandstrand liegt. Ein kleiner Sporthafen bietet Möglichkeiten mit dem eigenen Boot anzulegen, ein Boot zu chartern oder einfach nur aufs azurblaue Meer mit hinaus zu fahren.

Vom Ritz Carlton aus ist es nur ein Katzensprung zur nächsten Shopping-Mall mit einem riesigen Warenangebot. Wir müssen uns beherrschen, nicht in einen Kaufrausch zu verfallen. Neben diesen klimatisierten modernen Malls gibt es aber noch die ursprünglichen Souks, in denen wir von den Düften der Gewürze und der orientalischen Speisen der traditionellen Gasthäuser überwältigt sind. Der unwiderstehliche Anziehungspunkt für wohl jedes weibliche Wesen ist der Gold-Souk an der Shaik Abdulla Avenue. Dort drängen sich in drei Stockwerken und in vielen Läden der Umgebung in funkelnden Auslagen Goldschmuck und Edelsteine jeglicher Art.

 

Durch den Souk schlendern wir weiter zum Wahrzeichen und Mittelpunkt der Stadt, dem Bab al-Bahrain, dem großen Tor. Erst 1945 wurde es vom britischen Berater des Emirs, Sir Charles Belgrave, als Zollstation entworfen. Heute ist dort die Tourismusverwaltung untergebracht und Geschäfte mit einheimischem Kunsthandwerk verlocken zum Bummeln und Shoppen.

Dampfgrotten im Spa

Dampfgrotten im Spa

Am Abend bei einem prächtigen Sonnenuntergang erholen wir uns in den Andalus-Gärten, die an der Shaik Isa Avenue liegen. Hier erinnern uns die Parkanlagen stark an die maurischen Gärten der Alhambra und des Generalife in Andalusien.

Fata Morgana mit 5 Sternen in der Steinwüste

Nach diesen anstrengenden Aktivitäten wollen wir die Abgeschiedenheit eines luxuriösen Wüsten-Resorts genießen und machen uns mit dem Taxi auf den Weg nach Süden. Wir passieren die bekannte Pferderennbahn, auf der in den späten Abendstunden Rennen der berühmtesten Pferde stattfinden und besichtigen die ausgeklügelt angelegte Formel 1 – Rennstrecke mit dem spektakulären Tower und den vielen Zuschauertribünen an den anspruchsvollen Kurvenabschnitten. Wollen Sie sich einmal wie Schumacher oder Alonso fühlen, so können Sie sich per Gokart auf die Strecke begeben.

 

Jetzt tauchen wie eine Fata Morgana die majestätischen Umrisse unserer dritten Destination im flirrenden Licht der Mittagssonne auf: das Luxus-Resort Banyan Tree Desert Spa & Resort. Dieses im Herzen der arabischen Wüste gelegene Resort gilt als eines der luxuriösesten und gigantischsten Spa-Resorts der Welt. Es bietet ein außergewöhnliches Wüstenerlebnis mit bemerkenswertem Charme und erlesener Eleganz im typisch arabischen Stil und mehrfach ausgezeichnetem Spa-Bereich.

Spa und Wellness

Indoor Pool

Indoor Pool

Das prächtige Spa- und Hydrotherapie-Areal gilt als das größte und vielseitigste im gesamten Mittleren Osten. Mit seinem den Gärten arabischer Königspaläste nachempfundenen Design erstreckt es sich über eine Fläche von insgesamt 10.000 qm. In acht Deluxe- und vier Royal Spa-Pavillons können wir uns von Kopf bis Fuß verwöhnen lassen. Einmalig ist der „Banyan Spa Hydrothermal Garden“, der erste und größte open-air-Hammam der Welt. Wer in dieser romantischen Oase der Ruhe nicht auftankt, ist selber schuld.

 

Leider geht jeder Urlaub einmal zu Ende und nach vier Tagen Relaxen müssen wir uns wieder auf die Heimreise machen. Im Hinterkopf den Gedanken, uns in nächster Zeit in einem anderen Banyan Tree Resort auf der Welt wieder verwöhnen zu lassen.

 

Fotos: banyantree.com, bahraingp.com, The Ritz-Carlton Bahrain Hotel & Spa, Monica Stoss, Werner G. Stoss

 

Zwei Tophotels: Banyan Tree Resort... und Hotel-Ritz-Carlton...


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