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Rajasthan - ein Land voller Superlative (Teil II)

Jaisalmer

Jaisalmer führt uns zurück in die Zeit Raja Rawal Jaisals, eines Rajputenoberhauptes, der im Jahre 1156 n. Chr. diese Festung auf einem dreifachen Bergrücken in der Wüste erbauen ließ. Direkt an der alten Karawanenstraße, die von Kandhar nach Zentralasien führte, gelegen, wurde Jaisalmer zu einem bedeutenden Handelszentrum. Mit Seide und Gewürzen beladene Karawanen machten hier halt, nachdem sie die gefährlichen Gebirgspässe des Nordens überwunden hatten. Nach wie vor pulsiert hier das Leben; und die Festung, die Tempel, Havelis und andere Bauwerke sind noch immer in ihrer ursprünglichen Schönheit erhalten. Sie fallen vor allem durch ihre wunderschönen Fassaden mit zarten spitzenartigen Gitterwerken, Balkonen, Türmchen, Pfeilern und Baldachinen auf. Die Sandsteinbauten Jaisalmers glitzern in der Sonne wie Gold - ein wunderschöner Anblick. Die Straßen sind schmal, mit hohen Gebäuden zu beiden Seiten, deren Erker und Balkone über die Straße ragen und somit Schatten spenden. Die bekanntesten Havelis sind: Patwon, Salim Singhji und Nathmalji.

 

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Jodhpur

Tempel in Jodhpur. Foto: Stefan Raake

Die ehemalige Hauptstadt des Staates Marwar wurde 1489 von Raja Jodha Singh gegründet. Das Stadtbild Jodhpurs wird durch seine Teilung in drei klar voneinander zu unterscheidende Stadtteile geprägt. Der erste Bereich ist die mittelalterliche Festungsstadt Mehrangarh der ehemaligen Herrscher Marwars. Dieser Stadtteil bietet hohe, elegante Paläste, Tempel, Gärten, Seen und Wohn- und Handwerksviertel. Der zweite Bereich ist die Kolonialstadt mit ihren charakteristischen Bauten im indosarazenischen Stil. Dieser Teil der Stadt ist etwas abgelegener und enthält unter anderem den Umaid Bhawan Palast mit seinen ausgedehnten Parkanlagen. Im dritten Bereich Jodhpurs finden sich hauptsächlich modernere Bauten. Wie schon im 16. Jahrhundert, ist Jodhpur auch heute noch ein florierendes Handelszentrum.

 

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Die blaue Stadt Jodhpur.

Die blaue Stadt Jodhpur. Foto: leh4

Sehenswürdigkeiten

Bei einem Besuch Jodhpurs sollte man auf keinen Fall das Mehrangarh Fort auslassen, dessen innere Palastanlagen man erst nach Durchschreiten von acht großen Toren erreicht. Die Säle, insbesondere der Durbar Mahal, der Phool Mahal und der Moti Mahal sind mit schönen Wandmalereien und Fenstern aus zartem Gitterwerk und buntem Glas ausgestattet. Die Waffenkammer ist reich ausgestattet, und die gut erhaltenen Kanonen, an strategischen Plätzen aufgebaut, bieten einen beeindruckenden Anblick. Die Festungsmauer des Forts hat einen Umfang von zehn Kilometern.

Das Jaswant Thada, 1899 zum Gedenken an den Maharaja Jaswant Singh aus weißem Marmor erbaut, bietet einen starken Kontrast zu den Basaltfelsen, auf denen es steht. In diesem Bauwerk wurde der komplette Stammbaum der Herrscher von Jodhpur verewigt.

Mandore, acht Kilometer von Jodhpur gelegen, ist die alte Hauptstadt der Herrscher von Rathore und beherbergt die erste Festung des Staates. In der "Hall of Heroes" befinden sich sechzehn Statuen, die alle aus einem einzigen Felsen gehauen wurden. Die Figuren stellen populäre Hindu- und Volksgottheiten dar. In der näheren Umgebung befinden sich angelegte Gärten.

Umaid Bhawan, die die größte Privatresidenz der Welt sein soll, wurde 1929 von einem britischen Architekten entworfen. Dieses symmetrisch angelegte und feierlich wirkende Bauwerk ist mit einer Reihe von Innenhöfen und prächtigen Suiten ausgestattet, von denen die größte mit den Wandmalereien eines polnischen Künstlers versehen ist. Über dem Palast, der heute als modernes Hotel geführt wird, erhebt sich eine 57 Meter hohe Kuppel.

 

Weiterhin sehenswert:

Der Mahamandir-Tempel, 1812 gebaut, und der 11 km entfernte Kailana Lake, der ein beliebter Ausflugsort ist.

Udaipur

Stadtpalast in Udaipur

Stadtpalast in Udaipur. Foto: soyentgreen23

Mit Namen wie "Stadt der Paläste" und "Märchenland" ausgestattet, präsentiert sich hier die romantischste Stadt Rajasthans. Zu Füßen des auf einem Hügel stehenden Stadtpalastes pulsiert das Leben Udaipurs, das 1568 von Maharana Udai Singh als Hauptstadt des Mewar-Reiches gegründet wurde. Den Stadtpalast erreicht man durch das große Tripola-Tor; und das Festungsinnere bietet ein Bild zarter, anmutiger Schönheit. Marmorpavillons, Fresken, Wandmalereien und dekorierte Säulen, kleine Gärten und viele kleine Paläste finden sich innerhalb der Anlage. Unter anderem: Suraj Gokhada oder Sonnen-balkon, Bada Mahal, Shees Mahal, Bhim Vilas, Chini Chitrasal und Mor Chowk.  

Weitere Sehenswürdigkeiten

Der Zenana Mahal, Fateh Prakash, die Durbar Hall, Shambhu Niwas, der Jagdish-Tempel und der Saheliyon-ki-Bari-Garten. Zu diesem zauberhaften Komplex am Ufer des Fateh Singh-Sees gehören ein Lotus-Teich, Springbrunnen und marmorne Pavillons.

 

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Ausflüge

In der Nähe Udaipurs gibt es zwei Orte, die aufjeden Fall einen Besuch lohnen: Eklingij, mit seiner ungewöhnlichen Ansammlung von 108 Tempelchen, und Nathdwara, mit seinem dem Gott Krishna geweihten Tempel.

Der Jaisamand Lake, 51 Kilometer südöstlich von Udaipur, ist einer der größten Süßwasserseen der Welt. Der See ist Anziehungspunkt für eine Reihe von Zugvögeln und im Jaisamand Wildlife Sanctuary findet sich eine vielfältige Flora.

Haldigathi, 27 Kilometer nördlich von Udaipur; ist Ort der historischen Schlacht von 1576 zwischen den Armeen Rana Prataps und des Eroberers Akbar.

Dungarpur

Im frühen 13. Jahrhundert von Rana Dungar Singh gegründet, liegt diese kleine Stadt etwas abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Der Juna-Palast und der Udai Vilas-Palast sind mit ihren gut erhaltenen Wandmalereien die Hauptattraktionen.

Chittaurgarh

Das aus dem 8. Jahrhundert stammende Chittor ist die älteste Festung Rajasthans. Das Fort liegt auf einem 180 Meter hohen Hügel und bedeckt eine Fläche von 700 Acres. Nirgendwo sonst ist der Stolz und der Heldenmut der Rajputen offensichtlicher als hier. Im Jahre 1303 nahm Aladdin Khilji die Festung ein und rächte sich damit grausam an den Rajputen, weil es ihm nicht gelungen war, das Herz Padminis, der legendären Schönheit Chittors, zu erobern. Ein erbitterter Kampf wurde geführt, in dessen Verlauf über 7000 Rajputen ihr Leben verloren und Maharani Padmini mit ihrer gesamten Gefolgschaft Selbstmord beging. Heute noch zeugen die Ruinen von einer Zeit, als "death before dishonour" (Tod vor Entehrung), noch ein allgemein akzeptierter Bestandteil des Lebens war. Auch finden sich hier die Überreste einiger prächtiger Baudenkmäler. Etwa die Vijay Stambha, eine Siegessäule aus dem Jahre 1400, die Kirti Stambha, dem ersten Jain Fürsten Sri Adinath geweiht, das massive Bauwerk des Kumbha-Palastes oder die prachtvollen Tempel von Chittaur. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Tempel der Poeten-Prinzessin Mira, der Kalika Mata-Tempel und die Paläste von Rana Kumbha und Padmni.

Kumbhalgarh

Das in der Mitte des 15. Jahrhunderts von Rana Kumbha gebaute Kumbhalgarh ist nach Chittaurgarh das zweitwichtigste Fort Mewars. Das 13 Hügel umfassende und 12 Quadratkilometer große Fort ist nicht ohne Mühe zu erreichen, aber der Weg lohnt sich. Durch sieben Tore gelangt man zu den inneren Palästen.

Mount Abu

Mount Abu ist Rajasthans einzige Hillstation und ein wichtiger Jain-Pilgerort. Gerade die Jain-Tempel sind es denn auch, die die Reisenden anziehen. Besonders die Dilwara-Tempel sind landesweit bekannt. Die feinen Steinarbeiten und -gravuren suchen ihresgleichen, und man muß sie gesehen haben, um es zu glauben. Weitere interessante Orte sind: der Gaumukh-Tempel, das Achalgarh-Fort, der Toads Rock und Sunset Point, während der Nakki-See zum Wassersport einlädt.

Ranakpur

Etwa 96 Kilometer von Udaipur entfernt findet man hier einen der fünf heiligsten Orte der Jains; und obwohl schon über 500 Jahre alt, befinden sich die Tempel hier in nahezu perfektem Zustand. Der Chaumukha-Tempel mit seinen drei Stockwerken besitzt die komplexeste und ausgefeilteste Architektur. Er besitzt 29 Hallen, 80 Kuppeln und 1444 Säulen, von denen nicht zwei gleich aussehen. Nur wenige Orte Rajasthans kommen der Ausstrahlung Ranakpurs nahe.

Ajmer

135 Kilometer südwestlich von Udaipur findet man eine der wichtigsten Kultur- und Pilgerstädte der indischen Moslems, die bereits 7 n. Chr. von Ajaipal Chauhan gegründet wurde. Während des Urs wird Ajmer von Tausenden von moslemischen Pilgern aus dem ganzen Subkontinent besucht.

Pushkar

Nur 11 Kilometer von Ajmer entfernt befindet sich mit Pushkar einer der hinduistischen Wallfahrtsorte obersten Ranges. Einer der wenigen Tempel von Brahma steht hier, und alljährlich beim ersten Vollmond im November treffen hier Tausende von Pilgern zum Bad im heiligen See zusammen. Auch findet das große Pushkar-Fest, ein Viehmarkt hier statt, welches dem Besucher ein einzigartiges Schauspiel bietet.

Swai Madhopur

Diese kleine Stadt hat eine ganz eigene Geschichte, von der heute noch viele Palast-Ruinen zeugen, und ist der Zugangsort nach Ranthambore.

Ranthambore Nationalpark

Die Hauptattraktion dieses ausgedehnten Wildparks sind seine Tiger.

Diese Gebiete mit den Überbleibseln vergangener Zeiten ist ein historisch bedeutsames Mahnmal der düsteren Vergangenheit. Das Fort von Ranthambore war zentrum eines Hindu-Königreiches.

Die Wälder um das Fort herum gehörten zu dem nahegelegenen Verwaltungsbezirk Sawai Madhopur und waren privates Jagdrevier des Maharadschas von Jaipur.

Der Rathambore ist berühmt für seine Tiger. In Ranthambore trifit man häufiger und mehr Tiger am hellichten Tag als in jedem anderen Park. In dem Park lebte auch eine ansehnliche Population von Panthern Sumpfkrokodilen, Hyänen, Schakalen, Rohrkatzen, Karakals, Lippenbären, Sambars, Axishirschen, Nilgali Antilopen usw.

Tonk

96 Kilometer von Jaipur, auf dem Weg nach Ranthambore gelegen.

Bharatpur

Die Stadt Bharatpur ist wegen ihrer von Suraj Mal gegründeten Burg, auch Lohagarh oder Eisernes Fort genannt, bekannt. Die Arbeiten an dieser Burg begannen 1737 und wurden erst 60 Jahre später beendet.

Von internationaler Bedeutung ist jedoch das Keoladeo Ghana Vogelschutzgebiet, welches ein großartiges Reservat für Zugvögel, wie den sibirischen Kranich, ist. Besonders die Wintermonate sind in diesem Park phantastisch, wenn sich zu den vielen einheimischen Vögeln noch etwa 30 000 Zugvögel gesellen. Auch gibt es hier kleinere Säugetiere wie Wildschweine, Antilopen, Nilgai, Schwarzböcke oder Schakale.

 

(Der Text wurde freundlicherweise von India Tourism, Frankfurt, zur Verfügung gestellt).


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