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Spanienreise (Teil IV)

Lugo, vor der Kathedrale. Fotos: H.J. Franzen

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Lugo ist eine der Städte in Spanien, die in der Vergangenheit die Bedeutung ihrer historischen Bauten total verkannt haben. Die Schönheit der Altstadt mit ihrer, vollständig erhaltenen, Stadtmauer, wurde durch gedankenlose Umzingelung der historischen Stadt mit Neubauten arg in Mitleidenschaft gezogen. Heute wird nach und nach versucht die Fehler der Vergangenheit zu beseitigen oder zumindest abzumildern.

 

In Lugo angekommen, besichtigten wir die Kathedrale, gerieten dabei in eine Hochzeitsgesellschaft und erstiegen dann die mittelalterliche, ungewöhnlich breite Stadtmauer. - Die Mauer wurde, kurioserweise, lange als ganz normale Straße genutzt! Wir aber bogen nach einigen hundert Metern, in Richtung Altstadt ab. Nach einem Spaziergang durch die belebten Straßen, mussten wir leider weiter.

 

 

 

Blick über Santiago de Compostela

Die Strecke von Lugo nach Santiago zog sich hin, so dass wir alle froh waren ins Hotel (Hotel Balneario de Compostela) zu kommen und uns auf das leckere Abendessen stürzen zu können.

Der nächste Morgen sah uns schon vor neun Uhr in der Innenstadt von Santiago. Als erstes besichtigten wir - natürlich - die berühmte Kathedrale. Der riesige Bau hat eine Schiffshöhe von 24 Metern und eine Länge von 100 Metern. Das Gebäude enthält so viele Kunstwerke, dass man nicht in der Lage ist, sie alle zu erfassen.

In der Kathedrale

 

Wir bestaunten vor allem das Eingangsportal, Pórtico da Gloria. Unser Reiseführer Fransisco erklärte uns viele Details der aus Granit heraus gemeisselten Arbeiten, z.B. die Abbildung der 24 Ältesten der Offenbarung, welche jeweils ein Musikinstrument in der Hand halten, aber noch Zeit haben miteinander zu sprechen. An ihrer jeweiligen Körperhaltung und an der Mimik läßt sich auch heute noch wunderbar ihre Stimmung ableiten. Für die damalige Zeit waren diese Arbeiten eine echte Sensation!

 

Die Arbeiten und ihre Entstehung sind sehr gut nachzuvollziehen, vor allem wenn einem dies auf so charmante und anschauliche Art und Weise nahegebracht wird wie von unserem Reiseführer Fransisco.

 

Leider mussten wir gegen 10.00 Uhr das Feld räumen, da die Messe begann.

Nach einem Stadtbummel durch die interessante, sehenswerte Stadt, schlenderten wir zum Parador, direkt neben der Kathedrale. Es handelt sich um ein gotisches Gebäude, das 1499 als Hospital Real de Santiago de Compostela gegründet wurde. Gebaut wurde für die zahlreichen Pilger, um eine weitere Unterbringungsmöglichkeit zu schaffen. Später wurde es zum Parador-Hotel umfunktioniert. Einer seiner schönsten Teile ist die Fassade aus dem 16. Jahrhundert. Außerdem sind die vier Innenhöfe sehenswert, dürfen aber nach den Attentaten von Madrid nur noch mit Einschränkungen besichtigt werden.

 

Nach einer Besichtigung der interessanten Innenhöfe ging es - wie sollte es auch anders sein - zum Essen.

Kap Finisterre

Kap Finisterre

 

Am Nachmittag ging es weiter. Von Santiago 90 Kilometer in westliche Richtung zum Cap Finisterre. Viele Jahrhunderte lang galt dieser Punkt als das "Ende der Welt".

Bevor wir das Cap erreichten, legten wir noch einen Zwischenstopp ein. Nördlich des Caps befinden sich einige traumhafte und fast menschenleere Strände. Ideal für einen langen Strandspaziergang und ein ruhiges Picknick? Bei schönen Wetter lockt das Wasser zu einer Runde Schwimmen. Vorsicht, sehr warm ist es allerdings nicht, so etwa wie in der Nordsee im Juni.

Das Cap selbst ist ein etwa 140 Meter hoher Felsen, mit einem imposanten Leuchtturm. Da immer noch die Sonne schien, hatten wir Spaß daran, auf den Felsen herumzuklettern, zu fotografieren und einfach die himmliche Aussicht zu genießen.

 

Corcubión, ein alter Fischerort.

Nur zwölf Kilometer weiter, im Hotel Horreo (Tel: 981 745 500) in Corcubión, waren Zimmer, für unsere letzte Übernachtung bei dieser Spanienreise, reserviert.

 

Corcubión, ein alter Fischerort, liegt an der Costa del Morte, der Todesküste. Viele Schiffe gingen bei starkem Wind verloren, da sie sich, bei bestimmten Winden, nicht von der Küste frei segeln konnten und jämmerlich an der Felsküste strandeten.

Da heutzutage die Schiffe nicht mehr auf Segelantrieb angewiesen sind, hat die Küste einen guten Teil ihres Schreckens verloren.

 

Corcubión ist bekannt dafür, dass es den westlichsten Hafen der Iberischen Halbinsel besitzt. In seiner Altstadt erzählen verschiedene Adelshäuser und andere historische Gebäude von einer glanzvollen Vergangenheit. 

 

Miesmuscheln

Wie überall an der galizischen Küste, tut man gut daran im Restaurant Meeresfrüchten oder Fisch zu bestellen. In Galicien wird ein Großteil des Weltbedarfs an Miesmuscheln gezüchtet - die Mejillones, ob in Weißwein gedünstet oder mit pikanter Sauce angerichtet, sind von einem einmaligen Wohlgeschmack. Sie werden oft nur mit einem Lorbeerblatt gewürzt, alles andere ist überflüssig.

Auch das Tintenfisch-Essen hat hier Tradition: Der pulpo wird gekocht, dann mit der Schere in mundgerechte Stücke geschnitten, mit Olivenöl übergossen, und mit Paprika und Salz abgeschmeckt. Das reicht. Bei den Fischgerichten überzeugt vor allem der gedünstete Seehecht. Auch hier fehlen mächtige Saucen, die Figur dankt es einem, außerdem bleibt dan noch Platz für eines der leckeren Desserts.

 

Am nächsten Morgen fuhren wir zurück nach Santiago. Am Flughafen mussten wir, für dieses Mal, von Galizien Abschied nehmen. Schade.

 

Hans-Joachim Franzen


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